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Merken   Drucken   07.09.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

enable2start Gründertagebuch: So geht’s nicht weiter: Die 3. Quartalsreportage von Silbertool

07.09.2010 - Silbertool: Das Gründerduo trennt sich. Der Kaufmann will raus, weil es so zäh vorangeht. Der Techniker möchte lieber langsam und ohne fremde Investoren wachsen. von Claus Hornung
Es gibt diesen Satz, den niemand hören möchte, der in einer Beziehung steckt. Denn dieser Satz bedeutet, dass es Ärger gibt, womöglich richtig großen Ärger. Er lautet: "Wir müssen reden."
Ende Juni sitzt Christian Korth im Zug nach Hannover, dem Firmensitz des Unternehmens Silbertool, das er mit Philipp Silberkuhl ein Jahr zuvor gegründet hat. Ebendiesen Silberkuhl ruft er jetzt an: "Ich wollte nur sichergehen, dass du im Büro bist. Wir müssen reden."
Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)   Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)
Korth will aus dem Unternehmen aussteigen. Weil der Aufbau anders läuft als erwartet, vor allem: langsamer als erwartet. Und weil seine Vorstellungen davon, was man dagegen tun könnte, andere sind als die von Silberkuhl.
Silberkuhl hat in seinem Produktionstechnikstudium das Werkzeug erfunden, mit dem die beiden eigentlich bereits diesen Sommer die ersten Gewinne einfahren wollten. Ein Werkzeug, mit dem man von Hand Gewinde reparieren und neu fertigen kann.
Das Besondere daran: Die Gewinde werden gerollt. Dabei wird das Material verformt und nicht weggeschnitten wie beim Einsatz von Gewindeschneidern, die Gewinde auf Dauer brüchig werden lassen.
AUSGABEN, EINNAHMEN, KAPITAL, SCHULDENSTAND
Hier steht die Bilanz von Silbertool für Mai bis Juli 2010
Ende April haben Silberkuhl und Korth ihren großen Auftritt. Auf der Eisenwarenmesse in Köln präsentieren sie Werkzeughändlern und -produzenten einen neu gestalteten Prototyp. Den Prototyp, mit dem sie auf den Markt wollten. Das Interesse der Besucher ist riesig. So wie die Zuversicht der Gründer. Jetzt müssen die Bestellungen doch kommen, denken sie. Nur noch einen Produzenten für große Serien finden, dann läuft die Sache. "Wir dachten, wir seien schon am Ziel", sagt Korth.
Tatsächlich kommen Bestellungen. Händler aus Deutschland, aus Skandinavien und sogar aus Japan ordern einen Gewinderoller. Aber keiner ordert einen zweiten. Zwei Reklamationen machen klar, was der Grund dafür ist: Die Rollen des Geräts sind nicht stabil genug. Bei drei Käufern zerbröseln sie bereits im zweiten Arbeitsgang. "Wir hatten unterschätzt, mit wie viel Kraft Handwerker das Werkzeug in der Praxis einsetzen", sagt Korth. Sie müssen ihren Plan umstellen: Markteintritt verschoben, zurück in die Entwicklungsphase.
Ein neues Material für die Rollen muss her. Aber welches? Bei einem Werkzeug, mit dem niemand Erfahrungswerte hat? Silberkuhl spricht mit Kunststoffexperten. Keine große Hilfe, meint er: "Die konnten auch nur sagen: Probier's aus."
Also probiert er's aus. Teflon und Torlon. Polyformaldehyd und Polyetheretherketon. Füllungen aus Glasfasern, Glaskugeln, Kohlenstofffasern, insgesamt mehr als 20 Materialien. Daraus feilt Silberkuhl Rollen, spannt Gewinde in den Schraubstock und dreht und dreht und dreht.
Korth kümmert sich so lange weiter darum, den Markteintritt vorzubereiten. Dazu spricht er mit Produzenten, die das Werkzeug fräsen, und solchen, die es gießen würden. Er spricht mit Produzenten, die bloß einzelne Teile zusammenschrauben, und solchen, die alle Teile besorgen würden und die Werkzeuge obendrein lagern und versenden.
Ein Gewinderoller von Silbertool   Ein Gewinderoller von Silbertool
Korth holt Angebote für Verpackungen ein. Für bedruckte Kartons, für Kartons mit Banderolen und für Kartons mit Aufklebern. Er lässt bei einem Internet-Dienstleister einen Werbeslogan entwickeln und bei den Designern des Prototyps Vorschläge für Silbertool-Firmenfarben.
Gleichzeitig beginnt er zu grübeln: Wie lange wird das alles wohl noch dauern? Und was ist mit Geld? Ein Stipendium, mit dem beide ihren Lebensunterhalt bestritten, läuft Ende April aus. Seitdem leben sie vom Ersparten. "Wir müssen das anders angehen", sagt er Silberkuhl im Mai.
Korth will eine Agentur fürs Marketing und eine Corporate Identity engagieren. Dazu Profi-Vertriebler, die auch das Ausland abdecken würden. Alles in allem bräuchten sie dafür 500.000 Euro, rechnet er aus: "Wir brauchen einen Investor."
Die nächste Runde von enable2start beginnt
Fünf mal 50.000 Euro und ein Jahr journalistische Begleitung - Deutschlands große Gründerinitiative geht in die vierte Runde. Bewerbungen sind noch möglich bis zum 3. Oktober. Teilnehmen kann jeder, der kurz vor einer Gründung steht oder vor maximal zwei Jahren gegründet hat. Weitere Infos unter:
www.enable2start.de
Silberkuhl wehrt ab. "Ich will nicht, dass mich irgendwann ein Investor aus meiner eigenen Firma hinauswirft." Bei Werkzeugen folge der Vertrieb sowieso ganz eigenen Gesetzen. "Die Werkzeugbranche ist konservativ", sagt er: "Um dort Erfolg zu haben, muss man jeden Händler einzeln abklappern." Aufwendig. Aber billig zu machen. Dafür reiche ein Bankkredit von 150.000 Euro. Erst recht, wenn bald die ersten Werkzeuge verkauft werden. Schließlich sei die neue Rolle praktisch fertig.
Korth ist nicht überzeugt. Wochenlang überlegt er. Ein Leben im Auto führen? Jahrelang? "Ich habe mich gefragt, ob es das ist, was ich machen will." Letztlich lautet die Antwort: Nein. Ende Juni erzählt er Silberkuhl von seinem Entschluss. Der ist überrascht: "Der Gedanke kam mal auf, aber wenn es ausgesprochen wird, ist es noch einmal anders", sagt er. Aber er ist Realist: "Wir hätten uns gegenseitig blockiert."
Abdelhakim Boulakhrif ist der neue Mann im Gründerteam   Abdelhakim Boulakhrif ist der neue Mann im Gründerteam
Korth verspricht: "Ich bleibe, bis ein Nachfolger da ist." Er muss nicht lang warten. Nur Tage später spricht Silberkuhl mit dem Gründerberater Abdelhakim Boulakhrif, der von Anfang an begeistert war von Silbertool. Ein Wirtschaftsingenieur, der für sechs Länder den Vertrieb eines deutschen Werkzeugherstellers organisierte. "Das ist ein Verkäufertyp", sagt Silberkuhl, "und er will zurück in die Praxis."
Silberkuhl ist sicher: Mit dem Mann wird er es hinkriegen. Und dann erzählt er von den Brüdern, die die Firma KS Tools aufbauten, heute ein europaweit tätiger Werkzeughändler. Die hätten in den 90er-Jahren mit einem einzigen Werkzeug ­angefangen. "Die sind auf Fahrrädern zu den Händlern gefahren", sagt er: "Wenn die das geschafft haben - warum nicht auch wir?"
Unangenehm, wenn man Rechnungen nicht bezahlen kann. Etwa fürs Internet oder Telefon. Philipp Silberkuhl ging das in den vergangenen Wochen so. Besser gesagt: Seiner Firma Silbertool ging es so. Der Grund dafür lag im Weggang seines Mitgründers Christian Korth.
Denn: Korth war zwar nur zu 40 Prozent Anteilseigner an Silbertool, aber alleiniger Geschäftsführer. "Er meinte, es reicht doch, wenn einer Geschäftsführer ist", sagt Silberkuhl. Und Silberkuhl, der vorrangig für die Technik im Unternehmen zuständig ist, war dies auch nicht unrecht. Rechnungen, Förderanträge, Steuererklärungen - um all das kümmerte sich Korth.
Das Problem: Silberkuhl und sein neuer Teamkollege Abdelhakim Boulakhrif sind zwar schon seit einiger Zeit notariell bestätigte Nachfolger von Korth. Bis zum Eintrag ins Handelsregister vergehen aber einige Wochen Bearbeitungszeit. In der Zwischenzeit gibt es juristisch niemand, der das Unternehmen nach außen vertreten darf - beispielsweise, um die Telefonrechnung zu überweisen.
Glatte Übergabe? Christian Korth (r.) und Philipp Silberkuhl ...   Glatte Übergabe? Christian Korth (r.) und Philipp Silberkuhl interpretieren dies unterschiedlich
Obendrein ist die Software, die Korth verwendete, nicht vollständig kompatibel mit der gängigen Finanzsoftware Datev. Dadurch seien manche Buchungen schwer nachzuvollziehen, sagt Silberkuhl. Auch ein Antrag auf Fördermittel, den er und Boulakhrif nun abrufen wollen, hätte seiner Ansicht nach längst beim Steuerberater liegen müssen. Denn erst auf die Unterschrift des Steuerprüfers hin können die Mittel ausgezahlt werden.
Korth selbst hingegen sieht keinen Fehler in seiner Buchhaltung. Insbesondere nicht bei den Fördermitteln. Es lohne sich einfach nicht für jeden Kleinbetrag einen einzelnen Antrag zu stellen, sagt er. "Das ergibt erst Sinn, wenn ein entsprechender Betrag zusammengekommen ist", sagt Korth, "ein solcher Betrag lag erst jetzt vor, so dass auch erst jetzt der erste Abruf sinnvoll war."
Jedenfalls kam es Silberkuhl sehr entgegen, dass einige Partner Verständnis für die schwierige Finanzlage zeigten. Dazu gehören die Firma Uniteddesignworkers, die das Corporate Design für Silbertool entwickelt sowie das Unternehmen Burg, welches gerade die Produktionsstraße für die erste Serienfertigung einrichtet. "Dort hat man uns sehr lange Zahlungsziele gesetzt", sagt Silberkuhl. Deshalb sei das Unternehmen nicht in ernsthaften Schwierigkeiten. "Aber heute würde ich die Sache von Anfang an anders regeln."
Sie haben sich geeinigt. Christian Korth, Philipp Silberkuhl - und Abdelhakim Boulakhrif. So heißt der neue Mann bei Silbertool.
Der bringt eine Feinmechaniker-Lehre mit, ein Wirtschaftsingenieurstudium und jahrelange Vertriebserfahrung beim Messgeräthersteller Zoller. Dort war Boulakhrif unter anderem für Norwegen, Schweden und Italien zuständig. Und zeitweise auch für die arabische Halbinsel - weil er als gebürtiger Marokkaner die richtigen Sprachkenntnisse aufwies.
"Ein Leben im Flugzeug" sei das gewesen, sagt er. Dagegen scheint ihm ein bevorstehendes Leben im Auto für den Vertrieb bei Silbertool nahezu entspannt. Klar, Marketing, Buchhaltung und andere Bereiche kämen in dem Wieder-zwei-Mann-Start-up auch hinzu. Ob ihm das Angst macht? Er lacht: "Als ich mit zehn Jahren nach Deutschland kam, konnte ich nicht mal Hallo sagen", sagt er: "Warum sollte ich das nicht auch lernen?"
Boulakhrif wird 50 Prozent der Gesellschafteranteile übernehmen. Silberkuhl, obwohl Erfinder des Werkzeugs, bestand nicht auf einer Mehrheit. "Das ist eine Frage des Vertrauens", sagt er, "wir sind ja aufeinander angewiesen."
Hat einen neuen Geschäftspartner: Philipp Silberkuhl   Hat einen neuen Geschäftspartner: Philipp Silberkuhl
Vorher hatten Silberkuhl und Korth jeweils 40 Prozent der Anteile, weitere 20 Prozent ein Bruder von Korth, der diesen auch beim Marketing zeitweise unterstützte. Es dauerte eine Weile bis sich Silberkuhl mit Korth darüber einig war, wie viel diese Anteile wert waren.
Korth, als gelernter Unternehmensberater versuchte, sich an Umsatzprognosen zu orientierten. Nach seiner Ansicht entspricht die letztlich vereinbarte Summe "1,5 Jahresumsätzen bei schnellem Wachstum und vier Jahre, wenn man von einem gemütlichen Szenario ausgeht."
Silberkuhl sieht es weniger theoretisch. "Man kann den Wert eines Start-ups in dieser Phase nicht berechnen", sagt er: "Es ist ja noch nichts da." Wie man auf die Summe kam, sei aber schlussendlich auch nicht entscheidend: "Wir haben einen Wert gefunden, mit dem wir beide zufrieden sind."
Philipp Silberkuhl hat keine Zeit verschwendet. Kein Zweifeln darüber, ob Silbertool weiterlaufen kann, nachdem sein Mitgründer Christian Korth erklärt hat, auszusteigen. Aber auch kein ernsthafter Gedanke daran, allein weiterzumachen. Marketing, Produktentwicklung, Vertrieb, Personalsuche - das alles wäre dann doch ein bisschen viel für einen Einzelkämpfer.
Und tatsächlich gibt es bereits einen Kandidaten. Und der hat sogar schon eine ganze Menge vom Werdegang des Unternehmens mitbekommen. Denn bis vor wenigen Monaten war er noch ein Büronachbar von Korth und Silberkuhl.
Auf Partnersuche: Gründer Philipp Silberkuhl   Auf Partnersuche: Gründer Philipp Silberkuhl
Bis Ende April saßen die beiden in Räumen von Uni-Transfer, einer Abteilung der Universität Hannover, die Kontakte zwischen Uni-Ausgründungen und Wirtschaft herstellen sollte. Einer der Mitarbeiter sei ein studierter Wirtschaftsingenieur, sagt Silberkuhl, besser noch: "Er hat bereits für einen weltweit aktiven Werkzeughersteller gearbeitet."
Für sechs Länder organisierte der Büronachbar den Vertrieb, schwärmt Silberkuhl: "Das ist ein Verkäufertyp." Einer, der bereits, als Silberkuhl und Korth das erste Mal mit ihm über ihr Unternehmen sprachen, sagte: "Darauf hätte ich richtig Lust."
Zufällig traf Silberkuhl ihn beim Einkaufen und erzählte ihm von der neuen Situation. Die Reaktion: "Wir sollten uns einmal zusammensetzen."
Er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber nach wochenlangen Überlegungen ist der Entschluss von Christian Korth nun endgültig: Er verlässt Silbertool.
Mehr als ein Jahr hat er zusammen mit Philipp Silberkuhl, dem Erfinder des Silbertool-Gewinderollers das Unternehmen aufgebaut. Was also ist passiert? Haben die beiden sich zerstritten?
Nein" - sagen beide übereinstimmend. "Aber wir hatten verschiedene Ideen, wie es weitergehen sollte", sagt Korth. Und das betraf vor allem die Finanzierung. Klar ist, dass Silbertool bald Geld braucht. Denn anders als ursprünglich einmal geplant, macht das Unternehmen bislang kaum Umsätze.
Unterschiedliche Auffassungen: Philipp Silberkuhl und Christian ...   Unterschiedliche Auffassungen: Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)
Das liegt vor allem daran, dass der Prototyp, den Korth und Silberkuhl bereits im Frühjahr auf der Kölner Eisenwarenmesse präsentierten, überarbeitet werden musste. Weil die Führungsrolle nicht stabil genug war, experimentierte Silberkuhl über Monate, um ein besser geeignetes Material für dieses Bauteil zu finden.
Inzwischen hat er eine Lösung gefunden. Aber bis die ersten Einnahmen kommen, muss noch einiges passieren. Beispielsweise im Vertrieb. "Die Werkzeugbranche ist konservativ", sagt Silberkuhl. Kataloge und Messeauftritte reichten dafür nicht: "Man muss jeden Händler einzeln besuchen. Da verbringt man sein Leben auf der Straße."
Investor oder Bankkredit?
Ein Punkt, über den Korth zunehmend ins Nachdenken kam. "Ich hatte gedacht, dass das alles ein bisschen schneller geht", gibt er zu. Natürlich könnte man die Prozesse beschleunigen. Indem man beispielsweise hauptberufliche Vertriebsprofis engagiert. Auch das Marketing könnte man auslagern. Und man könnte versuchen, in mehreren Ländern gleichzeitig auf den Markt zu gehen. Aber um das zu finanzieren, bräuchte man einen Investor. Einen, der mehrere hunderttausend Euro mitbringt. Eben das schlug Korth Silberkuhl darum vor.
Der aber will nicht vom ursprünglichen Plan abweichen, Geld nur über Bankkredite aufzunehmen. Lieber langsam wachsen, als Anteile verkaufen, findet er: "Ich will nicht, dass ein Investor mich aus meinem eigenen Unternehmen wirft, sobald es gut läuft."
Korth begreift, dass es noch Jahre dauern könnte, bis aus Silbertool ein großes profitables Unternehmen wird. "Da habe mich gefragt: was möchte ich in den nächsten Jahren meines Lebens machen?", sagt er. Er spricht auch mit seinem früheren Arbeitgeber, einer Unternehmensberatung. "Die sagten, ich könne gern wieder bei ihnen anfangen."
Schließlich ringt er sich durch, auszusteigen. Silberkuhl ist überrascht: "Zwischendurch denkt man zwar mal an diese Möglichkeit, aber man nimmt es dann nicht ernst." Aber auf Dauer, sagt er, sei dies wohl der beste Weg: "Wir hätten uns sonst gegenseitig blockiert."
Silbertool hat die ersten Mitarbeiter. Wie macht sich das bemerkbar?
Das ist riesige Arbeitserleichterung. Endlich können wir die Last auf mehrere Schultern verteilen. Leider ist ein Mitarbeiter, der uns beim Vertrieb unterstützen sollte, schon nach zwei Wochen wieder ausgeschieden, weil er einen festen Job gefunden hatte - das Praktikum bei uns war Teil einer Weiterqualifizierung von der Agentur für Arbeit. Aber wir haben bereits einen Ersatzmann gefunden. Wenn wir früher gewusst hätten, dass es so viele gute Bewerber geben würde, hätten wir schon viel früher Mitarbeiter eingestellt.
Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)   Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)
Was war der größte Erfolg im Juli? Dass wir einen Claim haben. Wir arbeiten derzeit daran, ein Corporate Design für Silbertool zu entwickeln. Da gehört ein aussagekräftiger Slogan dazu. Einen deutschen haben wir bereits, er lautet: "Gewinderollen im Handumdrehen", aber wir brauchten noch einen Slogan für den englischsprachigen Raum. Dafür haben wir eine Agentur beauftragt, die ausschließlich Firmennamen und -slogans entwickelt. Unser Favorit aus zehn Vorschlägen lautet: "The thread rolling solution in your pocket."
Was war sonst noch wichtig? Mein Mitgründer Philipp Silberkuhl hat gute Ergebnisse dabei erzielt, die Technik unserer Gewinderoller zu optimieren. Inzwischen ist klar, wie wir das Produkt technisch gestalten müssen, um eine große Serie produzieren lassen zu können. Dabei geht es vor allem um das Material der Führungsrolle. Wir planen, das überarbeitete Produkt gleichzeitig mit unserem neuen Markenauftritt zu präsentieren, um damit dessen Einführung am Markt zu unterstützen.
Was sind die größten Aufgaben im August? Neben der Optimierung der bestehenden Produkte arbeiten wir daran, weitere Produkte für weitere Anwendungsgebiete zu konzeptionieren und zu erproben. Zum Beispiel ein Werkzeug für größere Gewinde und ein Werkzeug mit einer Ratschenfunktion. Dazu ist einiges an technischer Entwicklungsarbeit zu leisten, denn wir müssen Prototypen für Versuche herstellen und Tests mit unterschiedlichen Gewindetypen durchführen.
Die Antworten gab Silbertool-Gründer Christian Korth
Ist doch eh alles gleich in unserer globalisierten Welt. Überall die gleichen Produkte, die gleichen Standards, keine Überraschungen. Oder? Pustekuchen. In der Welt der Gewinde sieht das anders aus. Da haben Amerikaner und Briten ihre ganz eigenen Vorstellungen von Größen und Formen.
Für die Gründer des Gewinderoller-Unternehmens Silbertool, Christian Korth und Philipp Silberkuhl, bedeutet das: Zusätzlicher Aufwand, aber auch: zusätzliche Geschäftsfelder.
Konkret heißt das: Sowohl in Großbritannien als auch in den USA werden die Steigungen von Gewinden nicht in Zentimetern gemessen, sondern in Zoll beziehungsweise Inches. "Außerdem unterscheiden sich die amerikanischen Zollgewinde von den britischen", sagt Korth und grinst: "es wäre ja sonst zu einfach." Dann gibt's als Sahnehäubchen noch einmal die Flankenwinkel. Das sind die Winkel zwischen den Spitzen der Gewinde. Und die betragen in Deutschland und in den USA standardmäßig 60 Grad, in Großbritannien aber wiederum 55 Grad.
Gibt's bald auch für Amerikaner: Gewinderoller von Silbertool   Gibt's bald auch für Amerikaner: Gewinderoller von Silbertool
Die Silbertool-Gründer planen daher, auch Werkzeugsets anzubieten, die nicht nur Ersatz-Profilrollen für verschieden große deutsche Gewinde, sondern auch für unterschiedliche Zollgewinde anbieten.
Um damit dann den amerikanischen und britischen Markt aufzurollen? "Das ist nicht der Hauptaspekt", sagt Korth, "alle, die in Deutschland ein amerikanisches Auto besitzen, haben Probleme, ein passendes Werkzeug zu finden." Mehrere Besitzer solcher Autos hatten das Silbertool-Team bereits angeschrieben, sagt Korth: "das Gleiche gilt für Unternehmen, die mit Maschinen aus den USA oder England arbeiten."
Silbertool profitiert aber auch von Unterschieden innerhalb Deutschlands. Denn trotz deutlicher Mehrheit von Rechtsgewinden gibt es hier zu Lande auch Linksgewinde, beispielsweise an Gasflaschen, die zum Schweißen oder Grillen benutzt werden. Und die könne man mit regulären Gewindeschneidern - die im Vergleich zum Gewinderoller ohnehin den Nachteil haben, Metall abzuhobeln - nicht reparieren, sagt Korth: "Unsere Gewinderoller aber funktionieren links wie rechts." Es lebe der kleine Unterschied.
Das Silbertool-Team arbeitet weiter daran, seinen Auftritt zu professionalisieren. Nach einem Unternehmens-Slogan folgt jetzt die Überarbeitung der Website. Die gibt es seit ein paar Tage unter einer Silbertool-Adresse mit einer eu-Endung gleich in vier Sprachen. "Wir haben die Länder genommen, in die wir bereits die meisten Kundenkontakte hatten", sagt Gründer Christian Korth. Das sind Englisch, Französisch, Spanisch - und Polnisch. Korth grinst: "Ja, wir hatten schon einige Anfragen aus Polen."
Gut, dass das Übersetzungsbüro, das Korth gefunden hat, einen ganzen Pool an Übersetzern hat. "Die können 45 Sprachen abdecken", sagt Korth. Gezahlt wird nach Zeile. Dabei schwanken die Preise abhängig davon, wie exotisch eine Sprache ist - so kostet Englisch beispielsweise 1,17 Euro pro Zeile mit 50 Anschlägen, bei Japanisch wären es 3 Euro.
Informiert seine Kunden jetzt in vier Sprachen: Silbertool-Gründer ...   Informiert seine Kunden jetzt in vier Sprachen: Silbertool-Gründer Christian Korth
Was noch mehr begeistert, ist ein weiterer Service: Die Agentur übersetzt Texte passend zum Dateiformat der Vorlage. So konnte Silbertool beispielsweise einen Flyer als Adobe-Illustrator-Datei schicken. "Wenn man nur die Sätze einzeln übersetzt, passen die Umläufe der Zeilen nicht mehr oder der Text wird vielleicht zu lang", sagt Korth, "das wird dabei gleich angepasst." Und: Ist die Datei erst einmal vorhanden, reicht eine Mail, damit sie in eine weitere Sprache übersetzt wird. Könnte ja sein, dass morgen die ersten Anfragen aus Japan kommen.
Rückschlag beim Personal für die Silbertool-Gründer. Vier Wochen lang wollte der Praktikant für Einkauf und Vertrieb, Matthias Liu-Nuiyen, bleiben. Jetzt ist er schon nach zwei Wochen wieder weg. Aber dafür gibt es einen guten Grund. Liu-Nuiyen absolvierte das Praktikum als Teil einer Weiterbildung von der Arbeitsagentur - und die konnte ihm jetzt einen festen Job vermitteln. "Das freut mich natürlich für ihn", sagt Gründer Christian Korth, "aber für uns ist es sehr schade - es lief sehr gut mit ihm."
Dafür gibt es auf einem anderen Feld Erfolge. Damit Silbertool noch professioneller auftreten kann, wollen Korth und sein Mitgründer Philipp Silberkuhl eine Corporate Identity entwickeln. Dazu gehört neben einheitlichen Schriftzügen und Farben auch ein aussagekräftiger Slogan.
Auf der Seite freelancer.com schrieben sie dafür einen Auftrag aus. Und erhielten ein Angebot von einem Spezialisten namens The Rabbiter. "Der entwickelt ausschließlich Firmennamen- und slogans", sagt Korth, "ich wusste gar nicht, dass es so was gibt."
Haben einen Firmenslogan: Die Gründer Christian Korth und Philipp ...   Haben einen Firmenslogan: Die Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl (v.l.)
Zwei Bezahlmodelle bietet der Namensfinder an. Entweder der Kunde zahlt einen Pauschalpreis und erhält einen Vorschlag. Oder der Kunde erhält zehn Vorschläge. Gefällt ihm einer, zahlt er einen höheren Preis als bei der Pauschalvariante. Gefällt ihm keiner, zahlt er nichts. Korth und Silberkuhl wählten die letztgenannte Variante, erhielten zehn Vorschläge - und haben einen klaren Favoriten: "The thread rolling solution in your pocket".
Für den deutschen Markt soll es einen eigenen Slogan geben statt einer Übersetzung. Die hieße sonst: "Die Gewinderoll-Lösung in Ihrer Hosentasche." Das geht gar nicht, meint Korth: "Der Slogan klingt nur auf Englisch gut."
Vielleicht bleibt es daher bei dem Slogan, der bereits jetzt auf der Homepage steht: "Gewinderollen im Handumdrehen". Oder es muss sich mal jemand Gedanken über einen deutschen Slogan machen. Vielleicht gibt es ja dafür einen Spezialisten?
Silbertool hat einen externen Produzenten für seine Werkzeuge gefunden. Warum war das notwendig?
Die erste Kleinserie unserer Silbertool-Werkzeuge haben wir noch selbst montiert, aber damit wir auf alle Arten von Anfragen zeitnah reagieren zu können, brauchten wir eine professionelle Lösung. Für Stückzahlen bis zu 1000 Stück im Monat arbeiten wir daher jetzt mit einer Behindertenwerkstatt zusammen, die auch für große Industrieunternehmen Montagearbeiten übernimmt und daher sehr erfahren ist. Darüber hinaus haben wir einen Produzenten gefunden, der für uns problemlos auch noch größere Stückzahlen industriell fertigen kann.
Was war der größte Erfolg in diesem Monat?
Wir haben einige Händleranfragen aus unterschiedlichen Ländern der Welt erhalten. So beispielsweise von einem sehr engagierten Händler aus Norwegen, der auf seiner Webseite sogar sämtliche technische Details auf Norwegisch übersetzt hat und uns schon 15 Werkzeugsets abgenommen hat. Darüber hinaus haben wir auch Anfragen aus Japan, eine Bestellung aus Pakistan sowie natürlich einige aus Deutschland erhalten. Und wir haben Zuwachs bekommen: Seit einem Monat unterstützt uns ein Praktikant in Hannover tatkräftig im Einkauf. Mitte Juni kam ein weiterer Praktikant hinzu, den wir für Marktanalysen und Kundenbesuche einsetzen.
Produzent gefunden, Kunststoff gesucht: Die Silbertool-Gründer ...   Produzent gefunden, Kunststoff gesucht: Die Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl und Christian Korth (v.l.)
Gab es im Juni auch Rückschläge?
Wir wollen die Technik unserer Werkzeuge noch weiter verbessern. Insbesondere wollen wir das optimale Material finden, um die Lebensdauer unserer Führungsrollen so zu erhöhen, dass die Werkzeuge auch im rauen Werkstattalltag lange eine Hilfe bleiben - ohne dass die Führungsrollen häufig erneuert werden müssen. Diese Optimierung wollten wir eigentlich im schon längst abgeschlossen haben, doch wir brauchen noch ein wenig Geduld - es gibt einfach sehr viele unterschiedliche Kunststoffe. Und auch Profis ist nicht klar, welcher davon für unsere Anwendung der beste ist. Wir müssen einfach viele Versuche durchführen, um das herauszufinden.
Was ist die größte Herausforderung im kommenden Monat?
Wir werden weiter an der Technik feilen, aber vor allem sind wir auf der Suche nach Vertriebspartnern, die größere Stückzahlen umsetzen können. Um bei diesen professioneller auftreten zu können, erarbeiten wir gerade ein Corporate Design und planen auch eine Neugestaltung unserer Webseite.
Die Antworten gab Silbertool-Gründer Christian Korth
Ein zweiter Praktikant hat bei Silbertool angefangen. Diesmal im Erlanger Büro, von dem aus Christian Korth arbeitet. Matthias Liu-Nuiyen heißt der Neue. Ihn eingerechnet, arbeiten bereits zwei Praktikanten und ein Werkstudent für das Start-up. Genug, um die Personalverwaltung auszulagern - an den Dienstleister Lohndirekt. "Personalverwaltung ist nämlich ganz schön aufwendig", sagt Korth.
Allein, was man so an Dokumenten für die Lohnabrechnung braucht: Immatrikulationsbescheinigung, Lohnsteuerkarte, Sozialversicherungsausweis, Bestätigung von der Krankenkasse, Betriebsnummer vom Arbeitsagentur, Nummer von der Berufsgenossenschaft.
Und erst die Lohnabrechnung selbst. Beschäftigt man jemanden in Teilzeit - wie den Werkstudenten im Hannoveraner Büro, muss man bis zum 20. eines Monats dem Finanzamt melden, wie viel Stunden dieser im Monat gearbeitet hat, erzählt Korth. "Es ist ein bisschen schwierig, am 20. die exakte Stundenzahl für den Monat anzugeben", fügt er grinsend hinzu, "darum muss man im Folgemonat nachmelden. Und dafür gibt es verschiedene Methoden. Alles total kompliziert."
Kann sich da bitte jemand drum kümmern? Gründer Christian Korth ...   Kann sich da bitte jemand drum kümmern? Gründer Christian Korth lagert die Personalverwaltung aus
Liu-Nuiyen ist übrigens kein Student, sondern ein erfahrener Vertriebler, der einen neuen Job sucht. Das Praktikum macht er als Teil der Umschulung der Arbeitsagentur. Die soll ihm kaufmännische Theorie vermitteln, sagt Korth: "Die Praxis bringt er ja bereits mit."
Und die braucht er auch. Silbertool testet nämlich gerade neue Führungsrollen für ihre Gewinderoller aus. Kleine Bauteile, die aber enorm wichtig sind. Sind die Rollen zu hart, können Gewinde beim Reparieren kaputt gehen.
Also probieren die Silbertool-Macher ungezählte Kunststoffe aus. Und das erfordert ganz schön Geschick bei den Verhandlungen mit den Herstellern. Denn die übliche Einheit in diesem Gewerbe ist die die Drei-Meter-Stange. Silbertool bräuchte aber jeweils nur 25 Zentimeter - und schon dabei schwanken die Kosten bereits zwischen zwei und mehreren hundert Euro, sagt Korth: "Einkauf kann ganz schön aufwendig sein."
Gutes, Schlechtes, Überraschendes: Ein Quartal Silbertool
Was zwischen Februar und April beim Gewinderoller-Start-up passierte, steht in der 2. Quartalsreportage über Silbertool, inklusive aller wichtigen Zahlen wie Ausgaben, Einnahmen, Schulden- und Kapitalstand.
So hatte Philipp Silberkuhl sich das vorgestellt. Da wird er vom großen deutschen Werkzeughändler Jaeger und Eggers zu einer Hausmesse eingeladen, auf der dessen Zulieferer ihre Produkte ausstellen.
Dann kommen viele von denen an den Stand des Silbertool-Gründers, wo dieser zeigt, wie man mit seinem Werkzeug kaputte Gewinde reparieren oder neue Gewinde in ein Metallstück hineinrollen kann - ohne dabei Material abzuschneiden.
Und dann sagen diese Produzenten erstens: "Im Werkzeugbereich gibt es selten echte Innovationen". Das wusste Silberkuhl bereits. Zweitens sagen sie: "Das, was sie da machen ist eine echte Innovation.“ Das weiß Silberkuhl eigentlich auch. Aber schön zu hören war es trotzdem.
"Das war ein tolles Marketing für uns", sagt Silberkuhl. Anfangs habe es einige Skeptiker gegeben. Denen zeigte er, dass er sogar ein Gewinde an einer Metallstange reparieren kann, die er zuvor mit einem Seitenschneider zertrennt hat. "Die waren begeistert."
Macht heil, was kaputt war: Gründer Philipp Silberkuhl mit einem ...   Macht heil, was kaputt war: Gründer Philipp Silberkuhl mit einem Silbertool-Gewinderoller
Damit das nicht nur ihm gelingt, sondern auch allen Käufern eines Silbertool-Werkzeugs, testet Silberkuhl seit Wochen, wie hoch der Toleranzbereich verschiedener Metalle beim Gewinderollen ist. Das bedeutet, dass beispielsweise bei einem gerollten 8,8-Millimeter-Gewinde aus einfachem Stahl eine Mutter auch dann noch passt, wenn das Gewinde bis zu maximal zehn Prozent dicker oder dünner als 8,8 Millimeter ist.
Bei anderen Materialien gibt es wiederum andere Toleranzbereiche, sagt Silberkuhl. Theoretisch gäbe es auch Zahlen zu solchen Toleranzwerten. "Aber die gelten nur für Gewinde, die mit Maschinen gerollt sind", sagt er: "wir haben festgestellt, dass bei unserem Werkzeug andere Wert gelten." Ist halt eine Innovation.
So kann das nicht weitergehen. Seit Wochen schon wachsen Christian Korths Augenringe ungehemmt und mit der Antwort auf die Frage "Welcher Wochentag ist heute?" dauert's bei dem Silbertool-Gründer derzeit auch schon mal eine Sekunde länger.
Da ist hier eine Hausmesse, dort ein Werkzeughändler aus Surinam, der einen Gewinderoller bestellen will, und da die Suche nach besserem Material für ein bestimmtes Bauteil - um nur drei Beispiele willkürlich herauszugreifen. "Es passiert halt vieles auf einmal", sagt Korth.
Mitarbeiter müssen her. Den ersten Praktikanten hat Silbertool seit einigen Wochen. Der hilft Korths Mitgründer Philipp Silberkuhl seit einigen Wochen beim Einkauf, allerdings nur in Teilzeit - parallel zu seiner Diplomarbeit. Seit kurzem assistiert darüber hinaus ein Maschinenbaustudent Silberkuhl bei Versuchen, in denen das Start-up seine Gewinderoller verbessern will.
Hier wäre noch Platz: Silbertool-Gründer Christian Korth sucht ...   Hier wäre noch Platz: Silbertool-Gründer Christian Korth sucht Mitarbeiter
Aber das reicht noch nicht, meint Korth. Auch an seinem Wohnort Erlangen, wo er kürzlich ein zweites Silbertool-Büro eröffnete, braucht er Hilfe. In einer Anzeige auf der Webseite des Studentenmagazins Unicum und einem lokalen Jobbportal sucht er darum seit vergangener Woche Mitarbeiter, die sich um die "Gestaltung der externen Kommunikation" ums "Branding und Coporate Design" oder gar um die "Strukturierung des weltweiten Vertriebs" kümmern könnten.
"Ich war positiv überrascht, wie viele interessante Bewerbungen darauf gekommen sind", sagt Korth. Sechs Gespräche sind schon angesetzt. Welche Aufgaben die Kandidaten, die sich dort vorstellen, letztendlich übernehmen, sei ihm egal, meint Korth: "Wir haben so viele Baustellen - da kann er sich etwas aussuchen."
Wer macht denn so etwas? Diese Frage stellen sich nicht nur enable2start-Sieger Abotic. Auch die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl brauchten einen Produzenten für ihren Gewinderoller. Eigentlich sogar zwei Produzenten, aber der Reihe nach.
Für das aktuelle Modell ihres Werkzeugs kauften Korth und Silberkuhl noch selbst bundesweit Bauteile ein. Die schraubten sie selbst zusammen. Für größere Stückzahlen hatten sie eine Behindertenwerkstatt in der Rückhand - die liegt allerdings gut eine Stunde Fahrt vom Silbertool-Sitz Hannover entfernt.
Bitte zusammenbauen: Ein Silbertool-Gewinderoller samt Ersatzteilen   Bitte zusammenbauen: Ein Silbertool-Gewinderoller samt Ersatzteilen
Jetzt haben die Gründer eine andere Behindertenwerkstatt gefunden, die nur drei Minuten von ihren neuen Firmenräumen entfernt liegt. Dort sollen künftig Produktionen bis zu 5000 Werkzeugen laufen. "Das ist wie eine Verlängerung unsere Büros", sagt Korth.
Noch wichtiger: Die Werkstatt kann den Versand übernehmen. Das machen die Gründer bislang selbst. "Jetzt müssen wir ihnen nur die Lieferscheine geben. Das ist eine Riesenarbeitserleichterung für uns", sagt Korth. Zudem habe die Werkstatt tolle Rabatte bei der Post ausgehandelt. "Die können ein 30-Kilo-Paket zu dem Preis verschicken, den wir für ein Päckchen bezahlen."
Fehlt nur noch eine zweite Produktionsstätte. Eine, die noch größere Stückzahlen schaffen könnte. Und die auch den neu designten Gewinderoller von Silbertool produzieren kann - inklusive Beschaffung aller notwendigen Bauteile. "Dafür brauchen wir jemanden, der alles selbst macht."
  • FTD.de, 07.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 03.12.2010 14:41:36 Uhr   CaWu: Aller Anfang ist schwer

    Kleine Fehler können eine wachsende Firma extrem abrupt abbremsen ;/ Ein anderer großer Punkt sind Lohn und Steuergesichten. Immer wieder geraten Firmen durch eine Steuerzahlung in Schieflage. Wir fahren ebenfalls froh, diesen Punkt kostengünstig abgeben zu können: http://www.lohnexperte.de

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