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Merken   Drucken   31.10.2007, 07:00 Schriftgröße: AAA

Berufsanfänger streben zu den Branchengrößen

Wenige Hochschulabsolventen starten mit ihrem Traumjob in den Beruf. Jeder zweite junge Akademiker will deshalb das Unternehmen wechseln, zeigt eine aktuelle Universum-Studie. Die diesjährigen Wunsch-Arbeitgeber sind keine Unbekannten. von Sabine Meinert (Hamburg)
Automobilkonzerne wie BMW, Porsche und Audi stehen wie schon im Vorjahr ganz oben auf der Liste der Traumarbeitgeber. Außerdem behaupteten Lufthansa, Adidas und Bosch ihre bisher guten Platzierungen. Daimler und die Deutsche Bank konnten mit Employer Branding - also fokussierter Arbeit am Unternehmensimage - sogar einige Plätze im Ranking gut machen, so das Ergebnis der jüngsten Untersuchung von Universum Communications unter mehr als 5600 so genannten Young Professionals, jungen Akademikern mit erster Berufserfahrung.
Hält sich in den Rankings der beliebtesten Arbeitgeber vorn: BMW   Hält sich in den Rankings der beliebtesten Arbeitgeber vorn: BMW
Der Studie zufolge ist der typische Young Professional 30 Jahre alt und hat bereits bei zwei verschiedenen Arbeitgebern gearbeitet und verfügt im Schnitt über drei Jahre Arbeitserfahrung. Großenteils arbeiten die Befragten etwa 46 Stunden pro Woche. Über 90 Prozent haben noch keine Familie, für sie spielt die Karriere zunächst die erste Geige.
Gute Wechselchancen
Groß, erfolgreich, innovationsstark und international sollte der Wunscharbeitgeber möglichst sein. Außerdem wünschen sich die Nachwuchskräfte eine Arbeit an interessanten Orten, mit qualifizierten Kollegen plus eine angenehme Unternehmenskultur. Und die Mehrzahl der Befragten sieht derzeit gute Chancen auf einen erfolgreichen Jobwechsel. Mit Recht: Die Nachfrage wächst ständig.
Dabei sind die meisten Young Professionals mit ihrem alten Arbeitgeber nicht unzufrieden: Vielfältige Arbeitsaufgaben, flexible Arbeitszeiten und attraktive Gehälter, Boni oder Altersvorsorge schätzen die jungen Arbeitnehmer besonders an ihren Unternehmen. Zudem bezeichnen die meisten ihre derzeitige Firma als erfolgreich, finanzstark, dynamisch und mit gutem Ruf.
Zusatzleistungen hoch
Zahlreiche Firmen unterstützen Weiterbildungen, darunter auch externe Kurse und Seminare oder gar einen MBA-Abschluss, so die Teilnehmer der Untersuchung. Allerdings wünscht sich jeder zweite Young Professional, dass die Fort- und Weiterbildung als Teil des Einkommenspaketes definiert wird. Gut ein Drittel der Unternehmen zahlt Boni, fast ebenso viele legen noch Zahlungen zur Altersvorsorge auf das Gehalt drauf. Auf Firmenautos und bezahlte Überstunden kann etwa jeder Fünfte zählen.
Welche Zusatzleistungen besonders interessant sind   Welche Zusatzleistungen besonders interessant sind
Der Studie zufolge legen viele auf bezahlte Mehrarbeit nicht so großen Wert. Bonus- und Pensionszahlungen stehen auf der Wunschliste dagegen mit deutlichem Abstand oben.
Mehr Verantwortung gesucht
Mit einem Jobwechsel wollen die Young Professionals vor allem ihre Entwicklungsmöglichkeiten ausbauen. Roger Manfredsson, Deutschland-Manager bei Universum: "Sie wünschen sich, mit zunehmend herausfordernden Aufgaben zu arbeiten und erleben oft, mit diesem Wunsch nach zwei bis drei Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber an eine Grenze zu stoßen. Ein neuer Job ist für die jungen Akademiker in dieser Situation das logische Sprungbrett zu einer verantwortungsvolleren Tätigkeit."
Gründe für die Suche nach einem neuen Job   Gründe für die Suche nach einem neuen Job
Ein höheres Einkommen ist für viele ebenfalls ein guter Grund, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen. Andere wollen einfach etwas Neues ausprobieren oder mehr Möglichkeiten haben, die eigene Arbeit zu gestalten. Die Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur, dem Management oder dem direktem Vorgesetzen im aktuellen Job spielt für jeden Vierten eine Rolle, sich umzusehen.
Autobauer, Consultingfirmen, Institute
Wirtschaftswissenschaftler sehen sich vor allem bei Autokonzernen, Management-Consultingfirmen, in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Konsumgüterindustrie nach neuen Herausforderungen um. Der ideale Arbeitgeber könnte aber auch das Auswärtige Amt sein (Rang 7).
Ingenieure würden dagegen gern in Forschung und Entwicklung oder der Kraftfahrzeugindustrie arbeiten, sagt Manfredsson. Unter den ersten fünf auf der Wunschliste der Ingenieure finden sich allein vier Autokonzerne. Offensichtlich erhoffen sich die Jung-Ingenieure aber auch Entwicklungsmöglichkeiten bei bekannten Instituten wie der Fraunhofer-Gesellschaft (Platz 9) oder der Max-Planck-Gesellschaft (Platz 11).
Die bekannten Forschungseinrichtungen sind bei Young Professionals mit naturwissenschaftlichem Hintergrund natürlich die Favoriten. Weiterhin zieht es die Naturwissenschaftler in die Chemie- und Pharma-Industrie. IT-Experten zählen die Branchenriesen SAP (Rang 1), IBM, Microsoft und Sun Microsystems zu den favorisierten Arbeitgebern, aber ebenso Autofirmen. Auch der Industriekonzern Siemens hat an Reiz offenbar nicht eingebüßt.
Für den "Young Professional Survey 2007 Germany" befragte Universum Communications in Kooperation mit dem Karriereportal Access bundesweit 5649 junge Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss und durchschnittlich drei Jahren Berufserfahrung. Neben Teilnehmern mit wirtschaftswissenschaftlichem, naturwissenschaftlichem, IT- und ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund wurden auch junge Berufstätige mit geisteswissenschaftlichem Abschluss befragt. Mehr Informationen unter: www.universumglobal.com
  • FTD.de, 31.10.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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