Wie sehen die Zukunftspläne von Abiturienten aus? Nach welchen Kriterien wählen sie ihr Studienfach aus? Eine Umfrage unter rund 3.500 Schülern gibt Aufschluss über angestrebte Abschlüsse und Einflussfaktoren. von Sabine Meinert
Etwa ein Jahr vor Beginn des Examensjahrs fangen 40 Prozent der Schüler an, über das passende Studium nachzudenken. Für etwa zwei Drittel der Schüler stehen dabei die eigenen Neigungen und Begabungen im Vordergrund. Die Entscheidung fällt jedoch erst im Abiturjahr. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des Centrums für Hochschulentwicklung und der Einstieg GmbH.
Für viele äußerst wichtig ist bei der Studienfachwahl der Rat von Eltern, mehr als jeder Vierte schreibt ihnen einen großen Einfluss zu. Aber auch Freunde und Mitschüler sind gefragte Entscheidungshelfer aus dem persönlichen Umfeld.
Informationen meist aus dem Internet
Schnuppern schon mal in den Beruf: Schüler beim Orientierungstag in der Firma Ohrmann Montagetechnik
Am häufigsten informieren sich die Abiturienten im Internet. Für drei Viertel der Befragten ist jedoch die persönliche Beratung weiter wichtig - am liebsten informativ und individuell. Dies gilt unabhängig davon, ob sie vom professionellen Berater oder von den eigenen Eltern kommt.
Am beliebtesten sind weiter die Studienfächer Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Mehr als die Hälfte der Schüler strebt dabei eine Studienabschlusskombination von Bachelor und Master an. Nur etwa 5 Prozent wollen sich dagegen nur mit dem Bachelor begnügen.
Auffällig ist: In den Ingenieurswissenschaften setzen 50 Prozent der Befragten weiterhin auf das altbewährte Diplom. Christian Langkafel, Geschäftsführer der Einstieg GmbH, kommentiert: "Obwohl das Wissen über die neuen Abschlüsse bei den Schülern vorhanden ist, fehlt es offenbar an Vertrauen. Nur Wenige glauben, mit dem Bachelor erfolgreich in den Beruf starten zu können. Notwendig ist weitere Aufklärungsarbeit durch Unternehmen sowie eine klare Beschreibung der Anforderungsprofile und Karrierechancen, um diesen Abschluss als ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu etablieren."
Mehr Informationen zu diesem Thema liefert die Fachtagung "Wettbewerbsstrategien vor dem Hintergrund des Informationsverhaltens von Oberstufenschülern" am 27. September in Berlin.
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