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Merken   Drucken   20.04.2011, 12:00 Schriftgröße: AAA

Büro-Outfit: Karrieresprung? - Nicht mit dieser Krawatte!

Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Dresscode. Doch allgemein gilt: Ein klassischer Anzug und die passenden Accessoires sind ein Image- und Karrierepusher. Hier ein paar Regeln für alle, die vorwärts kommen wollen. von Sabine Meinert 
Schlampige oder gar ungepflegte Garderobe wird in den meisten Jobs nicht gern gesehen. Doch selbst, wer sich sauber und ordentlich kleidet, tut sich manchmal keinen Gefallen mit dem, was er anhat. Kleidung ist ein Signal, das Chefs, Kollegen und Kunden sehr wohl registrieren - nur eben oftmals nicht so, wie vom Träger gewünscht.
Wissenschaftler haben bereits vor Jahren belegt: Ein guter Eindruck hängt zu 55 Prozent von der Optik ab, auf Stimme und kommunikative Fähigkeiten entfallen 38 Prozent. Nur sieben Prozent des Eindrucks gehen wirklich auf Inhalte zurück. Das richtige Outfit ist somit ein Teil der persönlichen Visitenkarte.
Besser overdressed, als schlampig ins Büro gehen   Besser overdressed, als schlampig ins Büro gehen
Die richtige Erscheinung zählt
Wer in der Hierarchie aufsteigen will, sollte deshalb ein paar Regeln befolgen. Die wichtigste: Lieber overdressed als underdressed ins Büro. Die Experten des Personalvermittlers OfficeTeam raten ganz konkret, sich immer einen Tick besser zu kleiden, als es die Position verlangt. So signalisiere man, dass man im wahrsten Sinne des Wortes höhere Positionen bekleiden könne.
Im Gegensatz dazu: Wer einen ungepflegten Eindruck mache oder unpassend angezogen sei, riskiere die Chance auf einen neue Job oder eine verantwortungsvollere Aufgabe, da er als weniger kompetent, weniger "passend" eingestuft werde. Christian Umbs, Director bei OfficeTeam: "Bei der Kleiderwahl ist daher Fingerspitzengefühl gefragt. Viele Chefs achten ganz genau darauf, was ihre Mitarbeiter tragen und lassen diese Beobachtungen in die Beurteilung einfließen. Zudem: Eine angemessene Garderobe signalisiert nicht nur Kompetenz, sie gilt auch als Zeichen des Respekts."
Stilsicher die Karriereleiter erklimmen
Die Aussagekraft des eigenen Outfits wird oft unterschätzt, ist auch Ulrike Mayer, Expertin für Kleidungskompetenz, überzeugt. "Vielen Führungskräften ist es eigentlich nicht so wichtig, wie sie angezogen sind. Sie greifen am Morgen eine dunkle Hose, ein helles Hemd und irgendeine Jacke. Und das sieht man, es ist eine nonverbale Botschaft. Leider eine, die beim Gegenüber den Eindruck fehlender Wertschätzung erwecken könnte. Denn in Millisekunden entsteht anhand von Aussehen, Mimik und Gestik ein Bild im Kopf des Gesprächspartners." Ulrike Mayer macht auch Maßkonfektion und berät seit Jahren Manager in Fragen des passenden Looks. Ihre Erfahrung zeigt: Perfekte Kleidung fördert die Karriere. "Es geht nicht darum, Markenklamotten zu tragen oder jeden Trend mitzumachen - im Gegenteil. Modische Extravaganzen sind eher kontraproduktiv. Auch wer sich durch besonders exklusive Kleidung regelrecht inszeniert und in den Vordergrund schiebt, kann allenfalls kurzfristig punkten. Wenn inhaltlich nichts mehr nachkommt, fliegt er auf."
Ulrike Mayer, Expertin für Kleidungskompetenz   Ulrike Mayer, Expertin für Kleidungskompetenz
Vor allem Männer scheuen vor dem Thema Kleidung im Job häufig zurück. Dabei gibt es gerade bei ihnen eine lange Tradition des Business-Outfits: den Anzug. Und der am besten passende Aufzug für den Aufstieg heutzutage ist nach Mayers Ansicht: ein Anzug. "Ein maßgeschneiderter wohlgemerkt", sagt die Fachfrau.
Denn häufig werde unterschätzt, was für einen nachlässigen Eindruck zu lange Ärmel oder schlabberige Hosen hinterlassen. "Ist das eine angemessene Hülle für das, was Sie vorhaben? Wirkt der Von-der-Stange-Look kompetent, vertrauenswürdig, professionell?", fragt sie schon mal nach, wenn Klienten preiswertere Alternativen wünschen. Ein wirklich gut sitzender Anzug mache den Träger unangreifbar, zeigt ihre Erfahrung. Damit sei Mann im wahrsten Sinne des Wortes gut gerüstet.
"Die wichtigsten Fragen, die sich Führungskräfte - und solche, die es werden wollen - am Morgen vor dem Spiegel stellen sollten, ist: Wo gehe ich heute hin? Wen werde ich treffen? Was will ich erreichen?" Eine einfache Übung, die schnell klarmacht: Wer eine Verhandlung abschließen will, sollte nicht im knittrigen Hemd erscheinen, wenn er weiter als adäquater Geschäftspartner gelten will. Wer das Börsendebüt bei potenziellen Anlegern anpreisen will, wählt besser kein himmelblaues Outfit mit Papageien-Krawatte.

Teil 2: Mit welchem Outfit man sich für den beruflichen Aufstieg empfiehlt.

  • FTD.de, 20.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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