FTD.de » Management + Karriere » Karriere » Europas Kampf um die Superhirne

Merken   Drucken   15.12.2007, 10:00 Schriftgröße: AAA

Europas Kampf um die Superhirne

Bislang gelten die USA und Australien bei Studenten und Professoren als die beliebtesten Länder. Die EU will das jetzt ändern und fördert mit dem Erasmus-Mundus-Programm Masterstudiengänge, die verschiedene europäische Universitäten gemeinsam anbieten. von Oranus Mahmoodi
Die klügsten Studenten und angesehensten Professoren will man aus aller Welt nach Europa locken. Das Mittel der Verführung: Erasmus Mundus. Dieses Programm ermöglicht Bachelorabsolventen aus Asien, Afrika und Lateinamerika einen exklusiven Masterabschluss in Europa.
Das Studium absolvieren sie in mindestens zwei EU-Ländern. Universitäten, die ein solches Angebot machen wollen, müssen sich mit der Studienordnung in Brüssel bewerben, die sie gemeinsam mit ihren Partnerhochschulen erarbeitet haben. Das Programm steht grundsätzlich allen Fächergruppen offen.
"Es geht bei Erasmus Mundus um die Attraktivität des europäischen Hochschulraums", sagt Siegbert Wuttig, Leiter der EU-Programme beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn. "Europa möchte sich damit im Wettbewerb um die klügsten Köpfe global gut aufstellen." Damit die besten Köpfe der Welt nicht immer nur in der USA oder in Australien studierten, vergibt die EU Stipendien in Höhe von insgesamt 42.000 Euro je Studenten.
Die meisten High Potentials kommen aus Asien, im ersten Durchgang von 2004 bis 2007 waren es 2325. Rund 100 Masterstudiengänge sind Teil des Programms. "Künftig werden wir das Programm mit Partneruniversitäten aus Drittländern erweitern, damit auch deutsche Studierende beispielsweise nach Asien gehen können", sagt Wuttig.
Europa: Bildungstechnisch zusammenwachsen
Erasmus Mundus ist nicht nur ein Instrument für die Attraktivität der europäischen Hochschullandschaft nach außen. "Europa soll auch bildungstechnisch zusammenwachsen", sagt Monika Pater, Beauftragte für Austauschprogramme am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft in Hamburg.
Das Institut beteiligt sich mit zwei Hochschulen in Dänemark, Universitäten in Wales, London und Amsterdam an dem Masterstudiengang "Journalism and Media within Globalisation. The European Perspective". Die beteiligten Hochschulen entwickelten zusammen die Studienschwerpunkte und die Studienordnung.
"Wir haben durch die Zusammenarbeit zusätzliche Kontakte zu anderen Wissenschaftlern aus Europa und werden dadurch selbst globaler", sagt Pater. Die Studierenden des Instituts könnten jetzt auch - unabhängig vom Erasmus Mundus - Auslandssemester an den befreundeten Instituten verbringen.
Europäische Studenten nicht willkommen
Die Teilnahme am Erasmus-Mundus-Programm kann für europäische Studenten allerdings teuer werden: 4500 Euro müssen sie für zwei Semester zahlen. Und das sind nur die Studiengebühren. Dass europäische Masterstudenten an Erasmus Mundus teilnehmen, sei ein nachgeordnetes Ziel, sagt Wuttig. "Unser erstes Ziel ist es, Leute aus Drittländern zu ziehen." Diese sollen dann im eigenen Land für die europäischen Universitäten werben.
"Wenn sich das einspielt, bekommt Europa die hochwertigsten Studenten", sagt Wolfgang Weigel, Koordinator für das Erasmus-Mundus-Programm an der Universität in Wien und Mitglied des Leitungsgremiums des europäischen Hochschulprogramms.
Eine Investition sei es insofern, als die Absolventen Werbung für Europa als Hochschulstandort machten und dass die Institute mit den besten Köpfen in Kontakt blieben. "Konkrete volkswirtschaftliche Nutzen sind nicht klar festzumachen, das Programm hat eher eine Langzeitwirkung", sagt Weigel.

Teil 2: Den Herausforderungen der Globalisierung begegnen

  • FTD.de, 15.12.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote