Auch mit den Funkmodulen, die für die Fernbedienung gebraucht werden, gab es Probleme. Einige waren so sensibel eingestellt, dass sie Brandmelder oder Feuerlöscher auslösen könnten, andere funktionierten gar nicht. Mit Sonntags- und Nachtschichten schafften es die Abotic-Techniker, rechtzeitig fertig zu werden.
Aber sie merkten: Das muss anders laufen. "Wenn schon 20 Geräte so einen Aufwand bedeuten, können wir nur zusammenbauen und haben keine Zeit, die Technik weiterzuentwickeln", sagt Produktionschef Martin Pelikan. "So kommen wir auf keinen grünen Zweig."
Ein Abotic-Türöffner
Er rennt offene Türen ein. Denn auf Dauer würden Manseder auch die Bauteile, die Abotic selbst herstellt, nicht ausreichen. Er greift eine Kunststoffgussform, deutet auf haarfeine Risse, fährt mit dem Finger über kaum sichtbare Kanten. "Der Kunde sieht das nicht", sagt er. Die Produkte seien schon gut. Aber gut ist eben nicht perfekt: "Ein 90-Grad-Winkel muss 90 Grad haben und nicht 89,9 Grad."
Ein externer Produzent muss her. Die Eigenproduktion hatten sie ohnehin nur aus Geldmangel aufgezogen. Lange arbeiteten die Abotic-Techniker ohne Bezahlung - darauf vertrauend, dass sie ihr Gehalt erhalten, wenn Geld da ist. "Anfangs hatten wir keine Wahl", sagt Manseder. Ende 2009 aber bewilligten eine Bank und eine Forschungsförderung insgesamt 1,25 Mio. Euro. Jetzt hat er die Wahl - und sucht eine Firma, die die nächste Serie produzieren soll.
Jede Menge Baustellen
Als gäbe es sonst nichts zu tun. Schließlich braucht ein marktreifes Unternehmen einen marktreifen Auftritt. Dazu gehört ein aussagekräftiges Logo. Das erste hatten Manseder und sein Mitgründer Albrecht Karlusch in der Gründungsphase für 29 Euro im Internet erstanden. Damals reichte ein einziges Kriterium: blau. "Die Farbe ist auch auf Schwarz-Weiß-Kopien noch gut erkennbar", sagt Manseder, "außerdem habe ich gelesen, dass Blau bei Männern und Frauen gleich gut ankommt."
Jetzt soll es professioneller werden. Sie beauftragen eine Werbeagentur, ein neues Logo zu entwickeln - und haben auf zwei DIN-A4-Seiten zusammengefasst, welche Assoziationen dieses wecken soll, etwa "Menschlichkeit", "Barrierefreiheit" und "innovativer Geist".