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  Gründertagebuch FTD-Serie: Originalverpackung - Die Story von Epyxs

Mario T. Cameron will Produktfälschern das Handwerk legen. Mit einer Technologie, die beim Druck auf Verpackungen eine Kennzeichnung hinterlässt, die so unverwechselbar ist wie ein Fingerabdruck.

Merken   Drucken   28.11.2007, 12:26 Schriftgröße: AAA

Gründertagebuch: Fragen Sie die Experten

28.11.2007 - Epyxs: Eigentlich möchte Mario T. Cameron nur gründen. Aber noch immer ist die Frage nach der Gesellschaftsform ungeklärt. Und der richtige Umgang mit den Patenten ist auch nicht einfach zu regeln. von Claus Hornung
Drei Stunden dauerte der Anwaltstermin von Mario T. Cameron, Slavi Bonev und Bernhard Wirnitzer. Gesucht wurde eine Antwort auf die Frage: Wie gründen wir richtig?
Ein vermeintlich schwieriges Thema entpuppte sich als unproblematisch: Die Patente. Die Frage, ob diese in Privatbesitz bleiben oder der neuen Firma Epyxs gehören sollen, braucht nicht vorab geregelt zu werden, erklärte der Fachanwalt für Gesellschaftsrecht. "Wir können erst gründen und diese Frage noch in den nächsten Wochen klären", sagt Cameron. "Ich ärgere mich ein wenig. Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir schon längst gründen können."
Zweiter Punkt: die Gesellschaftsform. Von einer AG hatte der Anwalt schon im Vorfeld abgeraten. "Das ist zu aufwendig. Und es ist nur erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. Bei einer GmbH ist es umgekehrt", meint Cameron.
Doch wie sollen die Anteile geregelt werden? Denkbar wären, dass Camerons Mitgründer statt Geld ihre Patente einbringen, eine so genannte Sacheinlage. Dafür müssten sich zunächst die Gründer auf den Wert der Patente einigen.
Mario T. Cameron, Epyxs   Mario T. Cameron, Epyxs
"Kapitalrücklage"
Aber: Geht die GmbH insolvent, bestimmt ein Gutachter den Wert der Sacheinlagen. Sieht der beispielsweise den Wert einer Einlage, die die Gründer mit 100.000 Euro berechnet haben, nur bei 10.000 Euro, müssen 90.000 Euro nachgezahlt werden. "Viel zu gefährlich", sagt Cameron, "wir machen eine ordentliche Bargründung."
Um die Patente trotzdem an Epyxs zu binden, gibt es eine weitere Möglichkeit, erfuhr Cameron, eine "Kapitalrücklage". "Dann kann Professor Wirnitzer sagen: Ich stelle die Patente der Firma zur Verfügung, die sind soundsoviel wert und dafür möchte ich soundsoviel Zinsen pro Jahr haben. Wenn die Firma Gewinn macht, zahlt sie. Wenn sie keinen Gewinn macht, ruhen die Patente."
Weil Epyxs in der ersten Zeit nicht mit Gewinnen rechnet, empfahl der Anwalt obendrein, eine GmbH & Co. KG zu gründen. "Dann könnte ich von den Verlusten der Firma auch bei meiner privaten Steuerzahlung profitieren", weiß Cameron. Doch aus eben diesem Grund war er skeptisch.
Steuerlicher Beigeschmack
"Klingt das nicht so, als ob man etwas verschleiern möchte?" "Das ist heute anders" - entgegnete der Anwalt. Vielmehr beweise der Gründer einer GmbH & Co. KG, "dass er sich Gedanken gemacht habe."
Am gleichen Tag gab es ein weiteres Treffen. Diesmal mit Camerons Berater vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft (RKW). Und diesmal mit einer anderen Meinung zur GmbH & Co. KG.
"Um Gotteswillen!" rief der Berater. Jede Möglichkeit, privates Geld mit Firmengeld zu vermischen, hätte einen Beigeschmack und klänge nach einem Versuch, das Finanzamt zu beschummeln. Für einen akademischen Spinoff völlig unmöglich. "Eine anständige Firma ist eine GmbH oder eine AG. Punkt."
Jetzt wird Epyxs wohl eine GmbH werden, sagt Cameron: "Wenn ich jedes Mal erklären muss, warum wir keine GmbH sind und die Leute das suspekt finden, habe ich auch nichts gewonnen. Ich kann keine ganze Branche ändern."Sicherheitshalber hat er aber noch eine Mail an seinen Gesellschaftsrechtsanwalt geschrieben: Was er von der Meinung des RKW-Beraters hielte? So von Experte zu Experte.
  • FTD.de, 28.11.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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