In den ersten Ferientagen gleich von der Grippe erwischt? - Leisure Sickness
Diese Reaktionen sind wissenschaftlich belegt, sagt Tomas Stein, ärztlicher Direktor und Kardiologe am Diagnostik-Zentrum Fleetinsel in Hamburg. "Der Körper fährt die Immunabwehr auf ein Höchstniveau, wenn er unter Stress steht. Fällt der Stresspegel, fährt er die Produktion der Abwehrzellen abrupt herunter, sodass sich Krankheitserreger ungehindert Zutritt verschaffen können."
Der Arzt warnt zudem davor, dass neben der Immunabwehr bei Stressgeplagten häufig auch das gesamte vegetative Nervensystem angegriffen ist - was sich in steigendem Blutdruck, Schlafstörungen, übermäßigem Schwitzen oder Kurzatmigkeit zeigen kann. Nur: Gehen die Betroffenen zum ärztlichen Check, wird häufig nichts gefunden. Denn Sympathikus und Parasympathikus sorgen ebenfalls für den "Ferieneffekt". Bei hoher Anspannung wird das menschliche Gehirn mit mehr Sauerstoff und Energie versorgt, in Zeiten der Entspannung mit weniger. "Ist dieses Zusammenspiel gestört, fühlt sich der Betroffene auch im eigentlichen Ruhezustand stets gehetzt und unter Druck", erklärt Stein.
Dagegen lässt sich was tun
Wer diesen Zustand vermeiden will, kann vorbeugen. Stein rät zum Beispiel, die schönsten Wochen des Jahres mit ein paar "Puffertagen" einzuleiten, also nicht direkt vom Schreibtisch in den Urlaub zu starten. Ein, zwei Tage zuhause, in denen die Koffer gepackt und letzte Vorbereitungen erledigt werden, sollten helfen, den Stressfaktor für die Anreise und den Start in die Ferien zu mindern. "Auch nach der Reiserückkehr sollten Urlauber nicht sofort wieder arbeiten, sondern dem Körper ein oder zwei Tage geben, um sich zu akklimatisieren."