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Merken   Drucken   27.04.2006, 22:00 Schriftgröße: AAA

Amerikanischer Weg mit deutscher Note

Die Handelshochschule Leipzig (HHL) ist Deutschlands älteste Business-Schule. Seit 2004 ist ihr MBA-Programm vom AACSB akkreditiert – ein internationales Gütesiegel. In ihren Kursen verbindet sie Methoden aus den USA und aus Europa von Jana Galinowski
Die HHL verbindet Methoden aus den USA und Europa   Die HHL verbindet Methoden aus den USA und Europa
Das Nebeneinander verläuft perfekt: Auf dem Campus der Leipziger Universität steht auch Deutschlands älteste private Business-Hochschule. 1992 hat die Handelshochschule Leipzig (HHL) ein Gebäude bezogen, das von außen ein wenig an ein Schloss erinnert, von innen jedoch an eine Schule.
Studenten aus aller Welt kommen an die HHL, um dort ihren Betriebswirtschafts- oder MBA-Abschluss zu machen. Gleich nebenan studieren Sport- und Wirtschaftswissenschaftler an der staatlichen Universität.
„Wir leben hier Internationalität“, sagt Maziar Arsalan, Leiter Marketing und Public Relations der HHL. Mehr als die Hälfte der Studenten des MBA-Studiengangs kommen aus Ländern in Asien, Afrika und Südamerika.
Blick über den Tellerrand 15 Monate lang lernen sie betriebswirtschaftliche Grundlagen – mit dem Schwerpunkt Internationales Management. Den Blick über den Tellerrand zu vermitteln ist ein Ziel der Schule.
„Wir kombinieren europäische und amerikanische Lehrmethoden zu einer neuen Form“, sagt Arsalan. Es ergebe keinen Sinn, das amerikanische Modell einfach zu übertragen. Den praxis- und entscheidungsorientierten MBA-Ansatz aus den USA verbindet die HHL mit theoretischer Reflexion.
Im Kurs „Leadership“ erzählen Gastdozenten wie Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf oder Jörg Menno Harms, der ehemalige Deutschlandchef von HP, aus ihrer Berufspraxis und erklären, wie sie ihre Aufgaben bewältigt haben. Die Professoren der HHL arbeiten die Themen anschließend mit den Studenten auf. „Diese Kombination zeichnet unseren Unterricht aus“, sagt Arsalan.
Auch scheinbar wirtschaftsfremde Themen wie Ethik und Philosophie stehen auf dem Lehrplan. Die Studenten sollen lernen, bei ihren Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen. „Darauf legen Unternehmen bei ihren künftigen Führungskräften großen Wert“, erklärt Arsalan.
Die theoretische Ausrichtung liegt in der Tradition der HHL begründet. Die Schule wurde 1898 auf Initiative von Leipziger Kaufleuten gegründet. Zu den ersten Absolventen gehörte Eugen Schmalbach, der als Begründer der deutschen Betriebswirtschaftslehre gilt.
Schon damals war die HHL eine internationale Schule: Die Hälfte der Studenten kam aus Polen oder Tschechien. Zu DDR-Zeiten bildete sie als Hochschule für Binnenhandel Studenten aus.
Im Jahr 1992 wurde die HHL wieder gegründet, seit 1996 bietet sie ein zweijähriges Hauptstudium Betriebswirtschaft an. Im Herbst 2000 startete der erste MBA-Studiengang, 2003 folgte der zweijährige berufsbegleitende MBA-Studiengang.
Der Qualitätsanspruch an die Ausbildung soll auch nach außen sichtbar werden. „Wir haben uns gezielt auf den Wettbewerb um die besten Studierenden der Welt vorbereitet“, erklärt HHL-Rektor Hans Wiesmeth. Die Akkreditierung durch „AACSB International“ im April 2004 habe bestätigt, dass die Schule den richtigen Weg beschreite.
Internationales Qualitätssiegel Als einzige private Hochschule in Deutschland hat die HHL das Verfahren erfolgreich durchlaufen und trägt seitdem das internationale Qualitätssiegel. „Damit können wir uns von anderen Schulen absetzen und qualitativ in einer anderen Liga mitspielen“, erklärt Arsalan.
Das spiegelt sich in der Nachfrage wider: Für die MBA-Studiengänge, Voll- und Teilzeit, gibt es vier- bis fünfmal so viele Bewerber wie Plätze. Interessenten würden durchaus auf ein solches Siegel achten, sagt Florian Sölva, seit September MBA-Student an der HHL.
Dem 29-Jährigen war nach Jura-Studium und Referendariat klar, dass er keine klassische Juristenlaufbahn einschlagen wollte. Auf einem Kennenlern-Workshop der HHL erfuhr er mehr über die Schule.
Für ihn war neben dem Siegel die „nüchterne und glaubhafte Präsentation der Schule“ ausschlaggebend. Es habe keine hochfliegenden Versprechungen über Top-Jobs gegeben, sondern Einschätzungen, die sich an Tatsachen orientieren.
Die sehen gut aus: „Innerhalb von drei bis sechs Monaten finden alle unsere Studenten ihren Weg zu namhaften internationalen Unternehmen“, sagt Arsalan. Fast die Hälfte arbeite bei einer Unternehmensberatung, gefolgt von Investmentbanken und Industrieunternehmen. Vom ersten Studientag an wird daran gearbeitet, die Studenten mit künftigen Arbeitgebern bekannt zu machen. Das „Placement-Center“ verbessert zusammen mit den Studenten die Lebensläufe. Zweimal pro Woche präsentieren sich nationale und internationale Unternehmen in der Hochschule. Außerdem veranstaltet die HHL zusammen mit drei anderen Hochschulen jedes Jahr eine Karrieremesse. In diesem Jahr findet sie am 10. April im Congress Centrum Hannover statt. Dort treffen sich Personalverantwortliche von 15 Unternehmen mit rund 130 Studenten. Zum FTD-PodcastZu den FTD-BlogsFTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD-Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.Mehr Themen aus der Gesundheitswirtschaft
  • FTD.de, 27.04.2006
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