Salman Khan
Khans Karriere als Online-Erklärer beginnt vor sechs Jahren. Da ist der Harvard- und MIT-Absolvent noch Hedge-Fonds-Analyst. In seiner Freizeit gibt er seiner zwölfjährigen Cousine Nadia Mathenachhilfe. Sie findet ihn gut. Als immer mehr Verwandte seine Hilfe wollen, filmt er seine erste Lektion "Kleinstes gemeinsames Vielfaches" und veröffentlicht sie für alle auf Youtube. Und weil ihn selbst Fremde loben, macht er weiter. Die Videos entstehen in seinem winzigen Büro, das eigentlich ein begehbarer Kleiderschrank ist.
Mittlerweile ist aus dem Hobby ein Non-Profit-Bildungsportal mit mehr als 2400 Lernvideos geworden, für Kinder und Erwachsene - und mit einem hehren Ziel, das Khan so beschreibt: "Bildung gratis und für jedermann bereitstellen." Im September 2009 gab er seinen Job auf, um Vollzeit zu unterrichten. "Ich, ein ehemaliger Hedge-Fonds-Analyst! Wie eigenartig, wenn so jemand etwas tut, das sozialen Wert hat", sagte er einmal bei einem Vortrag und grinste.
Seit Microsoft-Gründer Bill Gates das Projekt im Oktober 2010 öffentlich lobte und 1,5 Mio. Dollar sponserte, hagelte es Klicks. Mit Gates Geld und 2 Mio. Dollar aus einem Google-Ideenwettbewerb kann Khan sich nicht nur selbst ein Gehalt zahlen: Im neuen Academy-Büro im kalifornischen Mountain View sitzen schon neun Mitarbeiter.