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Merken   Drucken   18.09.2008, 13:00 Schriftgröße: AAA

Arbeitsmarkt-Entwicklung: Die Besten der Generation Y rekrutieren

Eine neue Generation von Arbeitnehmern rollt auf die Unternehmen zu - sie agiert anders, stellt andere Ansprüche, setzt andere Prioritäten. Das kann den Arbeitgebern zugute kommen, stellt sie aber auch vor neue Herausforderungen, vor allem bei der Mitarbeiterwerbung. von Sabine Meinert
Zahlreiche Indizien signalisieren, die neuen Arbeitnehmer sind anders. Sie fordern mehr, sie leisten viel und sind gleichzeitig zufriedener als die Generationen vor ihnen, weil Karriere für sie nur einer von mehreren Schwerpunkten im Leben ist. Die sogenannte Generation Y - geboren in den 80ern - fordert den Personalabteilungen deshalb auch eine ganze Menge mehr an strategischen Überlegungen ab, zeigt der schwedische Wissenschaftler Anders Parment von der Universität Linköping in einer Studie.
"Diese jungen Leute, die derzeit in den Arbeitsmarkt drängen, sind stark geprägt von den 80ern. Das heißt: von einer Gesellschaft, die viele Alternativen und deutlich mehr Wahlmöglichkeiten offeriert, als ihren Eltern zur Verfügung standen. Sie wuchsen auf in einer Welt, die sich mehr und mehr vernetzt, die eine Kommunikation rund um die Uhr ermöglicht", beschreibt Parment die Unterschiede zu früher. Gleichzeitig seien virtuelle Welten und soziale Netzwerke im Internet entstanden. Die Heranwachsenden sehen sich dem Forscher zufolge einer Informationsflut gegenüber, die so groß ist, dass niemand mehr Zeit hat, sie zu verarbeiten. Im menschlichen Miteinander zähle zudem zunehmend Individualismus statt Kollektivismus.
Kommunikation spielt für die Generation Y eine große Rolle   Kommunikation spielt für die Generation Y eine große Rolle
"Das heißt, anders als für die Eltern - die Baby-Boomer - ist Arbeit für die Generation Y viel stärker Selbstverwirklichung als Pflicht. Für die jungen Leute stellt sich nicht die Frage 'Arbeit oder Freizeit?', sondern sie fordern 'Arbeit und Freizeit'." Weg vom Funktionalismus, hin zum Erlebnis ist die Devise, macht die Untersuchtung deutlich. Zudem entwickeln die neuen Arbeitnehmer ein enormes Selbstbewusstsein. Hintergrund dafür ist das Feedback, das sie von Familie und Gesellschaft bekommen. Ihnen ist schon früh eingeimpft worden: "Du kannst alles tun, Du kannst alles schaffen, was Du willst", zeigt die Rückschau.
Mehr Chancen als Risiken
Die viel näher gerückte, transparentere Welt empfindet die Generation Y als Chance, nicht als Bedrohung. Gerade begabte und talentierte Berufseinsteiger sehen für sich viele Karrierewege, ein "Nein" nehmen sie nicht mehr so ernst wie die Vorgängergeneration. "Dafür muss aber auch der Lebenslauf gut aussehen, Aktivität und Selbstmarketing ist gefragt - und daran arbeitet die Generation Y", so Parment.
Für die Firmen ergeben sich daraus einige wichtige Erkenntnisse: Wer die neuen Arbeitnehmer erreichen will, muss neue Kommunikationsinstrumente nutzen: Blogs, virtual communities, Event-Marketing. Es muss klar sein, dass für diese Generation Lebensstil, Kultur und soziale Netzwerke immer wichtiger werden. Für Unternehmen gewinnen deshalb Markenbotschafter an Bedeutung, zeigt die Studie.

Teil 2: Neue Anreize nötig

  • FTD.de, 18.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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