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Merken   Drucken   06.02.2007, 08:00 Schriftgröße: AAA

Europa punktet mit eigenem Profil

Zunehmend verdrängen europäische Business-Schulen die alteingesessenen US-Schulen. Sie sind internationaler ausgerichtet und bieten kürzere MBA-Kurse. Acht Institute auf dem alten Kontinent gehören zu den besten 20 der Welt. von Bärbel Schwertfeger
Die Studenten des Instituto de Empresa in Madrid  kommen aus aller ...   Die Studenten des Instituto de Empresa in Madrid kommen aus aller Welt
Vor zehn Jahren war das Instituto de Empresa (IE) noch eine international weitgehend unbekannte spanische Business-Schule. Heute kommen die 359 Studenten aus 57 Nationen, darunter sind so exotische Länder wie der Irak, Kasachstan und Sierra Leone. Die größte Gruppe stellen die Mexikaner noch vor den Spaniern. Es folgen die Italiener, Kolumbianer und die Deutschen.
"Unsere Vorteile sind die Kürze des Programms, der Fokus auf Unternehmertum und nicht zuletzt die Attraktivität von Madrid", sagt MBA-Direktor David Bach. So absolviert jeder MBA-Student einen Kurs in Entrepreneurship - der Kunst, ein Unternehmen mit großer Initiative zu führen und dabei auch das Risiko nicht zu scheuen. Außerdem wissen die Studenten später auch, wie ein Businessplan geschrieben wird.
"Unsere Absolventen denken unternehmerisch und gehen daher auch anders an Probleme heran", sagt Bach. Das komme auch bei den Firmen gut an. Längst rekrutieren auch zahlreiche deutsche Unternehmen wie Beiersdorf, BMW, Deutsche Post World Net und die Deutsche Bank ihren Führungsnachwuchs am IE.
Im weltweiten FT-Ranking landete die Madrider Schule in diesem Jahr auf Platz elf weltweit und ist damit die drittbeste europäische Schule - nach der London Business School und dem Pariser Insead.
Die zehn besten Anbieter von MBA-Programmen weltweit
1. University of Pennsylvania: Wharton
2. Columbia Business School
3. Harvard Business School
3. Stanford University GSB
5. London Business School
6. University of Chicago GSB
7. Insead
8. New York University: Stern
9. Dartmouth College: Tuck
10. Yale School of Management
Quelle: FT MBA 2007
 
Internationalität als Vorteil Das Beispiel zeigt, wie sich der Wettbewerb der führenden Business-Schulen zunehmend ändert. Beherrschten lange Zeit amerikanische Schulen die Spitzenplätze, so sind heute bereits acht europäische und eine chinesische Schule unter den Top 20.
Der mithilfe europäischer Institute aufgebauten China Europe International Business School (Ceibs) in Schanghai gelang dabei ein Sprung von zehn Rangplätzen auf Platz elf. Die Judge Business School an der University of Cambridge konnte sich sogar um 20 Plätze auf Rang 15 verbessern. Die erst 1996 gegründete Saïd Business School der Universität von Oxford landete auf Platz 19.
"Die Zahl und die Qualität unserer Bewerber nimmt deutlich zu", sagt Stephan Chambers, MBA-Direktor an der Saïd Business School. Rund 1000 Bewerber gab es für die 225 Studienplätze. Je ein Drittel der Studenten kommt aus Europa, Asien und Amerika. "Unser Fokus ist die Welt und nicht Europa", betont Chambers.
Konkurrenz sehe er daher eher bei einigen Schulen in den USA, aber auch bei neuen Schulen in China und Indien. "An der Spitze wird es künftig noch mehr Wettbewerb geben", ist der MBA-Direktor überzeugt. Bei der nächsten Rezession auf dem MBA-Markt werde es deshalb vor allem die Programme mit mittlerer Qualität treffen.

Lesen Sie mehr über europäische MBA-Programme

  • FTD.de, 06.02.2007
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