Es hätte so schön sein können. Ein Knopfdruck und - zack- sind die
kostenpflichtigen Angebote von Statista online. Aber das Leben hält sich nicht immer an den Businessplan.
Darum wird Statista-Gründer Friedrich Schwandt voraussichtlich erst ab diesem Montag bezahlpflichtige Statistiken auf seinem Portal anbieten können.
Eigentlich sollte das schon am vergangenen Mittwoch, dem 25. März, passieren. Aber der Reihe nach:
Was hakt da bloß? Statista-Gründer Friedrich Schwandt musste den Launch verschieben
Schon am Dienstag konnte Schwandt das
bordeauxrot unterlegte Kästchen mit dem Text "Business" freischalten. Dort können Nutzer seitdem vier kostenpflichtige Angebote nutzen: Sie können Online-Umfragen in Auftrag geben. Sie können Informationen zu rund 500 Marken als "Markenreport" kaufen. Sie können den Medienservice abonnieren, also Statistiken von Statista im eigenen Firmenlayout erhalten. Und sie können Experten von Statista als "Infobroker" mit Rechercheaufgaben beauftragen.
"Da lagen wir zeitlich voll im Plan", sagt Schwandt. Und auch die ersten Resonanzen gefallen ihm. Rund 100 Nutzer haben sich bereits über die Dienst informiert, etwa zehn haben bereits Infobrokerdienste und Markenreports gekauft. Und das, obwohl es weder Pressemitteilungen noch Marketing-Tamtam gab. Das sollte nach Schwandts Plan erst kommen, wenn die Seiten einige Zeit störungsfrei gelaufen sind.
Die Techniker warnten vor dem Start
Jetzt ist er froh, sich für diesen "Soft Launch" entschieden zu haben. Denn erst verzögerte sich das Freischalten von kostenpflichtigen Statistiken um einen Tag, weil die Programmierer für die tausend kleine Details von Rechtsschreibfehlern bis hin zu Logos doch mehr Zeit benötigten als geplant.
Doch schon vor dem dann anvisierten Start am vergangenen Donnerstag meldeten sich die Techniker: Es wird nicht funktionieren. Genauer: Der Bezahlvorgang werde ab dem Moment abbrechen, in dem versucht wird, eine Kreditkartennummer einzugeben. Schwandt startete dennoch einen Live-Versuch. Über eigens eingerichtete, nicht-öffentliche URLs konnten Statista-Mitarbeiter die Seite testen und stellten fest: Die Techniker haben recht.
Woran es liegt? "Wir glauben, dass die feste IP-Adresse, die wir einrichten müssen, nicht richtig vom Server zum
Bezahldienst vermittelt wird", sagt Schwandt. Seitdem führen alle drei Seiten - Statista, der Webhost, und der der Betreiber der Abrechnungssysteme "angeregte Gespräche" wie es Schwandt diplomatisch formuliert. "Es geht darum konstruktiv zu sein, und nicht, sich gegenseitig Schuld zuzuweisen."
Überhaupt, er nehme das Ganze stoisch auf, sagt er: "Es ist immer schade, wenn etwas, das man angekündigt hat, verschoben wird. Aber ansonsten finde ich das nicht dramatisch."