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30.04.2010, 11:00
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Gehaltsstudie:
Karge Zeiten für Berufsanfänger
Unsicherheit und schwache Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung drücken üblicherweise die Gehälter. 2010 sollte mit der wirtschaftlichen Erholung alles anders werden. Doch eine Studie zeigt, dass daraus nichts wird.
von Sabine Meinert
Wer derzeit ins Berufsleben startet, hat wenig Chancen, mehr Gehalt als die Absolventen des Krisenjahres 2009 herauszuholen. Eine Umfrage des Online-Karriereportals Alma Mater unter mehr als 900 deutschen Unternehmen aller Größen zeigt: Die Firmen sind nicht gewillt, mehr als bisher zu zahlen.
Mit knapp 40.000 Euro im Jahr können Akademiker für den Einstieg rechnen
Die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen bleiben damit nahezu unverändert - das Durchschnittsgehalt liegt bei 39.339 Euro. Wer in Forschung und Entwicklung, in der Fertigung oder als Trainee einsteigt, muss - verglichen mit dem Vorjahr - sogar leichte Abschläge hinnehmen.
Arbeitsmarktexperten führen das auf die massiv genutzte Kurzarbeit in deutschen Firmen zurück. Zudem habe es im Umfragezeitraum (Ende 2009/Anfang 2010) eine deutliche Lohnzurückhaltung gegeben. Fakt ist jedoch: Einstiegsgehälter von über 40.000 Euro sind keine Seltenheit mehr, unabhängig davon ob jemand im Einkauf, als Personaler, in IT, Vertrieb oder Marketing anfängt.
| Einstiegsgehälter |
|
| Einkauf | rd. 40.000 Euro |
| Marketing | rd. 39.000 Euro |
| Vertrieb | rd. 40.000 Euro |
| F | rd. 41.500 Euro |
| IT-Bereich | rd. 40.000 Euro |
| Fertigung | rd. 40.000 Euro |
| Finanzen | rd. 40.000 Euro |
| Personal | rd. 39.000 Euro |
| Trainee | rd. 38.000 Euro |
|
| (nach Funktionen für alle Abschlüsse) |
Die Untersuchung zeigt zudem: Je größer ein Unternehmen, umso höher das Einstiegsgehalt für Absolventen. Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind bereit, im Schnitt 41.000 Euro pro Jahr an einen jungen Akademiker zu zahlen, bei Betrieben bis zu 1.000 Mann sind es immerhin noch ca. 38.000 Euro. Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten legen nur noch etwa 34.000 Euro auf den Tisch. Allerdings machen sie rund zwei Drittel der untersuchten Unternehmen aus.
Fachleute schlussfolgern daraus, dass Großkonzerne ihren Marktwert nutzen, um die High-Potentials jedes Jahrgangs zu rekrutieren. Im Gegenzug böten sich für Nachwuchskräfte gerade bei klein- und mittelständischen Betrieben gute Einstiegschancen, die spätere Karriereschritte ermöglichten - und so die anfänglichen Einbußen wettmachen würden. Berufseinsteiger erhielten abseits der Großunternehmen deutlich mehr Möglichkeiten, von Beginn an viel Verantwortung zu übernehmen.
Medien? Baubranche? - Besser nicht!
Am lukrativsten ist der Berufsstart im Finanzwesen, bei Chemie- und Pharmaunternehmen, Energieversorgern oder einem Unternehmen der Elektrotechnik. Das liegt offenbar daran, dass hier vor allem Absolventen mit besonderen Spezialisierungen gesucht werden, die im Rekrutierungspoker häufig mehr Gehalt herausholen können. Vergleichsweise schwach schneiden dagegen die Medienbranche sowie die Sektoren Dienstleistungen, öffentlicher Dienst, Bau und Zeitarbeit ab.
Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen nach Branchen
Auffällig ist, dass auch Berater-Neulinge eher schwache Einstiegsgehälter hinnehmen müssen. Die namhaften Consultingfirmen schmückten sich bisher eher mit dem Ruf, besonders gut zu zahlen. Die Studienväter weisen deshalb auf die Struktur in der Branche hin: Viele sehr kleine Unternehmen, die nur mäßig entlohnen, stehen hier wenigen Branchengrößen gegenüber, die den Young Professionals ordentliche Gehälter bieten.
Weniger üppig als in den Vorjahren stattet die Autobranche ihre Einsteiger aus - rund 2000 Euro weniger beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt 2010 gegenüber dem Vorjahr. In der Medienbranche ist der Gehaltsrückgang in den vergangenen zwölf Monaten mit elf Prozent anteilsmäßig am größten.
Teil 2: In welcher Region sich der Berufsstart besonders lohnt
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FTD.de, 30.04.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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