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  Gründertagebuch FTD-Serie: Originalverpackung - Die Story von Epyxs

Mario T. Cameron will Produktfälschern das Handwerk legen. Mit einer Technologie, die beim Druck auf Verpackungen eine Kennzeichnung hinterlässt, die so unverwechselbar ist wie ein Fingerabdruck.

Merken   Drucken   14.11.2007, 10:31 Schriftgröße: AAA

Gründertagebuch: In bester Gesellschaft

14.11.2007 - Epyxs: Mario T. Cameron will endlich offiziell gründen. Nun beschäftigt ihn die Frage, welches für Epyxs die passende Gesellschaftsform ist. AG oder GmbH? von Claus Hornung
Die heiße Phase der Gründung beginnt. Bislang war S2i eine Technologie, für die Mario T. Cameron Marktchancen sondierte. In den nächsten Wochen soll die dazugehörige Firma Epyxs entstehen.
Dafür hat er sich Unterstützung geholt. "In einem Bereich, in dem man über sechsstellige Investitionen redet, darf man nicht schlampig sein." Beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft (RKW) hat er sich einen Existenzgründungsberater besorgt. "Das ist nicht McKinsey oder Boston Consulting, es sind bodenständige, erfahrene Leute", sagt Cameron, 200 Euro hat er investiert, dafür erhält er fünf Beratertage.
Im ersten Gespräch ging es um die Patente der S2i-Technologie, die Bernhard Wirnitzer und Slavi Bonev halten. "Möglichkeit eins wäre: Die Firma kauft die Patente. Die zweite: Die Patente kommen als Einlage in die Firma. Oder drittens: Die Firma lizensiert die Patente - aber wie viele Jahre? Exklusiv?"
Cameron wäre am liebsten, Wirnitzer und Bonev hielten zumindest die vier Kernpatente als Privatpersonen und entrichteten die 5000-10.000 Euro jährliche Wartungsgebühr. "Dann ist es günstiger für die Firma, die muss dann nur eine Jahresgebühr entrichten." Aber: Für Venture-Capital-Geber wäre es attraktiver, wenn die Patente als Masse in der Firma blieben.
Mario T. Cameron will für fälschungssichere Verpackungen sorgen - ...   Mario T. Cameron will für fälschungssichere Verpackungen sorgen - mit seiner Neugründung Epyxs
AG oder besser GmbH?
Zweites Thema ist die Gesellschaftsform. Cameron favorisierte ursprünglich eine AG. Schon aus Prinzip. "Ich möchte keine Sozialabgaben entrichten", sagt er. Dazu aber seien geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH inzwischen gesetzlich verpflichtet. "Ich glaube nicht, dass ich davon jemals etwas zurück erhalte."
Seine Stimme wird lauter: "Diese künstliche Konstruktion hat man doch nur gesucht, weil die Kassen leer sind. Das finde ich nicht richtig. Ich bin Unternehmer. Ich hafte mit meinem Kapital." Er seufzt: "Vielleicht bin ich zu sehr Kapitalist."
AGs hingegen sähen seriös aus und können durch Aktienverkäufe Kapital generieren. "Aber das Thema Corporate Governance ist ein Nachteil. Als Aufsichtsrat hat man sich früher einmal im Jahr getroffen, das war eine Kaffeeveranstaltung", sagt Cameron. "Da kam man mit einem Gehalt von vielleicht 5000 Euro pro Jahr hin."
Gegen die AG
Heute hingegen hafteten die Aufsichtratsmitglieder für ihre Empfehlungen - und ließen sich diese Pflichten etwas kosten. "Ich glaube kaum, dass das heute ein Topmann für weniger als 500 Euro die Stunde macht."
Und auch die laufenden Kosten sprächen gegen die AG. "Wirtschaftsprüfer und Steuerberater haben viel mehr Arbeit, weil es mehr Formalia gibt." Ein befreundeter Gesellschaftsrechtsanwalt empfahl Cameron daher die GmbH als Gesellschaftsform. Und wahrscheinlich läuft es darauf auch hinaus, sagt Cameron. "Ich bin nicht beratungsresistent".
  • FTD.de, 14.11.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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