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Merken   Drucken   24.02.2012, 07:02 Schriftgröße: AAA

Business Schools: Im Rennen um den Meistertitel

Europas Schulen holen auf. Denn sie sind meist weltoffener als die amerikanische Konkurrenz. Nur leider setzen sie diesen Vorteil bei der Werbung um Studenten zu wenig ein. von Barbara Domschky
Die Visitenkarte gehört zur Geschäftswelt wie der Maßanzug und das Business-Kostüm. Manchmal verrät sie jedoch mehr über ihren Besitzer als nur seine Kontaktdaten. So lassen etwa die Karten einiger amerikanischer Business-Schulen vermuten, dass Amerikas Führungsschmieden in puncto Internationalität nicht auf dem Laufenden sind. Denn bei Elite-Schulen wie Harvard oder Stanford fehlt bei der Angabe der Telefonnummer die 001, die internationale Vorwahl für die USA. Eine Information, die in europäischen Business-Schulen zum Standard gehört.
Die Stanford University ist weltweit noch die Nummer 1, doch schon ...   Die Stanford University ist weltweit noch die Nummer 1, doch schon auf Rang 4 folgt eine europäische Schule
Beabsichtigt oder nicht macht das kleine Detail deutlich, dass sich das Ursprungsland des MBA immer noch als weitestgehend konkurrenzlos sieht. Doch Europas Business-Schulen holen auf. Seit einigen Jahren mischen auf dem internationalen Markt auch immer mehr europäische Vertreter mit. Im aktuellen Ranking der Financial Times sind vier europäische Schulen, die London Business School (LBS), die Insead mit einem Campus nahe Paris sowie die spanischen Schulen IE und Iese, unter den Top Ten.
Unterschiede diesseits und jenseits des Atlantiks
Der MBA made in Europe liegt im Trend. Ein wichtiger Grund ist die internationale Ausrichtung. "Europäische Business-Schulen denken eher global, amerikanische sind hingegen stark US-zentriert", sagt Dipak Jain, Dekan der Insead. Neben dem Campus in Fontainebleau hat die Schule noch Standorte in Singapur und Abu Dhabi. Jain kennt die Hochschullandschaft auf beiden Seiten des Atlantiks, schließlich war er bis 2009 Dekan der amerikanischen Kellogg School of Management.
Amerikanische Studenten strebten nach wie vor Positionen in nationalen Unternehmen wie Microsoft oder General Motors an. Die Studenten europäischer Schulen würden hingegen Geschäftsführer in der Mongolei oder Kenia oder peilten Posten in Nichtregierungsorganisationen an. "Unsere Studenten gelten als flexibler und offener für Herausforderungen, daher sind sie vor allem in globalen Unternehmen gefragt", sagt der Dekan.
Multikulti-Studentenschar oder regionale Auswahl
Im Gegensatz zu vielen ihrer amerikanischen Konkurrenten spiegelt sich die internationale Ausrichtung europäischer Schulen auch in ihren Teilnehmern wider. Gerade an den kleineren Schulen studieren vor allem Amerikaner aus der jeweiligen Region. Ein völlig anderes Bild ergibt sich in Europa und auch im noch kleinen MBA-Markt in Deutschland: Im Insead-Jahrgang 2011 fanden sich 1000 Teilnehmer aus 86 Ländern.
An der Handelshochschule Leipzig (HHL) kommen sogar 70 Prozent der Studierenden aus dem Ausland, die meisten davon aus Indien und den USA. "Das Internationale ist unser Selbstverständnis", sagt Andreas Pinkwart, Rektor der HHL. An der Mannheim Business School (MBS) lernen europäische - darunter 26 Pronzent deutsche -, amerikanische und asiatische Schüler. "Eine dominierende Gruppe entspricht nicht unserer Philosophie", sagt Präsident Jens Wüstemann. Der etwas höhere Anteil deutscher Studenten an der Hochschule sei durchaus gewollt. Schließlich erwarten die internationalen Teilnehmer von einem deutschen MBA-Studium auch die Kontakte zu Land und Leuten - und nicht zuletzt zur deutschen Unternehmenswelt.
Dass sich neben Amerikanern vor allem Asiaten für die europäischen Schulen interessieren, erklärt sich für Ulrich Winkler, Vizedekan für Lehre der European Business School (EBS) in Hessen, aus zwei Faktoren. Erstens sei durch den Aufschwung in Ländern wie China, Indien und Indonesien auch der Bedarf an international ausgebildeten Managern gestiegen. Zweitens sei dort Bildung enorm wichtig. "Die Chinesen sind hungrig", bringt es Winkler auf den Punkt.

Teil 2: Wie Unternehmen auf die Schulen reagieren

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