Gründer Kai Petersen will Wärme von dort, wo sie übrig bleibt, dahin bringen, wo sie gebraucht wird. In Containern mit Pökelsalz. Denn Leitungen lohnen sich oft nicht. Was sich anhört wie ein Scherz, ist die Basis für Petersens Startup.
Wärme gibt es in Deutschland mehr als genug. Beispielsweise als Abfallprodukt von Deponiegasanlagen. Gründer Kai Petersen will die Wärme dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. In Containern mit Pökelsalz. von Claus Hornung
Das Geschäft mit Containern läuft ja eigentlich zurzeit eher schlecht. Aber Kai Petersen schreckt das nicht ab. Denn seine Container haben es in sich: Wärme nämlich.
Von der gebe es in Deutschland mehr als genug, sagt Petersen. Er hat ausgerechnet, dass in Deutschland jährlich Wärme im Gegenwert von rund 25 Mrd. Euro buchstäblich verblasen wird. Von einer der rund 4000 Bio-, Klärgas- oder Grubenanlagen. Oder von anderen Kraftwerken, in denen Verbrennungsprozesse ablaufen.
enable2start-Sieger: Latherm - Geschäft mit der Wärme (00:02:17)
Andernorts könnte man günstige Wärme gut gebrauchen. Etwa in Freibädern, Kliniken oder auch Privathaushalten. Schließlich haben sich die Energiepreise seit 1998 praktisch verdoppelt.
Das Problem ist meist der Transport, meint Petersen. Denn der Bau von Leitungen, gerade in ländlichen Gebieten, lohne sich kaum. Auch wegen der Schwankungen bei der Wärmeproduktion: „Solange Industrieunternehmen keine 24-stündige Versorgung gewähren könnten, nimmt niemand das Risiko auf sich.“
Darum packt Petersens Unternehmen Latherm die Wärme in Container. Dort wird sie gespeichert von Natriumacetat, oder einfacher ausgedrückt: Pökelsalz.
Wie ein mobiles Wärmekraftwerk werden die Container am Einsatzort abgestellt und später wieder abgeholt. Das soll den Kunden rund 15 Prozent Kostenersparnis bringen, der Umwelt weniger Belastung und Latherm volle Auftragsbücher.
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