Roman Dykta von KPMG
Dykta ist bei KPMG für Personal- und Hochschulmarketing zuständig. Er beobachtet nicht nur, dass die Budgets für die Anwerbung von Fachkräften steigen und die Recruiting-Aktionen immer vielfältiger werden. Die Aufmerksamkeit, die ein Unternehmen früher mit ein paar Artikeln in der Tages- und Fachpresse erreichen konnte, reicht heute schon lange nicht mehr, um das Interesse der potenziellen "Neu-KPMGler" zu wecken.
Messen, Marketing, Master
Wie fast alle großen Unternehmen geht KPMG deshalb auf Job- und Studentenmessen, versucht dort in Kontakt zu kommen mit der Zielgruppe. Mitarbeiter des Hauses bekommen ein sogenanntes Botschaftertraining, um auf solchen Veranstaltungen die Bewerber auf "Augenhöhe" beraten zu können. Neben Infoheften, Flyern und anderem Marketingmaterial präsentiert sich das Unternehmen auch rund um Absolventenkongresse oder über eine eigene Datenbank für Nachwuchs-Führungskräfte. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen entwickelte zudem zusammen mit der Frankfurt School of Finance einen Studiengang "Master of Finance and Accounting". Mit dem Programm will KPMG seinen Mitarbeitern Entwicklungs- und Karrierechancen bieten und sich bei potenziellen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber etablieren, wie Dykta sagt.
Aber auch das praktische Kennenlernen des Arbeitgebers KPMG ist möglich: Als Werkstudenten und Praktikanten können ausgewählte Studenten das mögliche neue Arbeitsumfeld kennenlernen. Examensnahe Studenten dürfen schon mal in der "Karriere-Küche" mitbrutzeln. Sprich: Zwischen Kartoffelschälen und Fisch blanchieren berichten KPMGler von ihrem Job, beim anschließenden Essen dürfen ihnen gern Löcher in den Bauch gefragt werden.
Dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen liegt viel daran, Informationen aus erster Hand weiterzugeben. Denn es zeigt sich, dass die Kandidaten verstärkt auf authentische Informationen aus den Firmen setzen. Auch über interkulturelle Trainings oder soziale Aktionen wie einen "Charity Run" sucht KPMG den Weg zu den besten Studenten. All diese Aktionen lässt sich das Unternehmen einiges kosten. Bis zu mehreren Tausend Euro pro Bewerber werden als "cost per hire" einkalkuliert, bestätigt Dykta. Der Aufwand sei gerechtfertigt, sagt er. Immerhin komme die Botschaft an. KPMG sei Umfragen zufolge für Studenten ein interessantes Unternehmen und gehöre in den jährlichen Universum-Rankings regelmäßig zu den beliebtesten Arbeitgebern. "Ein positives Image kann im Wettlauf um die besten Nachwuchskräfte ein entscheidender Vorteil sein."