Jan Rosenkranz will zwei Bedürfnisse moderner Menschen gleichzeitig befriedigen: Schnell zubereitete Mahlzeiten, die dennoch gesund sind. Sein Bio-Restaurant Nat soll sich zu einer bundesweiten Kette entwickeln.
16.05.2008 - Nat: Biorestaurant-Chef Jan Rosenkranz lässt jetzt auch außerhalb kochen. Bei einem Gourmet-Festival und auf Firmen-Events. Das soll nicht nur zusätzliche Einnahmen, sondern auch Publicity bringen. von Claus Hornung
Sommerliche Temperaturen in Deutschland. Wer immer kann, verlässt seine vier Wände. Das gilt auch für Nat. Vom 20. bis 29. Juni gibt es die Speisen aus dem Bio-Restaurant auch auf dem Hamburger Rathausmarkt. Dann läuft dort das Gastronomiefest "Hamburg verwöhnt". Jan Rosenkranz wurde von seinem Großhandelspartner gefragt, ob er mit ihm gemeinsam ein 100-Quadratmeter-Zelt betreiben wolle. Rosenkranz sagte spontan zu. Und stellte fest: "Das ist logistisch gar nicht so anspruchslos."
Bald im Außeneinsatz: Die Nat-Küche
Gebührenfreie EM-Spiele
Wo steht die Kühlung, wie bewirbt man das Ganze und wo parken die Lieferfahrzeuge, wenn doch das Gelände großflächig gesperrt wird? Das sind nur einige der Fragen, die zu klären sind. Und weil zu der Zeit gerade die Fußball-EM läuft, hat Rosenkranz einen Praktikanten bei der ausrichtenden UEFA in der Schweiz anrufen lassen. "Der hat in radebrechendem Französisch geklärt, ob man einen Beamer betreiben darf, ohne Gebühren zahlen zu müssen." Man darf, so der vorläufige Stand, wenn die Bilddiagonale nicht länger als drei Meter ist. "Alles darüber zählt als Public Viewing."
Das Event könne Nat nur Vorteile bringen, meint Rosenkranz. "Wenn das nur halb so gut läuft wie Veranstaltungen wie der Hafengeburtstag, kann man damit Geld verdienen." Und wenn die Investitionen die Einnahmen auffräßen, bliebe immer noch der Werbeeffekt für Nat. "Das ist eine Win-Win-Situation."
Catering-Erfolg trotz hoher Preise
Passend läuft auch das Catering-Geschäft auf einmal richtig an. Nachdem ein
erster vermeintlicher Auftrag
geplatzt war, buchten innerhalb von zwei Wochen gleich drei Unternehmen Nat als Gastro-Dienstleister.
Ein Modegeschäft und ein Reformhaus hatten auf eine Mailing-Aktion von Nat reagiert. Eine große Drogeriekette, die eine neue Filiale eröffnete, war von sich aus auf Rosenkranz zugegangen. "Die haben gesagt, dass sie es großartig fanden und uns wieder buchen", freut sich Rosenkranz. Umso mehr, weil die Preise seiner Bio-Produkte etwas erklärungsbedürftig seien. "Wenn dann einer nur rechnet: 1,39 Euro gegen 1,49 Euro, haben wir in der Regel schlechte Karten."
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