Doch schon der erste Park forderte mehr Einsatz als geplant. Die Gründer verhandelten mit Behörden über Wasser- und Elektroleitungen und Genehmigungen für den noch immer stark regulierten Hanfanbau. Sie stellten Praktikanten und Studenten ein, die Lehrpläne für "grüne Klassenzimmer" entwarfen, in denen Kinder etwas über nachwachsende Rohstoffe lernen sollten. Sie entwarfen Flyer und Pressemitteilungen. Und sie erkannten, dass dies so viel Zeit verschlingt, dass es wohl besser wäre, mit nur einem Park zu starten.
Luftansicht vom Freizeitpark im Hanffeld
Woran es lag, dass nicht einmal der eine funktionierte? Sauerhammer atmet tief durch: "Ich will eigentlich nicht schon wieder vom Wetter reden." Aber was soll er tun, wenn es an 36 der ersten 45 Tage regnet? "Ich habe ja in der Landwirtschaft gelernt - aber so einen Sommer habe ich noch nie erlebt."
In diesen sechs Wochen war er da, der Frust. An den Tagen, in denen nur ein einzelner Besucher den Hanfpark betrat. In den Nächten, in denen Sauerhammer aufwachte, weil Regentropfen gegen die Fenster seiner Dachwohnung prasselten: "Dabei schlafe ich sonst wie ein Stein."
Anfang August stabilisierte sich das Wetter und mit ihm die Besucherzahlen. Aber nicht genug, um auszugleichen, was in den ersten Wochen verloren gegangen war. Und die Wirkung der Marketingaktionen war da schon längst verpufft. 270.000 Flyer hatten sie verteilt - zu Beginn der Saison. "Wenn die zwei Wochen auf dem Küchentisch gelegen haben, schmeißt man die doch weg."
| FÜNF NEUE GRÜNDER |
| Mit dieser Reportage endet die regelmäßige Berichterstattung über die enable2start-Gewinner von 2008. Ein Buch, in dem alle Quartalsreportagen zusammengefasst sind, wird im Frühjahr 2010 erscheinen. Ab dem 7. Dezember startet an dieser Stelle die Berichterstattung über die Sieger des Jahres 2009. |
Dass der Umsatz pro Kopf anfangs zu niedrig war, machten die Gründer noch wett. Sie reduzierten die Preise. Und sie schulten ihre Mitarbeiter, die Besucher darauf aufmerksam zu machen, dass man neben Labyrinth und Spielplatz auch Handcremes und T-Shirts anbietet. "Am Schluss fehlte uns nur noch 1 Euro Umsatz pro Kopf", sagt Gehret, "aber die größte Stellschraube ist die Besucherzahl."
Täglich pendelte die Stimmung zwischen "es geht nicht" und "wir packen das". Bis Ende August Thomas Gutmann erklärte, dass er das Team verlässt, weil seine Arbeitskraft auf dem Hof seiner Eltern gebraucht wird. Seit Wochen war seine Mutter schwer krank, er fuhr jeden freien Tag nach Hause, um sie zu ersetzen.
Aber wer würde seine Arbeitskraft im Hanfpark ersetzen? In der Saison musste ständig einer der Gründer im Park sein. Wenn 30 Schulklassen gleichzeitig auf dem Gelände waren. Wenn eine Familie eine Stunde lang einen Kindergeburtstag besprach. "Dafür kann man nicht extra einen Studenten losschicken", sagt Gehret. Kurz darauf fiel die Entscheidung: Wir hören auf. "Dass Thomas gegangen ist, hat es sicher beschleunigt."