Aktuare brauchen mehr als nur MathematikDie Mathematikerin befasste sich unter anderem mit Eintrittswahrscheinlichkeiten. Dazu gehörte die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand zunächst berufsunfähig ist, aber nach fünf Jahren wieder in seinem Job arbeiten kann. Später war sie bei einem Rückversicherer und bei einer Ratingagentur tätig, heute ist sie in der Holding von AMB-Generali im Konzernaktuariat in der Personenversicherung tätig.
Schütz hat nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben. "Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich", sagt sie. Aktuare brauchen mehr als die Fähigkeit zum abstrakten Denken und Spaß an Zahlenspielen. Sie müssen kommunikationsstark sein. "Man muss sehr komplexe und abstrakte Sachverhalte so komprimieren können, dass sie jemand versteht, dem man sie auf den Blackberry schickt", sagt sie. Die 43-Jährige schätzt das analytische Vorgehen, das in ihrem Beruf unverzichtbar ist, und die Anforderung, den Dingen genau auf den Grund gehen zu müssen. "Nichts ist so wie es scheint", sagt sie.
Schon früh begann die Mathematikerin mit ihrer Fortbildung zur Aktuarin. Teilnehmer müssen 15 Prüfungen bestehen. Belegen sie alle angebotenen Kurse und Seminare und bestehen sie jede Prüfung auf Anhieb, kostet sie das maximal 11.000 Euro. Eine Reihe von Vorleistungen, etwa während des Studiums, werden anerkannt. Der Abschluss ist das Eintrittsticket in die DAV. Nur wenige Hundert in Deutschland tätige Aktuare sind hier nicht Mitglied.