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Merken   Drucken   06.10.2011, 13:51 Schriftgröße: AAA

Berufseinstieg: Schneller Aufstieg für Absolventen fast garantiert

Wer ein Studium hinter sich hat, muss um die Karriere nicht bangen. Eine erste Beförderung ist wegen des Fach- und Führungskräftemangels schon nach zwei Jahren möglich. von Sabine Meinert 
Bei der Auswahl des richtigen Arbeitgebers setzten Berufseinsteiger zuletzt vor allem auf Unternehmen, die neben spannenden Jobs vor allem eine ausgewogene Work-Life-Balance bieten können. Dies war ein Zeichen, dass nicht mehr gilt "Karriere um jeden Preis". Dennoch: Ganz auf Karrieresprünge müssen die Absolventen der deutschen Hochschulen und Universitäten derzeit nicht verzichten. Denn schon nach zwei Jahren kann die nächste Stufe in der Firmenhierarchie genommen werden. Das zeigt eine Untersuchung des Researchunternehmens CRF Institutes, das Top-Arbeitgeber in Deutschland nach den derzeitigen Karrieremöglichkeiten befragte.
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Demnach bleiben etwa 60 Prozent der Berufseinsteiger zwei bis drei Jahre auf ihrer Einstiegsposition. Jeder siebte braucht sogar nur ein bis zwei Jahre, um die nächsthöhere Ebene zu erklimmen. Ebenso viele wechseln allerdings erst vier bis fünf Jahre später in eine höhere Position. In sechs Prozent der Unternehmen sind die Chefs inzwischen sogar bereit, einen Karriereschritt nach weniger als einem Jahr zu ermöglichen.
Kein Selbstläufer
Allerdings erwarten die Firmen auch besonderes Engagement. 95 Prozent der befragten Top-Arbeitgeber bieten interne Entwicklungsprogramme an, mit denen sie die Absolventen entsprechend der fachlichen Bedürfnisse weiter qualifizieren. Bei drei Viertel der Unternehmen sind diese Programme bereits fest definierter Bestandteil der Personalpolitik. Weitere 21 Prozent setzen solche Programme regelmäßig und aktiv um.
Die Erhebung zeigt, dass die Firmen angesichts des zunehmenden Fach- und Führungskräftemangels weniger auf externe Kandidaten setzen, sondern sich ihre Elite aus den eigenen Reihen heranziehen wollen. Fast drei Viertel der oberen Führungskräftepositionen werden bereits jetzt mit eigenen Mitarbeitern besetzt. So füllen diese Firmen nicht nur schnell und unkompliziert ihre Personallücken, sondern offerieren den jungen Nachwuchskräften auch Zukunftsperspektiven und Karrierewege im eigenen Unternehmen. Dieses Bemühen stärkt zudem die Arbeitgebermarke und lockt in der Folge mehr qualifizierte Berufseinsteiger an.
Für Dennis Utter, Country Manager beim CRF Institute für Deutschland und die Schweiz, ist das ein Punkt von zentraler Bedeutung. "Das ist ein Schlüsselfaktro für eine erfolgreiche Bindung der besten Köpfe an das Unternehmen. Immer mehr Firmen richten dementsprechend ihre Personalpolitik aus. Nur so kann ein langfristiger Unternehmenserfolg gesichert werden."
Master und Berufserfahrung als beste Kombi
Der erfolgversprechendste Weg, um Führungspositionen zu entern, ist nach einer repräsentativen Forsa-Studie, einen Masterabschluss zu erwerben. Nur jeder zwanzigste Personalverantwortliche hält demnach den Master für Führungskräfte für unnötig. Fast jeder Zweite meint zudem, das Master-Studium sollte erst nach einigen Jahren Berufserfahrung angegangen werden. 40 Prozent sehen allerdings Vorteile darin, den Abschluss direkt nach dem Bachelor-Studium zu absolvieren. Um diesem Trend gerecht zu werden, bieten viele Hochschulen Master-Fernstudiengänge an, die es ermöglichen, Berufspraxis zu bekommen, ohne die akademische Laufbahn zu unterbrechen.
Die Forsa-Studie zeigt, dass 38 Prozent der Personaler sich bei der Auswahl neuer Mitarbeiter lieber für einen Fernstudenten als für einen Absolventen eines Präsenzstudiums entscheiden würden. 33 Prozent würden es genau andersherum handhaben, für jeden Vierten macht die Art des Studiums einen Unterschied. Für die Fernstudenten sprechen den Personalern zufolge neben der beruflichen Erfahrung vor allem Selbstdisziplin, Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft und erfolgreiches Zeitmanagement. Sie gelten in den Unternehmen als zielstrebig, motiviert, flexibel und selbständig.
Das CRF Institute prüft regelmäßig Unternehmen auf ihre HR-Programme und Personalpolitik, vor allem ob die Bedürfnisse und Ziele der Mitarbeiter integriert werden. Die besten davon werden als Top-Arbeitgeber zertifiziert. Die Umfrage zu den Karrieremöglichkeiten basiert auf der aktuellen Liste der 101 Top-Arbeitgeber Deutschlands.
Die Forsa-Studie im Auftrag der Euro-FH Europäische Fernhochschule Hamburg und des ILS Institut für Lernsysteme fasst die Angaben von mehr als 300 Personalverantwortlichen zusammen, die jeweils mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigen. Sie wird seit 2006 jedes Jahr erstellt.
  • FTD.de, 06.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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