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Merken   Drucken   02.07.2009, 07:00 Schriftgröße: AAA

Führungskräfte-Fortbildung: Womit Hochschulen zum Herbst punkten

In Zeiten knapper Kassen und sinkender Weiterbildungsbudgets setzen Universitäten und Business-Schulen verstärkt auf berufsbegleitende Studiengänge. Außerdem erweitern sie ihr Angebot um Spezialisierungen und Programme mit ungewöhnlichem Fokus. von Sabine Meinert
Die Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburgt rüstet auf: Mit den neuen Studiengängen Mensch-Computer-Interaktion, Software-System-Entwicklung, Computing in Science und Nano-Science and Technology will sie künftig den Abiturienten ein noch umfassenderes und attraktiveres Angebot eröffnen.
Beim Studiengang Software-System-Entwicklung handelt es sich um ein eher praxisorientiertes Studium. Im Fokus steht die Entwicklung und Gestaltung von Anwendungssoftware. Die erforderlichen Programmierkenntnisse will das Studium ebenso vermitteln wie kommunikative Fähigkeiten und andere "Soft Skills".
Der Studiengang Mensch-Computer-Interaktion bietet dagegen Perspektiven in Informatik und Psychologie, aber auch in Pädagogik, Linguistik und Design. Hier werden die menschliche Kommunikation und die Interaktion mit und durch Computer über Informatiksysteme näher beleuchtet.
Das Hauptgebäude der Universität Hamburg   Das Hauptgebäude der Universität Hamburg
Computing in Sciences nimmt die Entwicklung auf, dass sich der Computer in nahezu allen Naturwissenschaften als ein wichtiges Werkzeug etabliert hat. Experimente und deren Auswertung werden in sehr oft rechnergestützt durchgeführt. Vor diesem Hintergrund verknüpft der Studiengang informatisch-mathematische und naturwissenschaftliche Lehrinhalte aus der Physik, Chemie oder Biochemie und bildet Wissenschaftler für die interdisziplinäre Forschung aus.
Der interdisziplinäre Studiengang der Nanowissenschaften und Nanotechnologie besteht dagegen aus Inhalten der Chemie, Physik, Informatik und Biochemie. Im Mittelpunkt steht auch hier der interdisziplinäre Ansatz, der helfen soll, Zukunftsprobleme in den Bereichen Gesundheit, Mobilität, Energie sowie Information und Kommunikation zu lösen.
Links: www.informatik.uni-hamburg.de/Info/Studium/SSE/, www.informatik.uni-hamburg.de/Info/Studium/MCI/, www.zbh.uni-hamburg.de/cis_study/, www.nano.uni-hamburg.de
Zum kommenden Wintersemester startet die FH Ludwigshafen einen neuen Fernstudiengang "MBA BWL". Zielgruppe des neuen Angebots sind Interessenten, die bereits ein wirtschaftswissenschaftliches Erststudium mit einem Bachelor- oder Diplomabschluss absolviert haben. Diese Teilnehmer wollen häufig das Fernstudium für einen Karriereschritt nutzen.
Betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen wird bei diesem Angebot vorausgesetzt. In dem postgradualen Aufbaustudiengang werden dann Themen wie Existenzgründung, Controlling, Logistik, Marketing sowie die Sozialkompetenz vertieft. Das MBA-Studium wird in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) angeboten, über die auch die Anmeldung erfolgt.
Link: www.zfh.de
Die Internationale Universität von Monaco   Die Internationale Universität von Monaco
Die International University of Monaco (IUM) erweitert im September ihr Angebot um einen Master’s in International Business & Global Affairs (MIBG). Der zehnmonatige interdisziplinäre Studiengang in englischer Sprache soll das Verständnis für Globalisierung und Geopolitik fördern.
Dabei verbindet der Master als erster Studiengang die beiden Komponenten "International Business" und "Global Affairs". Das 10-monatige Masterprogramm hebt sich zudem durch seine kurze Dauer von anderen Programmen ab.
Ziel des MIBG ist es laut IUM, verantwortungsbewusste Führungskräfte auszubilden. Nach Studienabschluss stehen den Absolventen Wege in führenden Unternehmen, internationalen Organisationen (NGOs oder Behörden) oder auch in der Diplomatie offen.
Für die Zulassung muss ein erster Hochschulabschluss nachgewiesen werden. Desweiteren sind ein Sprachtest sowie zwei Referenzschreiben von Professoren oder Arbeitgebern nötig. Das Auswahlverfahren sieht zudem ein Zulassungsgespräch vor. Die Kosten des Programms belaufen sich auf 16.800 Euro pro Teilnehmer.
Link: www.monaco.edu
Die FH Kaiserslautern, Standort Zweibrücken, bietet einen berufsbegleitenden Fernstudiengang mit dem Schwerpunkt MBA Vertriebsingenieur & Marketing-Management an. Damit will die Schule dem Fachkräftemangel und dem demographischen Wandel entgegenwirken, die der Schule zufolge die Firmen viel mehr als die aktuelle Rezession belasten.
Das postgraduale Fernstudium soll den Teilnehmern einen Karrieresprung ermöglichen. Denn: Unternehmen suchen Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler sowie Geistes- und Naturwissenschaftler für den Vertrieb. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass technisch anspruchsvolle Geräte beispielsweise ohne fachkundige Erklärung eines Ingenieurs kaum noch verkauft werden können.
Das Programm richtet sich vorwiegend an Absolventen eines ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiums, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Auch Interessenten ohne ersten Hochschulabschluss können unter bestimmten Voraussetzungen und einer Eignungsprüfung zum Studium zugelassen werden. Das akkreditierte Fernstudium ist auf vier Semester ausgelegt und international ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen in den ersten beiden Semestern betriebswirtschaftliche Grundlagen, Finanzmanagement, Controlling sowie Soft Skills. Im Folgenden können die Teilnehmer ihr Wissen zu den Schwerpunkten Vertriebsingenieur oder Marketing-Management vertiefen. Als Highlight findet während des Abschluss-Semesters ein 4-tägiges internationales Master-Thesis-Seminar an einer Partnerhochschule in Ungarn oder Italien statt.
Link: http://ving.bw.fh-kl.de/
Effizient gestalten: An vier Standorten können Studenten ihren ...   Effizient gestalten: An vier Standorten können Studenten ihren Bachelor mit Fokus Logistik erwerben
Die Hochschule Fresenius startet an vier Standorten den neuen Studiengang Logistics & Retail. In Idstein, Köln, Hamburg und München können sich Studierende ab dem Herbstsemester in dem neuen Bachelorprogramm (in Akkreditierung durch die FIBAA) mit Güterströmen in der nationalen und internationalen Logistik sowie dem Management von Handelsunternehmen beschäftigen. In dem sechssemestrigen Studium zum staatlich anerkannten Bachelor of Arts werden sie Spezialwissen aus den Bereichen Logistik und Handel wie etwa zu Transportrecht und Verkehrspolitik erwerben und mit betriebswirtschaftlichen Fächern kombinieren.
Außerdem neu in Hamburg und München ist der Studiengang Gesundheitsökonomie. Er schlägt eine Brücke zwischen betriebswirtschaftlichem Knowhow und medizinischem Wissen.
Da die Studiengänge der Hochschule Fresenius (HSF) standortübergreifend angeboten werden, können die Studierenden auch den Studienort wechseln. Zudem ist es möglich, Schwerpunkte studiengangsübergreifend zu wählen. So kann beispielsweise der Gesundheitsökonom in spe – wenn gewünscht - sein Logistik-Wissen vertiefen.
Zuletzt hatte die HSF alle Bachelorstudiengänge des Fachbereichs Wirtschaft & Medien überarbeitet und optimiert. Für die Studiengänge Media & Communication Management und Business Law wurden neue Schwerpunkte entwickelt: Eventmanagement sowie Sport- & Entertainment Management, außerdem M&A Recht (Fusions- und Übernahmerecht).
Der Studienablauf kam ebenfalls auf den Prüfstand: Künftig wird es vier Prüfungstermine im Jahr geben, ebenso die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes: Im vierten Semester können die Studenten ein Semester in New York, Prag oder Moskau absolvieren.
Link: www.hsfresenius
Die HAW Hamburg beschäftigt sich künftig verstärkt mit den Themen Windenergie, erneuerbare Energieen und Energieeffizienz. Ab Herbst 2009 startet die Schule dem neu ausgerichteten Master-Studiengang "Innovative Energiesysteme im Maschinenbau". Er bietet nun mehr Wahlmöglichkeiten und ein verbessertes Lehrangebot. Einzelne Module können auch studienübergreifend genutzt werden.
Außerdem bietet die HAW künftig den Masterstudiengang "Renewable Energy Systems – Environmental and Process Engineering (M.Eng.)" an. Im Fokus steht die praxisnahe Vertiefung in Entwicklung, Planung und Bau von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien aus Sonne, Wind und Bioenergie. Zielgruppe sind Absolventen der Umwelttechnik, Verfahrenstechnik und verwandter Ingenieursstudiengänge, die sich mit dem Masterstudiengang für die Anforderungen in der Branche der Erneuerbaren Energien qualifizieren möchten. Hauptsprache ist Englisch. Wie der Studiengang Innovative Energiesysteme im Maschinenbau dauert er drei Semester.
Link: www.haw-hamburg.de
Die Fachhochschule Trier bietet die Möglichkeit, sich per Fernstudium zum Master of Computer Science weiterzuqualifizieren. Dieser Abschluss wird in Kooperation mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen ZFH organisiert und bietet Experten zufolge gute Karrierechancen. Denn trotz Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Fachkräften im ITK-Bereich weiterhin hoch, bestätigt der Branchenverband Bitkom. Das Fernstudium wird in verschiedenen Varianten angeboten. Der akkreditierte Master-Fernstudiengang Informatik führt zum international anerkannten Abschluss Master of Computer Science. Er bietet Interessenten mit und ohne erstem Hochschulabschluss, die bereits im Informatik-Bereich tätig sind, die Möglichkeit eines qualifizierten akademischen Quereinstiegs. Darüber hinaus können alle Fernstudien-Module auch einzeln als Weiterbildung absolviert werden. Jedes Modul schließt mit einem qualifizierten Hochschulzertifikat ab. Links: www.zfh.de, http://fernstudium.fh-trier.de.
Das Portal der Hamburg Media School in Hamburg-Uhlenhorst   Das Portal der Hamburg Media School in Hamburg-Uhlenhorst
Der Studiengang Film an der Hamburg Media School bekommt ab Oktober prominenten Zuwachs. Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus wird neuer Bereichsleiter Kamera der Hamburg Media School. Gemeinsam mit dem Kameramann Achim Poulheim, wird er für die Kameraausbildung der Studierenden verantwortlich sein.
Der 1935 geborene Ballhaus erlernte in den 50iger-Jahren das Handwerk des Kameramannes. Er drehte mit Rainer Werner Fassbinder (unter anderem 1979 "Die Ehe der Maria Braun"), mit Volker Schlöndorff ("Tod eines Handlungsreisenden",1985). Nach seinem Wechsel in die USA arbeitete er mit den Regisseuren Wolfgang Petersen ("Outbreak", 1995, "Air Force One", 1997), Martin Scorsese (unter anderem "Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia", 1990, und "Gangs of New York", 2002), Francis Ford Coppola ("Bram Stoker´s Dracula", 1992) und vielen anderen.
Insgesamt hat Michael Ballhaus die Bildregie für über 80 Kinofilme geführt und war dreimal für den Oscar nominiert, den er 2007 als erster Deutscher für sein Lebenswerk erhielt. Außerdem heimst er zahlreiche weitere Auszeichnungen ein - wie den Deutschen Filmpreis, den American Video Award oder den Europäischen Filmpreis.
Die Leiter des Filmstudiums Richard Reitinger und Hubertus Meyer-Burckhardt: "Wir sind begeistert, dass Michael Ballhaus sich für die Hamburg Media School entschieden hat und freuen uns sehr darauf, dass unsere Studierenden von seiner unvergleichlichen Expertise im Bereich Bildgestaltung profitieren können."
Link: www.hamburgmediaschool.com
  • FTD.de, 02.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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