Eine Tür aufzuklinken, scheint so einfach - nicht für einen Rollstuhlfahrer. Nick Manseder und Albrecht Karlusch haben nun einen automatischen Türöffner entwickelt, in Behindertenhaushalten, Krankenhäusern und Behörden für Abhilfe sorgen soll.
enable2start Gründertagebuch:Türen auf für Rollstuhlfahrer
Eine Tür aufzuklinken, scheint so einfach - nicht für einen Rollstuhlfahrer. Nick Manseder und Albrecht Karlusch haben nun einen automatischen Türöffner entwickelt, in Behindertenhaushalten, Krankenhäusern und Behörden für Abhilfe sorgen soll. von Claus Hornung
Manche Dinge scheinen so einfach. Eine Tür öffnen, beispielsweise: Klinke runter, Tür aufmachen, fertig.
Es sei denn, man sitzt im Rollstuhl. Dann fährt man nah an die Tür heran, drückt die Klinke, fährt in eine andere Position, um die Tür einen Spalt öffnen zu können, dann noch einen Spalt, und noch einen – jedes Mal verbunden mit einem Positionswechsel. Und nach dem Durchfahren beginnt das Spiel von vorn, schließlich muss man die Tür ja auch wieder verschließen.
Der Wiener Nick Manseder weiß, wie viel Aufwand das bedeutet, denn seine Mutter sitzt im Rollstuhl. In Krankenhäusern oder Pflegeheimen gibt es zwar schon elektrische Türen. Aber um die zu installieren, braucht man einen Elektriker, muss Leitungen verlegen und viel Geld ausgeben. Das will Manseder ändern. Sein Start-up Abotic hat einen automatischen Türöffner konstruiert, den jeder Laie innerhalb von Minuten an jeder regulären Tür anbringen kann.
Und wieder entfernen – denn die einzige Befestigung besteht aus Tesastrips. Wird die Türklinke herunter gedrückt, erfassen Sensoren am kastenförmigen Öffner die Erschütterung. Bei richtiger Einstellung genügt bereits ein Händeklatschen, um die Erschütterung auszulösen. Zeitverzögert öffnet sich die Tür – und fällt automatisch nach einiger Zeit wieder ins Schloss.
Für rund 900 Euro pro Stück wollen Manseder und sein Team ihren Türöffner verkaufen. Pflegeheime und Krankenhäuser sind ebenso Zielgruppe wie Privathaushalte.
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