FTD.de » Management + Karriere » Karriere » Das Rennen um die besten Bewerber

Merken   Drucken   03.06.2008, 12:00 Schriftgröße: AAA

Das Rennen um die besten Bewerber

Durchschnittsstudenten haben trotz des Fachkräftemangels bei Top-Unternehmen wenig Chancen. Um die besten Absolventen für einen Job zu interessieren, arbeiten die Big Player intensiv an ihrem Image. Außerdem kooperieren sie schon früh mit Hochschulen und bieten Workshops, Firmen-Rallyes oder Studenten-Events an. von Sabine Meinert
Nach Ansicht von Roman Dykta vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG hat sich der "War for Talents" durch den zunehmenden Fachkräftemangel und den konstant hohen Einstellungsbedarf in den letzten Jahren verschärft. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt deutlich verändert, so der Manager. Er beobachtet, dass Unternehmen differenzierter nach Spezialisten und Top-Absolventen suchen.
Die Bewerber wollen dagegen mehr Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Vor allen Dingen suchen sie aber einen Job, der zu Ihnen passt und spannende Arbeitsaufgaben verspricht. "KPMG legt daher großen Wert darauf, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das unsere Firma für die besten Talente interessant macht. Wir versuchen zudem, sie über verschiedene Arbeitsmodelle sowie verstärkte Aus- und Fortbildung an uns zu binden. Gezieltes Diversity Management ist in den nächsten Jahren unser großes Thema."
Roman Dykta von KPMG   Roman Dykta von KPMG
Dykta ist bei KPMG für Personal- und Hochschulmarketing zuständig. Er beobachtet nicht nur, dass die Budgets für die Anwerbung von Fachkräften steigen und die Recruiting-Aktionen immer vielfältiger werden. Die Aufmerksamkeit, die ein Unternehmen früher mit ein paar Artikeln in der Tages- und Fachpresse erreichen konnte, reicht heute schon lange nicht mehr, um das Interesse der potenziellen "Neu-KPMGler" zu wecken.
Messen, Marketing, Master
Wie fast alle großen Unternehmen geht KPMG deshalb auf Job- und Studentenmessen, versucht dort in Kontakt zu kommen mit der Zielgruppe. Mitarbeiter des Hauses bekommen ein sogenanntes Botschaftertraining, um auf solchen Veranstaltungen die Bewerber auf "Augenhöhe" beraten zu können. Neben Infoheften, Flyern und anderem Marketingmaterial präsentiert sich das Unternehmen auch rund um Absolventenkongresse oder über eine eigene Datenbank für Nachwuchs-Führungskräfte. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen entwickelte zudem zusammen mit der Frankfurt School of Finance einen Studiengang "Master of Finance and Accounting". Mit dem Programm will KPMG seinen Mitarbeitern Entwicklungs- und Karrierechancen bieten und sich bei potenziellen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber etablieren, wie Dykta sagt.
Aber auch das praktische Kennenlernen des Arbeitgebers KPMG ist möglich: Als Werkstudenten und Praktikanten können ausgewählte Studenten das mögliche neue Arbeitsumfeld kennenlernen. Examensnahe Studenten dürfen schon mal in der "Karriere-Küche" mitbrutzeln. Sprich: Zwischen Kartoffelschälen und Fisch blanchieren berichten KPMGler von ihrem Job, beim anschließenden Essen dürfen ihnen gern Löcher in den Bauch gefragt werden.
Dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen liegt viel daran, Informationen aus erster Hand weiterzugeben. Denn es zeigt sich, dass die Kandidaten verstärkt auf authentische Informationen aus den Firmen setzen. Auch über interkulturelle Trainings oder soziale Aktionen wie einen "Charity Run" sucht KPMG den Weg zu den besten Studenten. All diese Aktionen lässt sich das Unternehmen einiges kosten. Bis zu mehreren Tausend Euro pro Bewerber werden als "cost per hire" einkalkuliert, bestätigt Dykta. Der Aufwand sei gerechtfertigt, sagt er. Immerhin komme die Botschaft an. KPMG sei Umfragen zufolge für Studenten ein interessantes Unternehmen und gehöre in den jährlichen Universum-Rankings regelmäßig zu den beliebtesten Arbeitgebern. "Ein positives Image kann im Wettlauf um die besten Nachwuchskräfte ein entscheidender Vorteil sein."

Teil 2: Wie der Mittelstand um Absolventen wirbt - lesen Sie weiter.

  • FTD.de, 03.06.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote