Muss für weit mehr sorgen als geputzte Fenster - der Facility Manager
Mindestens 20 Hochschulen, Fachhochschulen und Institute in Deutschland bieten Facility-Management als Studiengang oder Wahlfach innerhalb einer anderen Ausbildung an. Zwar nennt der Deutsche Verband für Facility Management (Gefma) selbst nur sechs Ausbildungsorte, dies liege jedoch daran, dass nur diese die Zertifizierung des Verbandes durchlaufen hätten, wie eine Sprecherin erklärt.
Die Ausbildung zum Facility-Manager ist sehr begehrt. Sie kombiniert Gebäudetechnik, Wirtschaft, Recht, Menschenführung, Management und Informatik. Dieses interdisziplinäre Miteinander entspricht dem Zeitgeist. Trotz Ausrichtung auf ein Ziel wird ein breites Spektrum geboten, innerhalb dessen bestimmte Schwerpunkte möglich sind.
Architekt, Techniker, Planer in einem
Der Gefma hat Richtlinien darüber vorgegeben, welche Kenntnisse die Ausbildung vermitteln muss: Absolventen sollen Gebäude planen und einrichten wie ein Architekt und Flächen managen wie ein Werksleiter Produktionsmaschinen. Sie sollen mit Computerhilfe entwerfen wie ein technischer Zeichner. Außerdem muss ein Facility-Manager Dienstleistungen beurteilen, einkaufen und abrechnen können, Arbeitsabläufe planen und möglichst alles über Gebäudetechnik und deren Wartung und Instandhaltung wissen. Ebenso wichtig ist Kompetenz beim Führen von Menschen. Erfolgreiche Absolventen einer vom Gefma anerkannten Einrichtung erhalten ein Zertifikat, je nach Abschluss mit dem Titel Bachelor, Diplom oder Master.
Gute Aussichten für Qualifizierte
Aber nicht nur für Berufseinsteiger ist Facility-Management eine Option. Auch als Weiterbildung für Architekten, Bauingenieure und vergleichbare Berufe sieht der Verband gute Aussichten. Unternehmen würden den Wert einer solchen Position mehr und mehr erkennen. Überall würden heute Prozesse optimiert, das "Produktionsmaterial Gebäudehülle" sei davon nicht ausgenommen. Die Karrierechancen seien daher gut. Auch wenn es laut der Bundesagentur für Arbeit regionale Unterschiede mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle gibt.
Hans-Jörg Staufer, Diplom-Wirtschaftsingenieur und Diplom-Facility-Manager, ist nach seinem Studium bei Adidas-Salomon in der Abteilung Facilities und Services angestellt worden: "Zu Beginn meines Studiums im Jahr 1999 malte ich mir im FM-Bereich geradezu rosige Zukunftschancen aus. Heute sehe ich sie viel objektiver. Dennoch erachte ich sie als durchweg positiv."