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Merken   Drucken   24.07.2007, 14:48 Schriftgröße: AAA

Die Lieblingsarbeitgeber deutscher Juristen

Fragt man Absolventen der juristischen Fakultäten deutschen Hochschulen nach ihrem Lieblingsarbeitsplatz, dann gibt es für die meisten nur eine Antwort: Berlin, Werderscher Markt 1. Dort residiert das Auswärtige Amt. Ebenfalls gefragt sind die großen Kanzleien in Deutschland. von Sabine Meinert
Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller üben nach dem Hauptsitz der deutschen Diplomaten die größte Anziehungskraft auf Neu-Juristen aus. Auch die Kanzleien Clifford Chance und Gleiss Lutz Rechtsanwälte können direkt hinter den Kollegen punkten, zeigt eine Studie des Trendence Institut, das sich als Forschungsinstitut im Bereich Employer Branding (Arbeitgeber als Marke) etabliert hat.
Favorit unter Juristen: das Auswärtige Amt   Favorit unter Juristen: das Auswärtige Amt
Wer als Jurist in den Beruf einsteigt, der will es in einer gut angesehen Kanzlei tun. Ihre Beliebtheit verbessern konnten deshalb auch internationale Rechtsanwaltssozietäten wie Shearman & Sterling LLP - die von Platz 31 im Vorjahr auf Platz 21 gerutscht sind - und Allen & Overy LLP (von Rang 16 auf 13). In dem Arbeitgeber-Ranking verloren hat dagegen KPMG. Nach Platz 23 in 2006 rangiert der Wirtschaftsprüfer in diesem Jahr nur noch auf Rang 28.
Absolventenbarometer Juristen
1. Auswärtiges Amt
2. Freshfields Bruckhaus Deringer
3. Hengeler Mueller
4. Clifford Chance
5. Gleiss Lutz Rechtsanwälte
6. McKinsey & Company
7. CMS Hasche Sigle
8. Linklaters
9. Deutsche Lufthansa
10. BMW
11. Porsche
12. Lovells
13. Shearman & Sterling LLP
14. Deutsche Bank
15. ProSiebenSat.1 Media
16. Allen & Overy LLP
16. Taylor Wessing Partnergesellschaft
18. DaimlerChrysler
19. Latham & Watkins LLP
20. Baker & McKenzie
20. Boston Consulting Group
20. Siemens
 
Aber auch Industrie-Unternehmen nehmen die Top-Absolventen für den Karriere-Einstieg ins Visier. Selbst ein Verkehrsunternehmen wie die Deutsche Lufthansa gehört bei den Juristen zu den zehn beliebtesten Arbeitgebern. Unter den Top 25 finden sich zudem vier große Autobauer, die im Übrigen bei Studenten aller Fachrichtungen weit vorn in der Beliebtheitsskala liegen. Auch Siemens, die Deutsche Bank und die Allianz (Platz 24) genießen bei den Nachwuchsjuristen einen guten Ruf.
Gute Jobs, gutes Gehalt
Überdurchschnittlich gute Jura-Absolventen gehen inzwischen den Jobeinstieg recht selbstbewusst an: Wie die Studie zeigt, ist der Trend zur Bescheidenheit in Bezug auf Gehaltsvorstellungen gebrochen. Den Berufseinsteigern ist ein gutes Einstiegsgehalt wieder relativ wichtig. 2006 lagen die Erwartungen bei rund 53.300 Euro. In der diesjährigen Befragung erwarten die angehenden und Volljuristen ein Jahresgehalt von knapp 65.000 Euro - über 10.000 Euro mehr als zuvor.
Auch lange Arbeitstage und Überstunden wollen die Absolventen nicht mehr so gern auf sich nehmen. Sie erwarten eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 54,4 Stunden - im Vorjahr waren die meisten noch bereit, im Schnitt 54,9 Stunden zu arbeiten.
Gefragte Nachwuchskräfte
Lena Steinberg vom Trendence Institute sieht in der Entwicklung keinen Widerspruch. Gute Jung-Juristen seien inzwischen auf dem Arbeitsmarkt gefragt: "Top-Absolventen, die zwei Prädikatsexamina, Praxis- und Auslandserfahrung vorweisen können, haben beste Chancen, ein hohes Einstiegsgehalt zu fordern und in der Kanzlei ihrer Wahl einzusteigen."
Die Studie zeigt außerdem, dass die befragten Absolventen und Volljuristen entsprechend karriereorientiert sind. Die meisten wollen nach einem Direkteinstieg arbeiten, wo sie die besten Chancen haben, Führungsaufgaben zu übernehmen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und sich durch praktische Tätigkeiten weiterzubilden.
"Das Deutsche Absolventenbarometer 2007 - Law Edition" wurde ermittelt durch das Trendence Institut in Kooperation mit e-fellows.net. Befragt wurden etwa 1400 Studierende und Referendare der Rechtswissenschaften sowie Volljuristen.
  • FTD.de, 24.07.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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