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10.08.2011, 12:20
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Arbeitszeitmodelle:
Da geht noch was anzupassen
Feste Arbeitszeiten behagen vielen Beschäftigten nicht. Sie fordern Möglichkeiten, den Job flexibel zu gestalten. Um ein Abwandern der Besten zur Konkurrenz zu verhindern, bieten Top-Arbeitgeber zumindest Gleitzeit und Teilzeit-Programme.
von Sabine Meinert
Ein Nine-to-Five-Job kommt für viele nicht mehr in Frage: Es zählen flexible Arbeitszeitmodelle
Der Fachkräftemangel beutelt nicht nur Deutschland. In ganz Europa versuchen Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern die Chance zu geben, Familie oder gesellschaftliches Engagement und Beruf unter einen Hut zu bringen. Wohl wissend, wer sich nicht um flexible Arbeitszeitmodelle bemüht, ist als Arbeitgeber alles andere als attraktiv. Und Berufseinsteiger zählen eine ausgewogene Work-Life-Balance zu den Top-Auswahl-Kriterien für eine neue Stelle.
Flexible Arbeitszeitmodelle gehören deshalb auch für die vom Researchunternehmen CRF Institute zertifizierten Top-Arbeitgeber zu den wichtigsten Instrumenten, die Belegschaft zu motivieren und zu halten. Am häufigsten bieten sie Gleitzeit- und Kernarbeitszeit-Vereinbarungen sowie Teilzeit-Modelle an.
| | Welche flexiblen Arbeitszeit-Angebote offerieren Top-Arbeitgeber in Europa? | |
| 1. | Teilzeit | 97 Prozent |
| 2. | Gleit-/Kernzeit | 92 Prozent |
| 3. | Telearbeit | 83 Prozent |
| 4. | Sabbatical | 82 Prozent |
| 5. | Freizeitausgleich | 77 Prozent |
Deutlich weniger oft wird europaweit die Reduzierung von Überstunden und Dienstreisen angeboten. Nur etwa 40 Prozent der Firmen sehen das als gutes Instrument zur Flexibilisierung. Auch das Modell, bei dem Eltern nur in der Zeit arbeiten, in der das Kind in der Schule oder im Kindergarten betreut wird, ist nur in jeder dritten Firma verbreitet.
Allerdings gibt es innerhalb von Europa einige Unterschiede. Während in Polen, Frankreich und Italien neben Gleitzeit und Teilzeitarbeit vor allem Sabbaticals eine große Rolle spielen, bieten Firmen in Großbritannien, Spanien und den Benelux-Staaten eher Telearbeit an. In Deutschland und der Schweiz wird auch die selbständige Arbeits- und Schichtplanung häufig eingesetzt, bei der ganze Teams eine Aufgabe übertragen bekommen und jeder Mitarbeiter sich einteilen kann, wann er innerhalb einer bestimmten Zeitspanne seinen Teil der Arbeit erledigt.
Vor allem Sabbaticals und Telearbeit haben die Unternehmen in den vergangenen Monaten als attraktive Angebote für die Belegschaft offenbar überzeugt: Die Zahl derer, die diese Angebote derzeit einführten, ist deutlich gewachsen. Einzig in Spanien sind Sabbaticals bei den Unternehmen nicht beliebt. Nur etwa jeder zweite Firmenchef gewährt dort seinen Mitarbeitern diese zeitlich begrenzte Auszeit.
Die Studie zeigt zudem, dass auch Heimarbeit in Relation zu den flexiblen Arbeitszeitmodellen zunimmt. Die Top-Arbeitgeber sind demnach überzeugt, das Home Office gehört einfach dazu. Firmen, die sich bereits mit komprimierter Arbeitszeit, Gleitzeit, Job-Sharing, Elternarbeitszeitmodellen oder Telearbeit auseinander gesetzt haben, bieten die Arbeit von zuhause aus besonders häufig an.
Teil 2: Wie deutsche Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten angehen.
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FTD.de, 10.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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