Wer anderen auf den Schlips tritt, behindert den eigenen Aufstieg
Der sichere Händedruck, der richtige Ton sind Geld wert. Denn gutes Benehmen bringt leichter ans Ziel. Das gilt auch für Manager, die Vieles zwar theoretisch wissen, praktisch aber häufig noch dazu lernen müssen.
Wer zur Begrüßung nur lasch die Hand seines Gegenübers schüttelt, mit den Augen und Ohren aber schon beim nächsten Geschäftspartner ist, hat den ersten Fettnapf voll erwischt. Zudem reicht der Ranghöhere üblicherweise zuerst die Hand. Wer sich vordrängelt, hat daneben gegriffen.
Was früher als lässig galt, wird heute durchaus als Unhöflichkeit und mangelnde Etikette wahrgenommen. Deshalb raten Personalberater, gutes Benehmen zu trainieren. Häufig geht es um ganz einfache Dinge, z. B. das Telefonieren: Man hört sehr deutlich, wer beim Telefonieren aufrecht sitzt und sich Notizen macht und wer mit den Füßen auf dem Tisch im Bürostuhl fläzt. Kunden, die sich nicht ernst genommen fühlen, sind aber die ersten, die abspringen, warnen Experten.
Gefahr erkannt, Training tut gut
Das Gespür dafür was sich „schickt“ und wie man sich benimmt, scheint manchen Führungskräften abhanden gekommen zu sein. Aber Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung: Mehr als 90 Prozent der in einer Studie der Claus Goworr Consulting befragten Führungskräfte zählen Ehrlichkeit und Respekt zu den Verhaltensweisen, die es zu verbessern gilt. Auch eine bessere Kommunikations-, Kritik- und Konfliktfähigkeit wird weit oben angesiedelt. Immerhin mehr als 94 Prozent der befragten Manager sind der Meinung, dass es genau daran in den Chefetagen häufig mangelt.
Wer an seinen Manieren arbeitet, stärkt seine fachliche Kompetenz und das Firmenimage. Ein Chef mit gutem Benehmen ist nicht nur Vorbild für seine Mitarbeiter, er kann sie auch deutlich besser motivieren, so Personaltrainer. Gutes Benehmen wird deshalb auch immer häufiger als Karrieremotor eingestuft.
Und wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie die Stolperfallen im Geschäftsleben erkannt? Worauf müssen Sie noch achten, woran arbeiten? Testen Sie ihren Benimm-Faktor, finden Sie Ihre Schwachstellen, erkennen Sie Ihr Verbesserungspotenzial.