FTD.de » Management + Karriere » Gründung » Tritt aufs Gaspedal - die 2. Silbertool-Quartalsreportage

Merken   Drucken   01.06.2010, 09:00 Schriftgröße: AAA

enable2start Gründertagebuch: Tritt aufs Gaspedal - die 2. Silbertool-Quartalsreportage

25.05.2010 - Silbertool: Die Gewinderoller-Erfinder haben Kaufinteressenten, eine neue Website und bald vielleicht die erste Großserie. Aber warum dauert das alles so lange? von Claus Hornung
Ein bisschen kahl sieht es noch aus. Zwei Ikea-Regale, zwei Schreibtische, zwei Drucker und ein Stapel Werkzeugkisten. Aber Platz zum Auffüllen wäre noch da im Büro, in dem Silbertool seit Anfang Mai sitzt. Auf 60 Quadratmetern können sich die Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl im Technologie-Centrum Hannover ausbreiten - gut ein Drittel mehr als vorher. Der Hauptbahnhof Hannover liegt nur eine U-Bahn-Station entfernt, einen Garten gibt's auch, und überhaupt: das Ambiente. Vom Büroflur aus blickt man in ein säulenumrahmtes Atrium, mittendrin steht eine Marmorbüste des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz. "Ziemlich repräsentativ", sagt Korth: "Hier bleiben wir länger."
Schluss mit Provisorien - das haben sie sich vorgenommen. "Wir wollen kein Startup mehr sein, sondern ein Unternehmen", sagt Korth. "Das Büro ist ein Teil davon." Ein anderer, wichtigerer Teil ist die Weiterentwicklung ihrer Produkte: ein Werkzeug, mit dem man von Hand Gewinde an Metallstangen reparieren kann, und eines, mit dem man sie neu herstellen kann.
Silbertool-Gründer Christian Korth   Silbertool-Gründer Christian Korth
Anders als ein Gewindeschneider hobelt das Gerät dabei kein Metall ab, sondern verformt es neu - so bleibt das Gewinde präzise und stabil. Weil das bislang nur Maschinen konnten, spart das Silbertool-Werkzeug überall dort Geld und Aufwand, wo Gewinde eingesetzt werden, etwa in Motoren von Autos oder Druckmaschinen.
Die ersten 200 dieser Gewinderoller ließen Korth und Silberkuhl kurz nach Gründung fertigen. Einige verkauften sie an Privatleute, andere gaben sie den Vertriebsleuten des Schraubenherstellers Reyher, die die Werkzeuge mit auf Tour zu ihren Kunden nahmen. Den großen Durchbruch aber erhofften sich die Gründer von der Eisenwarenmesse Anfang März in Köln. Dort wollten sie ein neu designtes Werkzeug präsentieren. Das soll nicht nur besser aussehen, sondern auch besser zu greifen sein und so auch in Situationen einsetzbar, in denen man nur mit einer Hand arbeiten kann.
AUSGABEN, EINNAHMEN, KAPITAL, SCHULDENSTAND
Hier steht die Bilanz von Silbertool für Februar bis April 2010
Irgendwie schafften es die Industriedesigner, die sie beauftragt hatten, in drei Wochen, so ein Gerät zu bauen. Irgendwie schafften es die Gründer genau einen Tag vor Messebeginn, alle Federn, Rollen und Schrauben zusammenzuhaben. Nur um am Abend vor dem großen Ereignis festzustellen: Das Ding klemmt. Eine winzige Metallfeder passte nicht. Quetschen, drücken, feilen - nichts half. Korth formuliert es diplomatisch: "Die Atmosphäre war gereizt."
Schlecht gelaunt packen sie am folgenden Tag das alte Modell auf ihren Ausstellertisch - und sind überrascht. "Es haben sich richtige Trauben um unseren Tisch herum gebildet", sagt Korth. Messebesucher aus Norwegen stehen am Tisch, aus den USA, aus Australien. Das Design interessiert sie kaum, sagt Korth: "Denen reichte völlig, dass wir ein Werkzeug hatten, das funktioniert."
Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl war in Großbritannien auf ...   Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl war in Großbritannien auf Marketingtour
Auch der Chefeinkäufer der Firma Sealy kommt. "Das ist der Würth von England", sagt Silberkuhl. Dem hatte er wenige Wochen zuvor persönlich in Suffolk ein Musterwerkzeug vorgeführt. Jetzt will der Brite ordern: mindestens 1000 Stück. Aber günstig. Günstiger, als es die Gründer leisten können. "Die setzen natürlich Massen um", sagt Korth. "Wer mit den großen Jungs spielen will, muss sich an deren Regeln halten."
Genau da wollen sie hin. Zu den großen Serien. Ein paar Hundert Stück, vielleicht ein paar Tausend. Aber so, wie sie bislang produzierten, geht das nicht. Die erste Serie ließen die Gründer in einer Behindertenwerkstatt zusammenbauen. Aus Einzelteilen, die sie selbst zusammenkauften. Verpackung, Versandkarton, Schmierölfläschchen, Schaumstoffeinlagen, Halterrollen, Gegenhalterrollen, Schraubenziehersets - alles kam von verschiedenen Herstellern. Die hatten sie in monatelangen Recherchen aufgetrieben. Immer unter dem Motto: Geht's vielleicht noch ein bisschen billiger? Denn ihr ganzes Kapital besteht aus Erspartem, Geld von gewonnenen Gründerpreisen und einem Stipendium.
Für ein Werkzeug in einem neuen Design aber bräuchten sie neue Teile. Also noch mal die ganze Sucherei nach Lieferanten? "Dafür haben wir keine Zeit", sagt Korth. Es dauert ­sowieso alles schon so lang. Etwa die Messenachbereitung. 120 Namen von Interessenten hat Korth auf einer Liste stehen. Einem davon, um ein Beispiel zu geben, telefonierte er mehrfach hinterher, bis der überhaupt ein Musterstück bestellte. Einen Termin in dessen Firma hatte Korth erst zwei verschobene Termine und vier Wochen später. "Ich hatte gehofft, dass solche Dinge schneller gehen."
Für die neue Produktion brauchen sie einen Rundum-sorglos-Produzenten, der die einzelnen Bauteile besorgt und dem sie die Serie gegen Vorkasse abnehmen. Dafür bräuchten sie Geld. 50.000 Euro bis 150.000 Euro, schätzt Korth. Nichts für Investoren. "Ein Bankkredit wäre die richtige Finanzierung", sagt er. Die Werkzeuge wären die Sicherheit: "Dafür hätten wir eine Größenordnung, die wir auf jeden Fall verkaufen können."
Ein Gewinderoller von Silbertool. Die nächste Serie soll ein neues ...   Ein Gewinderoller von Silbertool. Die nächste Serie soll ein neues Design erhalten
Frisches Geld, große Serien - sie kommen dem Ziel vom richtigen Unternehmen ein großes Stück näher. Fehlt nur noch ein professionelleres Auftreten. "In unserer Außenwirkung liegen wir hinter dem zurück, was wir schon leisten können", sagt Korth.
Ein Corporate Design bräuchten sie und eine neue Verpackung für die Werkzeugkoffer. Ihre Website haben sie schon überarbeitet. "Das sieht alles zu sehr nach Startup aus", hatte ihnen ein Mentor gesagt. Jetzt steht auf der ersten Seite etwas über die Produkte und die Technik. Das, was dort vorher war, wanderte in Unterrubriken: Teamvorstellung, Namen von Unterstützern und Presseberichte. Und die Liste der Preise, die sie gewonnen haben. Um Gründerpreise wollen sie sich eh nicht mehr bewerben, sagt Korth. Zu aufwendig. Obwohl - die letzte Teilnahme hat sich gelohnt. Da gewannen sie zwölf mietfreie Monate, genau: im Technologie-Centrum Hannover.
Gute Nachrichten aus Skandinavien. Ein norwegischer Händler, den die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl auf der Hannover Messe trafen, hat innerhalb von zwei Wochen fünf Silbertool-Gewinderoller verkauft - und gleich zehn nachbestellt.
Das sei für einen eher kleinen Händler mit einem Jahresumsatz von vielleicht einer Million Euro eine "sehr ordentliche Menge" sagt Korth. Er überlegt jetzt, ob man aus dem Händler einen Vertriebspartner machen könnte. Denn der sei auch extrem engagiert: "Er hat alle Materialien auf norwegisch übersetzt und auf seine Homepage gestellt."
Allerdings ist Norwegen nicht in der EU. Und das heißt: Bestellungen bis 1000 Euro (wie die erste) kann man bequem mit einer Paketkarte dorthin schicken. Bei Bestellsummen zwischen 1000 und 3000 Euro (wie diese), muss man die Warenlieferung online beim Zoll anmelden. "Über 3000 Euro braucht man eine Ausfuhranmeldung und muss sie persönlich beim Zoll vorzeigen", sagt Korth. Ja, das sei ein bisschen umständlich. Dann lacht er auf: "Andererseits würde ich mich freuen, wenn wir uns häufiger mit solchen Problemen beschäftigen müssten."
Arbeitet lieber im Büro als im Wohnzimmer: Gründer Christian Korth   Arbeitet lieber im Büro als im Wohnzimmer: Gründer Christian Korth
Während Silbertool sein Geschäftsfeld ausdehnt, grenzt Korth sein eigenes etwas ein. Künftig wird er häufiger in seiner Heimatstadt Erlangen arbeiten. Das hat er schon vorher immer, wenn er für eine Aufgabe nicht zwingend am Silbertool-Sitz Hannover sein musste. Allerdings vom Home-Office aus, neudeutsch für: eigene Wohnung.
Auf Dauer keine Lösung, meint er: "Da ist es schön, aber man hat zu viel Abwechslung." Darum hat er jetzt Räume gemietet - das offizielle zweite Büro von Silbertool. "Es ist etwas komplett anderes, ob man die Wohnung verlässt, um ins Büro zu gehen, oder nur die Küche."
Philipp Silberkuhl wird im neuen Hannoveraner Büro dennoch nicht an Langeweile leiden. Denn dort haben die ersten Silbertool-Mitarbeiter angefangen: ein Werkstudent für Technik-Versuche und ein Praktikant für Büroarbeiten.
Das zweite enable2start-Quartal von Silbertool
Am 1. Juni erscheint an dieser Stelle die zweite Quartalsreportage von Silbertool - inklusive aller wichtigen Zahlen wie Ausgaben, Umsätze und Kontostand.
War das kompliziert mit den Verpackungen. Lieber maßgeschneidert oder von der Stange? Lieber bedruckt oder mit Aufkleber? Die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl haben sich entschieden.
Ein passgenauer Faltkarton soll es sein. Den wird ihnen ein Unternehmen für rund einen Euro das Stück anfertigen - mit einem Stanzwerkzeug, das die Gründer eigens für knapp 200 Euro haben fertigen lassen.
Bedruckt werden die Kartons nicht. Entweder werden die Kisten in Banderolen gesteckt oder mit großformatigen Aufklebern versehen. Das ist nicht nur günstiger, sondern lässt den Gründern auch Zeit. Denn bald soll Silbertool ein richtiges Corporate Design haben. Der Schriftzug, die Farben - "Das sah alles viel zu handgemacht aus", sagt Korth und lacht: "Das war es ja auch."
Verpacken wie die Profis: Die Gründer Christian Korth und Philipp ...   Verpacken wie die Profis: Die Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl (v.l.)
Aber so langsam soll sich das Startup ja zum ausgewachsenen Unternehmen entwickeln. Da muss alles einen professionellen Eindruck machen. Zur Eisenwarenmesse in Köln hatten sie sich erstmals Flyer von United Design Workers erstellen lassen, den gleichen Industriedesignern, die auch das Design für ihren Gewinderoller überarbeiteten. "Da sah man sofort einen Riesenunterschied", meint Korth. Gestern haben die Gründer entschieden: Das Unternehmen aus Düsseldorf erhält auch den Zuschlag für das Corporate Design von Silbertool "Die kennen uns einfach am besten."
Zugegeben, für repräsentative Zwecke ist der Firmenwagen der Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl nicht perfekt. Der Lack ist nach elf Jahren und 85.000 Kilometern nicht mehr so weiß wie einst. Wo einmal das rechte hintere Seitenfenster war, schützt eine angeschraubte Aluplatte gegen den Fahrtwind. Und richtig sexy seien diese kastenförmigen kleinen Lieferwagen ja sowieso nicht, meint Silberkuhl. Aber dafür könne man mit so einem Wagen prima umziehen: "Da geht alles rein."
Alles, das heißt: Drucker, Schreibtischlampen und sonstiges Büromaterial. Dazu einen Satz Stahlkoffer, in denen die beiden Gründer ihre Gewinderoller transportieren und ein stählerner Tisch mit Schraubstock, an dem sie die Werkzeuge ausprobieren. Kurz: Alles, was bislang im Büro von Silbertool stand. Denn Silberkuhl und Korth haben neue Büroräume.
Alles muss mit: Gewinderoller von Silbertool   Alles muss mit: Gewinderoller von Silbertool
Die sind größer als die bisherigen und obendrein mietfrei, zumindest für zwölf Monate - das war der Gewinn des Gründerwettbewerb Plug & Work, bei dem die beiden zu den Siegerteams gehörten.
Der Zeitpunkt hätte nicht besser passen können. Denn das bisherige Büro wurde ihnen als Teil des Gründerstipendiums Exist kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Förderung lief aber zum 1. Mai aus - ohne Verlängerungsmöglichkeit.
"Wir hätten auch so etwas anderes gefunden. Die Mietsituation ist in Hannover ja nicht wie in München oder Hamburg", sagt Korth. Nur, zum Suchen hatten die beiden bislang noch keine Zeit gefunden - neben Messevor- und nachbereitungen und der Suche nach einem Produzenten für ihr neu designtes Werkzeug. "Das wäre ziemlich knapp geworden", sagt Korth.
Was war der größte Erfolg von Silbertool im April?
Im Nachgang zur Eisenwarenmesse in Köln haben wir viele Werkzeuge an interessierte Händler aus der ganzen Welt versendet und bislang viel positives Feedback erhalten.
Wir konnten als Resultat umfangreicher Versuchsreihen unsere Produkte weiter verbessern. Zum Beispiel verwenden wir bei unserem Reparaturwerkzeug einen speziellen Kunststoff für die gegenhaltenden Rollen. Bei unserer N-Serie, zum Neuanfertigen von Gewinden, konnten wir einige Details wie den Handgriff weiter optimieren.
Ferner hatte unser Stand auf der Hannover Messe eine hervorragende Position. Wie schon auf der Eisenwarenmesse konnten interessierte Besucher dort die Werkzeuge selbst ausprobieren. Wir haben wieder viele interessante Kontakte geknüpft.
Was war die größte Überraschung?
Wir haben sowohl beim Gründercampus Niedersachsen als auch beim Gründungswettbewerb Plug & Work der regionalen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Region Hannover hannoverimpuls gewonnen und bekommen nun für ein weiteres Jahr ein kostenloses Büro in Hannover.
Die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl (v.l.)   Die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl (v.l.)
Und wir waren auch von der Vulkanasche betroffen. Kurz vor Messebeginn steckte mein Mitgründer Philipp Silberkuhl in Serbien fest und musste mit dem Bus zurück nach Deutschland, so dass wir den Messestand auf der Hannover Messe erst in letzter Sekunde aufbauen konnten.
Sehr gefreut haben wir uns auch über mehrere Artikel in der Fachpresse. Zum Beispiel hat die für deutsche Fachhändler wichtige Eisenwarenzeitung gleich auf einer ganzen Seite über uns berichtet.
Gab es auch Rückschläge?
Einige vielversprechende Kontakte der Eisenwarenmesse sind schwer erreichbar. Und dann dauert es manchmal unerwartet lang, mit Ihnen weiter zu kommen. Und einige Erwartungen, die aus Messegesprächen bei uns entstanden sind, haben sich zumindest bislang noch nicht erfüllt. Da hilft nur, am Ball zu bleiben und so schnell nicht aufzugeben.
Was ist die größte Herausforderung im kommenden Monat?
Unsere Designer arbeiten zurzeit an einer Optimierung der neuen Reparaturserie, um das Design endlich fertig stellen zu können. Anschließend werden wir nach Zulieferern für die R-Serie zu suchen, die für einen guten Preis hervorragende Qualität liefern. Das Designerteam arbeitet zudem an einem Corporate Design, denn wir wollen uns möglichst bald vom Start-up-Image verabschieden und uns einen professionellen Auftritt verpassen.
Die Antworten gab Silbertool-Gründer Christian Korth
Vulkanascheprobleme, die zweite. Nicht nur die Pläne von Yolk-Gründerin Julia Soergel wurden durch den Ausbruch unter dem Eyjafjalla-Gletschers durcheinandergewirbelt - noch ein weiterer enable2start-Sieger musste improvisieren. Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl erlebte Abenteuerliches, als er von einem Termin in Serbien zurück nach Hannover wollte.
Das war vorvergangenen Samstag. Am Montag darauf, dem 19. April, startete die Hannover Messe, auf der Silberkuhl und sein Mitgründer Christian Korth ihren Gewinderoller vorstellen wollten. Aschebedingt fiel der geplante Rückflug aus. Um es rechtzeitig zur Messe zu schaffen, nahm Silberkuhl einen Bus. 35 Stunden waren geplant, inklusiver zweier Zwischenstopps in Serbien. Letztlich wurden daraus 40 Stunden.
Schmiert nur an der Werkbank: Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl   Schmiert nur an der Werkbank: Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl
Dreieinhalb Stunden lang stand der Bus an der serbisch-ungarischen Grenze. "Die ungarischen Grenzbeamten sammelten die Pässe ein und kamen erst nach anderthalb 'Stunden wieder", sagt Silberkuhl. Nur, um anschließend den Bus gründlichst zu durchsuchen. Grund für die Schikane: "Wir hatten kein Schmiergeld bezahlt", sagt Silberkuhl. Mindestens fünf Euro pro Passagier sei der übliche Satz, erzählten ihm die Busfahrer: "Die meinten, das wäre hier gang und gäbe."
Am Montag um 16.30 Uhr erreichte Silberkuhl die Messe, buchstäblich auf die letzte Sekunde. Keine zwei Stunden hat er in den zwei Tagen geschlafen, sagt er: Im Bus kann ich das nicht." Und was passierte abends? Fiel er da um wie ein Toter? "Nein", sagt Silberkuhl, "abends musste ich doch netzwerken." Vier bis fünf Stunden pro Nacht schlief er während der fünftägigen Messe. Erst dann kam die Erlösung. "Freitag habe ich mich ins Bett gelegt und 20 Stunden durchgeschlafen", sagt er und grinst: "Ich glaube, ich werde alt."
Das erste enable2start-Quartal von Silbertool
Was bei Silbertool von November 2009 bis Januar 2010 passierte - inklusive aller wichtigen Zahlen wie Ausgaben, Einnahmen und Kontostand.
Stabil sind sie ja, die Stahlblechkoffer, in denen die Gewinderoller von Silbertool stecken. Trotzdem sind die Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl damit nicht zufrieden, denn: "Die kann man schlecht in einem Regal stapeln." Das geht besser mit Kartons. Obendrein kann man auf Kartons noch ein paar wichtige Dinge draufdrucken. Etwa ein Bild auf dem man sieht, was drinsteckt. Und einen Barcode.
Christian Korth klingt fast ein bisschen stolz, als er erzählt, was er sich in den vergangenen Tagen an Fachwissen angeeignet hat. Dass es eine weltweite Datenbank für Barcodes gibt. Dass diese Codes eigentlich Globale Lokationsnummer (GLN) heißen. Und, dass man diese Nummern für Deutschland bei der GS1 GmbH beantragen kann. "Es gibt auch Agenturen, die das gegen Service-Gebühren machen", sagt Korth, "aber das geht so einfach, dass man es selbst machen kann."
Korth kann über vier Ziffern frei verfügen, also 10.000 Artikelnummern vergeben (die 0 zählt mit). Das kostet eine einmalige Gebühr von 330 Euro plus eine jährliche von 150 Euro. "Die sind ganz schnell aufgebraucht", sagt Korth. Schließlich braucht nicht nur jeder Gewinderoller eine Nummer, sondern auch jedes Ersatzteil.
Sollen eingepackt werden: Stahlkoffer mit Silbertool-Werkzeug   Sollen eingepackt werden: Stahlkoffer mit Silbertool-Werkzeug
Dann kommen die Kartons. Die gibt es unterschiedlichen Stärken. Man kann sie digital bedrucken lassen. Oder im Offset-Druck. Das sähe wesentlich besser aus, meint Korth. Ist aber auch deutlich teurer. Am billigsten sind Aufkleber. Und schließlich stellt sich noch die Frage, ob man einen Karton "maßanfertigen" lässt, in den der Gewinderoller exakt hineinpasst, oder einen "von der Stange" nimmt, der mit Füllmaterial aufgefüllt wird.
Die teuerste Variante (maßgeschneiderter Karton, vierfarbiger Offsetdruck) koste bis zu vier Euro pro Werkzeug, sagt Korth. Er schluckt. Denn die Gründer wollen die derzeitigen Endpreise ihres Gewinderollers nicht deswegen erhöhen. "Das ist viel Geld", sagt er: "Für etwas, das das Produkt selbst ja nicht besser macht."
Außer vielleicht, dass das Produkt so auch Käufer findet. Und das wäre ja schon etwas wert.
War ja eigentlich eine schöne Idee, das mit dem Clipsystem. Das hatten die Silbertool-Gründer Christian Korth und Philipp Silberkuhl sich von den Designern ihres neuen Gewinderollers gewünscht. Die Idee: wer für unterschiedliche Arbeiten die Rollen an dem Werkzeug auswechselte, sollte es in Zukunft noch leichter haben. Statt die Rolle festschrauben zu müssen, sollte man sie mit einem einzigen Klick anbringen können.
Dumm nur, dass das System nicht funktionierte, als der erste Prototyp fertig war - zur Kölner Eisenwarenmesse, die kurz darauf begann, mussten Korth und Silberkuhl mit den Vorgängermodellen antreten. Inzwischen wissen sie: auch langfristig wird es nichts mit dem Klick. Denn die Bauteile, die dafür notwendig wären, müssten sie eigens anfertigen lassen. Und das kostet das zwei- bis dreifache von einem Drehsystem. "Die andere Technik brächte dem Anwender nicht einen so großen Nutzen, dass ihm das einen höheren Preis wert wäre", sagt Korth und fügt schnell hinzu: "aber das Schrauben ist auch nicht so umständlich. Das geht von Hand, ohne Schraubenzieher."
Muss nachgebessert werden: der neu designte Gewinderoller von ...   Muss nachgebessert werden: der neu designte Gewinderoller von Silbertool
Ärgerlicher sei eher die verschwendete Zeit und Entwicklungsarbeit, meint Korth. Wie so oft, wenn man sich in eine Idee erst einmal verliebt hat: "Vielleicht haben wir uns da einen zu großen Kopf gemacht." Jetzt müssen die Designer nochmals ran. Auch das schafft neue Kosten.
Zur Hannover Messe, die kommenden Montag startet, werden Korth und Silberkuhl jedenfalls erstmal wieder mit dem bisherigen Modell antreten. Aber das stört die beiden nach ihren Erfahrungen mit der Kölner Messe nicht mehr, sagt Korth: "Zurzeit erhalten wir jeden Tag mehrere Bestellungen von Leuten, die uns dort gesehen haben."
Die Kölner Eisenwarenmesse, auf die Sie lange hinarbeiteten, ist vorbei. Wie ist es gelaufen?
Sehr gut, unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Unser Stand war rund um die Uhr besucht. Wir haben über 120 Kontakte geknüpft, darunter waren mehr als 70 Händler. Die Interessenten waren begeistert von unseren Werkzeugen, die sie am Stand selbst ausprobieren konnten. Viele waren erstaunt, dass es so etwas bislang noch nicht gegeben hat. Wir haben an Händler aus Messekontakten rund 15 Muster verkauft - nun hoffen wir natürlich auf richtige Absatzmengen.
Was ist jetzt ihre wichtigste Aufgabe?
Die Aufarbeitung der Kontakte von der Messe. Da darf man nicht den Überblick verlieren. Wir müssen unsere Zeit optimal managen, um Kundenbesuche und andere Aufgaben sinnvoll zu koordinieren. Ein weiterer Punkt ist, größere Fertigungsmöglichkeiten zu organisieren, sodass wir kurzfristig auf größere Anfragen reagieren können. Weil unser Produkt so neu ist, sind auf der Messe viele Fragen aufgetreten, daher arbeiten wir intensiv daran, Videos zu erstellen, die die Funktionsweise darstellen. Auf unserer Homepage sind schon jetzt einige neue Videos mit Anwendungsbeispielen zu finden.
Sollen in die Massenfertigung: Werkzeuge von Silbertool   Sollen in die Massenfertigung: Werkzeuge von Silbertool
Was war der größte Erfolg für Silbertool im März?
Auf jeden Fall die Messe mit den vielen begeisterten Menschen an unserem Stand. Auch die Zahl der verkauften Werkzeuge hat in den letzten Wochen immer weiter zugenommen. Die Vielzahl wertvoller Kontakte zu Fachhändlern, Einkaufsverbänden, Vertriebsgesellschaften und Distributoren weltweit stimmt uns äußerst optimistisch, da das Interesse an einer Zusammenarbeit sehr hoch ist. Branchenkenner versprachen unseren Produkten auf der Messe wegen der neuartigen Reparaturmöglichkeiten und den damit verbundenen Einsparmöglichkeiten sehr großen Erfolg.
Was war der größte Rückschlag?
Der neue R-Serien-Prototyp funktionierte nicht wie geplant bereits zur Messe. Das hat uns gezeigt, dass man nicht davon ausgehen sollte, dass Dinge, die theoretisch funktionieren, es auch in der Praxis tun. Man muss sehr auf die Details achten und beim Produktdesign können wir nur jedem empfehlen: Keep it simple!
Die Antworten gab Silbertool-Gründer Christian Korth
Das Leben kann so einfach sein. Da wird man auf einer Messe angesprochen und bekommt kostenlos die Idee für einen neuen Einsatz des eigenen Produkts geliefert. So geschehen auf der Eisenwarenmesse vor ein paar Wochen. Ein Heizungsbauer hat Silbertool-Gründer Christian Korth angesprochen und ihm direkt ein Exemplar des Gewinderollers abgenommen. Richtig glücklich sei der gewesen, sagt Korth, dass es endlich eine solche Lösung gibt.
Hilft jetzt auch Heizungsbauern: das Silbertool-Werkzeug   Hilft jetzt auch Heizungsbauern: das Silbertool-Werkzeug
Das Problem zur Lösung: Gewindestangen. Die werden am laufenden Meter geliefert und müssen jedes Mal entsprechend zurechtgeschnitten werden, um damit Rohre an Wänden oder Decken zu befestigen. Dazu nutzt der Installateur entweder ein teures Spezialwerkzeug oder aber eine Flex beziehungsweise eine Eisensäge. Die sind zwar deutlich preiswerter, haben aber auch einen entscheidenden Nachteil. Das Gewinde ist beschädigt, die Mutter passt nicht mehr, das Zurechtfeilen dauert. Kein Problem mit dem Silbertool-Werkzeug. Damit lässt sich das Ende einfach ausbessern.
Ein ganz neuer Markt erschließe sich da, sagt Korth. Schließlich werde das Werkzeug damit interessant für alle, die Rohre verlegen, ob an der Heizung, der Kühlanlage oder an sonstigen Orten. "Also auf jeder Baustelle", sagt Korth.
Um die Anwendung bekannt zu machen, haben Korth und Mitgründer Philipp Silberkuhl ein Video gedreht, das die Anwendung erklärt. Und, vielleicht noch wichtiger, der Ideengeber, der Heizungsbauer von der Messe, will Werbung für sie machen und die Neuigkeit unter seinen Kollegen verbreiten.
Hektik bedeutet: Man ruft nach einer Messe einen der Kontakte an einem Freitag an, und erhält die Antwort: "Ich könnte sie nächsten Montag treffen - oder erst wieder in mehreren Wochen."
So passierte es Silbertool-Gründer Christian Korth, als er mit einem mittelständischen Einkaufsverband sprach. Der hat nicht nur jede Menge mittelständischer Händler unter seinem Dach, sondern sogar eine eigene Werkzeuglinie. "Das ist für uns eine große Sache."
Dumm nur: Korth, der zwischen seinem Wohnort Erlangen und dem Silbertool-Sitz Hannover pendelt, war gerade in Norddeutschland, um ein Gründerforum zu besuchen, das die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und der enable2start-Partner UnternehmerTUM veranstalteten. In Hamburg.
Anzüge für jede Himmelsrichtung: Silbertool-Gründer Christian Korth   Anzüge für jede Himmelsrichtung: Silbertool-Gründer Christian Korth
"Dafür hatte ich aber keinen Anzug mitgenommen", sagt Korth. Das hieß: Samstagvormittags die Veranstaltung schwänzen, einen neuen Anzug besorgen, zum Ändern bringen, wieder zurück zur Veranstaltung und abends den geänderten Anzug abholen. Sonntags baute Korth die Silbertool-Präsentation am Rechner um, um montags früh mit einer maßgeschneiderten Variante zum Einkaufsverband zu fahren.
Glücklicher Zufall: Dort konnten Korth und sein Mitgründer Philipp Silberkuhl mit einem richtig guten Schraubstock arbeiten. Mit dem klemmen sie Eisenstangen fest, an denen sie ihren Gewinderoller vorführen. Das Gerät, das sie bisher verwandten, war allerdings ziemlich wackelig. Nach langem Hin und Her kauften sie sich am vergangenen Donnerstag endlich für 200 Euro einen 7,5 Kilo schweren Qualitäts-Schraubstock- einen Tag vor dem Anruf vom Einkaufsverband.
Das Schleppen und die Hektik lohnten sich: "Der Termin ist sehr gut gelaufen", meint Korth. Auch, wenn es noch keine konkreten Zusagen gab: "Das kann man bei einem solche großen Verband nicht gleich erwarten." Um künftigen Stress aber etwas abzufedern, hat Korth seinen neuen Anzug im Hannoveraner Büro gelassen. "Dann habe ich auch einen Anzug im Norden", sagt Korth und grinst. Für alle Fälle.
Messe vorbei, Stress vorbei? Von wegen. Nach dem Ende der Kölner Eisenwarenmesse müssen die Silbertool-Gründer Unternehmer anrufen- und schreiben, die sie dort getroffen haben. Sie verschicken Werkzeuge, die Messebesucher bestellt haben. Und sie lassen Flyer drucken.
Flyer? Hatten die Gründer nicht eigens für die Eisenwarenmesse neue Flyer drucken lassen? "Das stimmt", sagt Korth, "aber in Köln haben wir gesehen, welche Fragen die Leute haben." Die werden jetzt beantwortet. Etwa die, ob man beim Neuanfertigen von Gewinden mit dem Silbertool-Werkzeug das Metall überformen kann (Man kann nicht).
Zudem kommt ein weißes Kästchen in die Broschüren. Wichtig für Händler, die ihren Kunden einen Silbertool-Flyer mitgeben wollen. "Die können dann den Namen ihrer Firma hineinstempeln", sagt Korth.
Eben noch auf der Messe, jetzt schon wieder: Gewinderoller von ...   Eben noch auf der Messe, jetzt schon wieder: Gewinderoller von Silbertool
Obendrein werden die englischen Texte geändert. Waren die bislang britisch abgefasst, favorisieren die Gründer nun eine international mutmaßlich kompatiblere amerikanische Version. Obendrein werden die Texte kürzer und sloganhafter.
Aus "SilberTool repairs external threads on any position using a non-cutting method" wird beispielsweise: "Patent pending SilberTool hand tools feature: - non-cutting method - direct application at damaged section - cold forming to harden thread surface"
Schon in wenigen Wochen können sich die Gründer davon überzeugen, wie gut die neuen Flyer ankommen. Dann ist nämlich Hannover Messe. Deren Publikum sei zugegebenermaßen deutlich weniger ihre Zielgruppe als das der Kölner Messe, sagt Korth. Aber außer dem Reiz, dort günstig auf einem Stand stehen zu können, neben lauter Uni-Ausgründungen aus Niedersachsen, gibt es auch einen nostalgischen Grund für die Teilnahme.
Im vergangenen Jahr stellten Korth und Silberkuhl auf dieser Messe erstmals ihren Gewinderoller vor. "Das hat uns den Impuls gegeben zu sagen: Das ziehen wir durch. Ich habe danach meinen Job gekündigt", sagt Korth und lächelt: "dieser Messe haben wir emotional viel zu verdanken."
Was hatten die Silbertool-Gründer für einen Stress in den Tagen vor der Kölner Eisenwarenmesse. Flyer besorgen, Roll-up-Poster besorgen, den Stand aufbauen. Und - das wichtigste – den neu designten Gewinderoller anfertigen zu lassen. Zeitlich war das ein ganz schöner Balanceakt. Auch, weil die Einzelteile alle von verschiedenen Herstellern kamen: die Gehäuse, die Rollen, die Federn. Umso größer die Erleichterung bei Christian Korth und Philipp Silberkuhl, als einen Tag vor Messebeginn alle Teile da waren. Und umso größer die Frustration, als sie die Teile zusammenbauen wollen und feststellten: Es klemmt.
Die Feder ließ sich nicht einbauen. Stundenlang überlegten sie und feilten sie - im Wortsinne. "Wir wollten es unbedingt zum Laufen kriegen", sagt Korth: "die Stimmung war etwas gereizt."
Wolle kaufe Werkzeug? Für Gründer Christian Korth war die ...   Wolle kaufe Werkzeug? Für Gründer Christian Korth war die Eisenwarenmesse ein voller Erfolg
Schließlich geben die Gründer auf, gehen mit einem etwas unguten Gefühl die Messe - und werden positiv überrascht." Den Besuchern reichte völlig, dass das vorhandene Werkzeug funktionierte", sagt Korth.
Glück hatten die Gründer auch mit der Platzierung ihres einen Quadratmeter großen Tisches. Der befand sich auf der Fläche vom Fachverband Werkzeugindustrie zum einen in der Halle mit Werkzeugen aus Europa und Deutschland - "in vielen anderen Hallen gab es nur Produkte aus Asien". Zum anderen war er nah am Hauptgang, sagt Korth: "Das ist wie beim Einzelhandel: die Lage ist unheimlich wichtig."
Trauben von Menschen hätten sich an ihrem Stand gebildet, erzählt er begeistert. Darunter befand sich der Betriebsleiter einer deutschen Abzieher-Produktion, der sofort ein Werkzeug kaufte, um Gewinde auszubessern, die in seiner Produktion nicht sauber genug ausgeformt wurden. Auch ein australischer Händler war interessiert, ein französischer Händler und der Einkäufer eines spanischen Werkzeugproduzenten, der meinte, er könne 10.000 Gewinderoller gebrauchen.
120 Leads, Adressen von potenziellen Geschäftspartnern, konnten die Silbertool-Gründer mit nach Hause bringen, sagt Korth: "Jetzt müssen wir uns erstmal sortieren."
  • FTD.de, 01.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 28.04.2010 11:15:20 Uhr   Michael: Wegelagerei im 21.Jahrhundert in Ungarn, Mitg...

    Ich kann dem obigen Bericht nur zustimmen, da ich mit meiner Geschäftspartnerin genau das gleiche bei einer Busfahrt von Serbien nach Deutschland erlebt habe. Auch wir waren wegen der Vulkanasche gezwungen unsere Rückreise mit dem Bus anzutreten.
    Unser Erlebnis mit den ungarischen Zollbeamten:
    Der Busfahrer informierte uns über Mikrofon, dass die ungarischen Zollbeamten unseren Bus nun genau untersuchen werden. Wir sollten alle aussteigen und uns in einen extra Raum gehen und uns alle ruhig verhalten. Eine willkürliche Liste aller Busgäste wurde benutzt um einige Fahrgäste besonders zu kontrollieren.
    Wir haben darauf hin mit dem Busfahrer gesprochen und uns erkündigt, ob solche Vorkommnisse öfters vorkommen.
    Über die Antwort des Busfahrers waren wir jedoch sehr erstaunt. Laut Busfahrer, wurde der Lohn der ungarischen Zollbeamten gekürzt – daraufhin kommt es nun täglich bei fast allen Bussen vor, dass die Zollbeamten beim einsammeln der Pässe erwarten, dass in den Pässen etwas Geld (ca.5€) für die armen Zollbeamten gelegt wird. Ist dann kein Geld bei den Pässen, werden die Busse dann einfach willkürlich festgehalten und besonders lange kontrolliert.
    Dreist ist es dann jedoch, dass der Zoll Zettel verteilt, in denen er davor warnt, dass die Busfahrer oder Reiseführer von den Passagieren Geld verlangen, wodurch es angeblich zu einer besonders schnellen Abfertigung kommen wurde. (Zettel vom Zoll liegt vor)
    Der Busfahrer versicherte uns, dass wir ruhig alle Busfahrer fragen könnten, anfangs habe man sich beschwert, doch dadurch wurden die Zeiten der Überprüfung nur noch verlängert. nach über 3 Stunden Schikane vom ungarischen Zoll, durften wir endlich weiterfahren.
    Gäste des Busses, die diese Reise öfters unternehmen, bestätigten uns, dass es jedes Mal zu einer derartigen Aktion bei den ungarischen Zollbeamten kommen würde.
    Wir sind der Meinung, dass es in einem Land der EU nicht sein darf, dass Zollbeamte im Jahre 2010 Wegezölle (wie im Mittelalter) verlangen, um damit ihr Gehalt aufzubessern.
    Doch leider scheint dies die aktuelle Realität in Ungarn zu sein. Es ist leider davon auszugehen, dass nach dem politischen Rechtsruck diese Grenzschikane noch zunehmen wird.

Kommentar schreiben Pflichtfelder*




  Fragen über Fragen Haben Sie gut aufgepasst 2011?

Welche Ratingagentur entzog den USA das "AAA"? Wie lautet die autorisierte Biografie von Steve Jobs? Haben Sie das Weltgeschehen in diesem Jahr nur sporadisch verfolgt oder sind Sie ein News-Junkie? Testen Sie Ihr Wissen im FTD-Quiz!

Mit Steve Jobs verstarb 2011 ein als Genie gefeierter Unternehmer. Wie lautet der Titel der von Walter Isaacson verfassten, autorisierten Biografie des Apple-Gründers?

Fragen über Fragen: Haben Sie gut aufgepasst 2011?

Alle Tests

  28.02.2011 Auf Wiederhören!

Der FTD-Audio-Service stellt seine Nachrichten-Podcasts wegen technischer Probleme ein. Danke für Ihr langjähriges Interesse. Weiterhin abrufen können Sie die aktuellen Business-English-Podcasts. mehr

  Bilderserie Wettbewerb enable2start Impressionen der Gründergala

Bilderserie

  09.02. Kopf des Tages Shah Rukh Khan - Bollywood-Promi auf Eroberungstour
Kopf des Tages: Shah Rukh Khan - Bollywood-Promi auf Eroberungstour

Er hat mehr Fans als Brad Pitt und Johnny Depp zusammen. Doch wenn Indiens Star zur Berlinale kommt, geht es um Geschäft statt Glanz: Bollywood will die Welt erobern. mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote