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Merken   Drucken   19.07.2010, 11:00 Schriftgröße: AAA

Auf nach Westen: Europäische Schulen starten eigene Business Schools in den USA

Als die französische Skema Business School Niederlassungen in Entwicklungsländern wie China oder Marokko eröffnete, ging es um rein ökonomische Motive. Doch hinter dem Entschluss, den amerikanischen Markt ins Visier zu nehmen, stehen offensichtlich auch emotionale Gründe. von Barbara Bierach (mba-channel.com) 
"Für viele europäische Studenten ist Amerika ein Traum", sagt Alice Guilhon, Dean der Schule. "Und für uns ist es ein Traum, in den USA bekannt zu werden."
Skemas Entscheidung, einen Campus in den USA aufzubauen, ist ungewöhnlich. Die meisten Programme der Europäer in Amerika basieren auf Partnerschaften oder Kooperationen, wie "USA Today" berichtet. Doch inzwischen sind mindestens drei große europäische Institutionen dabei, weit darüber hinaus zu gehen.
Die Iese Business School in Barcelona   Die Iese Business School in Barcelona
Nach drei Jahren der Planung eröffnete die spanische IESE unlängst eine Niederlassung in New York, gerade mal einen Block vom Broadway entfernt. Luis Cabral, der akademische Direktor der Schule sagt, die Expansion nach Amerika sei nur ein logischer Schritt gewesen, um die Iese weltweit bekannter zu machen. Doch zumindest in den kommenden Jahren wird das neue Center in New York kaum mehr sein, als ein Außenposten der Schule in Barcelona. Denn Titel werden hier bis auf weiteres nicht verliehen.
Fühler ausstrecken, Partner suchen
Mit der IE Business School streckt noch eine andere spanische Schule gerade in USA die Fühler aus: Bislang hat die Schule einen Campus in Madrid und Segovia, doch im März startete IE ein gemeinsames Programm mit der Brown University, die als eine der wenigen Elitehochschulen der USA über keine eigene Business School verfügt. Das angebotene Executive MBA Programm soll das übliche wirtschaftsorientierte Curriculum um Geistes- und Sozialwissenschaften anreichern. "Wir wollen damit auch Amerikaner anziehen", sagt David Bach, Dean für die MBA Programme. "Ein europäischer MBA ist zunehmend attraktiv für amerikanische Arbeitgeber, die sicher sein wollen, dass sie Kandidaten mit einer globalen Perspektive einstellen. Doch nicht alle können ein ganzes Jahr in Europa verbringen."
Mit Insead versucht noch eine weitere französische Schule, ihre Präsenz in USA auszubauen. Bereits 2001 ging man eine Allianz mit der Wharton School ein, die dem Austausch von Studenten und Lehrkräften dient, will aber nun noch mehr tun, um der eigenen Marke in den USA zu mehr Profil zu verhelfen. So schickt Insead schon länger immer wieder einzelne Professoren in die USA, um mit amerikanischen Unternehmen zusammen zu arbeiten, aber jetzt will die Schule auch physisch präsenter sein. Sie hat daher einen in den USA sitzenden Direktor sowie einige den USA lebende Lehrkräfte für Executive Education.
Bislang offeriert Insead in Amerika nur einige Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der New York Stock Exchange oder Pfizer, aber steigende Bewerbungszahlen aus den USA signalisieren Wachstumschancen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Bewerbungszahlen amerikanischer Studenten an den Insead-Standorten in Frankreich, Abu Dhabi und Singapur nahezu verdoppelt. Um die nötige Internationalität zu garantieren, deckelte die Schule bereits die Anzahl ihrer amerikanischen Studenten in den MBA-Programmen bei zehn Prozent. Das heißt aber noch lange nicht, dass es bald einen Insead-Campus in den USA geben wird. "Wir versuchen, unsere bisherigen Standorte weiter auszubauen", sagt Mary Lee Riley, Executive Director North America. "Wir konzentrieren uns erst mal auf weitere strategische Partnerschaften mit Konzernen und anderen Schulen."

Quelle und mehr Informationen: www.mba-channel.com
  • www.mba-channel.com, 19.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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