Sie haben auf Ihrem Blog alle Geschäftszahlen offen gelegt, noch mehr als bei enable2start - Warum?
Vor Gründung von
Yolk hätten wir sonstwas dafür gegeben, echte Zahlen bestehender Jungunternehmen einsehen zu können. Zahlen, die Einblick in die ersten Monate gewähren und die Entwicklung verständlich werden lassen. Zahlen, die Unterschiede zwischen Geschäftsmodellen aufzeigen. Die beispielsweise Wachstums- und Konvertierungsraten von im Freemium-Modell angebotenen Webapplikationen mit Premium-only-Diensten vergleichen. Auf dieser Basis hätten wir eigene Annahmen und Schätzungen auf reale Erfolge und Misserfolge stützen und so sicherer planen können.
Wir fanden solche Zahlen nicht.
Also öffneten wir selbst unsere Bücher, durchaus vorhandene Bedenken hin oder her. Nicht nur unsere Einnahmen und Ausgaben der ersten 20 Monate, sondern auch Kennziffern zu neu erstellten Probeaccounts, zahlenden Kunden, Konvertierungsraten etc.
So wenig allgemeingültig unsere Zahlen sind - jeder Anhaltspunkt kann doch hoffentlich zumindest andere ein bisschen bei der eigenen Planung unterstützen. Darüber hinaus brechen damit eine Lanze für unser Geschäftsmodell: Premium-only in Kombination mit einer 30-Tage-Testversion. Obwohl wir keinerlei Werbung schalten, sondern uns rein auf Produktentwicklung und Service fokussieren, wachsen wir zwar langsam, doch überaus stetig.
Auch im Kleinen kann es gut gehen. Dieses Zeichen senden wir mit der Veröffentlichung nicht zuletzt an unsere Kunden: wir sind gekommen, um zu bleiben.
Legte ihre Bücher offen: Yolk-Gründerin Julia Soergel
Wie waren die Reaktionen?
In einem Wort: überwältigend. Über 100 Kommentare wurden allein auf unserem Blog abgegeben. Blogs Dritter verwiesen auf unseren Beitrag, analysierten die Zahlen, dankten für diesen Input, äußersten sich positiv bis begeistert. Via Twitter und Facebook wurde der Link hundertfach verbreitet. Nicht zuletzt schaffte es der Beitrag auf die US-Plattform
Hackerne.ws - eine wirklich besondere Ehre, diese Newssite ist fast eine Art Heiliger Gral für uns. Wir wurden sogar zu einem Radiointerview beim
RBB eingeladen.
Über 10.000 Besucher (Unique Visitors) riefen den Blogeintrag schlussendlich auf. Für uns viel bedeutender ist jedoch die wirklich positive Art der Resonanz.
Die Resonanz ging nicht nur mit einem Motivationsschub einher, auch unseren Zahlen tat dieser Schritt gut. Im März entschieden sich überdurchschnittlich viele Einzelkämpfer und Unternehmen zu einem Test unserer Online-Zeiterfassung Mite. Nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum, sondern vor allem aus dem englischen.
Was war der größte Erfolg für Yolk im März?
Neben den Reaktionen auf die Veröffentlichung unserer Geschäftszahlen eine weitere, ganz andere Zahl: Unser Duo wird zum Trio werden. Im März konnten wir Gregor Martynus für unser Yolk gewinnen. Gregor wird die Entwicklung von unserer Zeitabrechungssoftware Mite und Yolk ab dem 1. Mai mit vorantreiben. Ein großer Meilenstein für uns, obendrein pünktlich zum zweiten Geburtstag von Yolk.
Wir freuen uns wirklich enorm auf Gregor. Seine Bewerbung war in Form und Inhalt außergewöhnlich (super) und unser Kennenlerntreffen sehr sympathisch. Wir halten ihn für eine ehrliche Haut mit genug Begeisterung, Motivation und Expertise, um ein dritter Yolk-Mitarbeiter zu werden. Dieser frische Kopf wird unseren Nutzern und uns guttun.
Gab es auch Niederlagen?
Natürlich machten uns einige kleinere Probleme zu schaffen. Mein Telefon- und Internetanschluss fiel beispielsweise für 10 Tage aus. Das ärgert und behindert bei der täglichen Arbeit, doch als Niederlage würde ich dies nun wirklich nicht bezeichnen. Schmerzlicher war da schon die Absage eines Bewerbers, den wir als künftige Verstärkung unseres Yolk in die engere Auswahl gezogen hatten. Doch auch dieser Punkt war nicht weiter schlimm, schließlich hat ja nicht Gregor abgelehnt.
Was ist die größte Herausforderung im kommenden Monat?
Yolk muss sich auf den Sprung vom Duo zum Trio vorbereiten - kein triviales Wachstum. Einige Praktiken gilt es anzupassen oder neu einzuführen, doch darf Yolk auf der anderen Seite auch keinesfalls zuviel Speck ansetzen.
Die Antworten gab Yolk-Gründerin Julia Soergel