Gewusst wie: Über ihr Tun denken Manager vielleicht während des Urlaubs nach, aber
nicht auf Fortbildungen. Da geht es darum, das eigene Wissen zu erweitern und neue Fertigkeiten zu erlernen. Das besagt eine Umfrage unter 214 Führungskräften im deutschsprachigen Europa über Lernstrategien. Manager werden eher als "technokratische Entscheider" denn als "reflexive Gestalter" ausgebildet, kritisiert Dieter Euler von der Universität St. Gallen.
Er hat die Studie in Zusammenarbeit mit dem Hernstein Institut in Wien erarbeitet und ausgewertet. Die Befragten lernen am häufigsten über traditionelle Seminare. Daneben
wird vor allem informell gelernt, etwa über Praxisprojekte, Erfahrungsaustausch,
Coaching und Mentoring, über die Konfrontation mit herausfordernden neuen Aufgaben
oder den Besuch von Konferenzen und Workshops.
"Diese Lernformen sind sehr lebensnah, individuell nutzbar und zielen auf die jeweiligen
Problemlösungskompetenzen ab", sagt Studien-Co-Autorin Sabine Seufert. "Das schafft kein Seminar." Sie regt an, solche Lernmethoden noch stärker mit Seminarformen zu verzahnen.
Viele befragte Manager fühlen sich in Seminaren nervös. Diese defensive Haltung
vermitteln sie ihren Mitarbeitern. "Werden moderne Lernkonzepte eingeführt, müssen sie die Chefs zuallererst nutzen", sagt Seufert, "Ansonsten haben solche Innovationen einen
schwierigen Stand."