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Merken   Drucken   01.09.2007, 11:00 Schriftgröße: AAA

Akzeptanz ist Frauen das Wichtigste

Unternehmen umwerben zunehmend Frauen, um den Fachkräftemangel einzudämmen. Allerdings negieren sie, dass weibliche Mitarbeiter andere Prioritäten im Job setzen. Geld oder Beförderungen sind Frauen nicht so wichtig wie Akzeptanz, zeigt eine Studie. von Sabine Meinert (Hamburg)
Männer legen Wert auf eine schnelle Steigerung ihres Gehalts und der zugehörigen Boni. Außerdem zählt der Aufstieg im Unternehmen. Frauen sehen dagegen die persönliche und fachliche Akzeptanz als wichtigstes Kriterium für ein erfülltes Berufsleben. Dies gilt sogar unabhängig von Position und vorhandenen Aufstiegschancen, so eine aktuelle Studie der US-Unternehmensberatung Personnel Decisions International (PDI) unter 1500 Angestellten in den USA. Die Zahl der Frauen, die als Kollegin geschätzt werden wollen, liegt etwa 20 Prozent über der Anzahl der männlichen Mitarbeiter, die Akzeptanz und Anerkennung als wichtigsten Wert ansehen.
Unter den Uni-Absolventen sind Frauen noch in der Mehrzahl, in ...   Unter den Uni-Absolventen sind Frauen noch in der Mehrzahl, in Führungspositionen sind sie eine Minderheit
Die unterschiedliche Schwerpunktsetzung von Männern und Frauen in Beruf und Karriere wird im Personalmanagement von Unternehmen bisher aber unterschätzt. Viele Betriebe haben Nachholbedarf beim gezielten Coaching und der Förderung von Frauen. Wie die Untersuchung zeigt, müssen auch deutsche Unternehmen die Persönlichkeitsmerkmale von Frauen stärker berücksichtigen.
Keine automatische Anerkennung für Frauen
Klar ist, dass Frauen nicht auf Beförderungen verzichten wollen. Sie verfolgen die nächsten Karriereschritte nur nicht mit der gleichen Intensität wie Männer, zeigt die Studie laut PDI. Unternehmensberater beobachten, dass Frauen häufig glauben, wenn sie wertvolle Arbeit leisten und sich weiterbilden, werden sie automatisch akzeptiert, geschätzt und auch befördert. Doch die Erfahrung zeigt, einen solchen Automatismus gibt es nicht.
Für Personalmanager und Führungskräfte heißt das: "Die Persönlichkeitsunterschiede von Frauen und Männern zu kennen und quantifizieren zu können, ist notwendig, wenn man die Fähigkeiten und Ambitionen der Mitarbeiter richtig einschätzen möchte", sagt Mathias Kesting, Geschäftsführer von PDI Deutschland.
Ganz oben Frauen weiter Rarität
Im Top-Management von Großkonzernen in Deutschland sind Frauen noch immer eine Seltenheit. Und dies, obwohl die Politik karrierewilligen Frauen inzwischen Brücken zurück in den Beruf und für den Job-Aufstieg baut. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fand in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in den Top-Positionen zuletzt nur etwa vier Prozent Frauen.
Besonders hohe Barrieren für den Einstieg scheint es in der IT-Branche zu geben. Selbst qualifizierte IT-Expertinnen haben einer Umfrage des IT-Weiterbildungsanbieters Training Camp im deutschsprachigen Raum zufolge große Schwierigkeiten, im Beruf Fuß zu fassen. "Ganz offensichtlich gibt es in der männer-dominierten IT-Branche noch viele Vorurteile weiblichen IT-Expertinnen gegenüber, die aus der Steinzeit stammen. Ein Umdenken ist schon lange fällig", sagt Training-Camp-Geschäftsführer Robert Chapman.
Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass sich das Kämpfen lohnt: Die IT-Fachfrauen werden optimistischer, sobald sie sich in ihrem Job etabliert haben. Jede zweite war überzeugt, nach einem gelungenen Berufseinstieg schnellere Aufstiegschancen als in anderen Branchen zu haben.
Frauen besser coachen
"Unter den weiblichen Mitarbeitern schlummert ein Schatz, den die meisten Unternehmen bisher noch nicht gehoben haben. Coaching- und Förderprogramme, die die Prioritäten und Persönlichkeitsmerkmale von Frauen berücksichtigen, sind der Schlüssel dazu", sagt PDI-Chef Kesting. Frauen, so sein Fazit, soll und kann damit ermöglicht werden, ihren eigenen Führungsstil zu entwickeln.
  • FTD.de, 01.09.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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