Die Zahlen zeigen, die Vergütung von Praktika ist im Vergleich zu zurückliegenden Jahren leicht gestiegen. Allerdings nicht überall gleich stark. Abhängig ist die Entlohnung zum Beispiel von der Unternehmensgröße. In Familienbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern liegt das Praktikantenentgelt bei durchschnittlich 444 Euro. Wer in einem Konzern mit über 5000 Mitarbeitern einen Platz ergattert kann mit rund 782 Euro pro Monat rechnen. Ähnlich stark sind die Schwankungen bei Abschlussarbeiten (635 Euro bis 903 Euro).
Dass Examenskandidaten fast überall mehr Geld erhalten als einfache Praktikanten, erklären die Studienautoren mit dem Gewinn auf der Unternehmensseite. Ein Student, der eine erfolgreiche Abschlussarbeit für ein Unternehmen schreibe, bringe diesem mehr als ein Praktikant. So spekulierten die Firmen darauf, bewährte Diplomanden als neue Mitarbeiter gewinnen zu können. Praktikanten hingegen brauchen nach Meinung der Alma-Mater-Fachleute häufig eine längere Einarbeitungszeit und intensivere Betreuung durch das Stamm-Team.
Best Choice: Chemiekonzerne und Autobauer
Auffällig ist: Tarifgebundene Unternehmen zahlen schlechter als tarifungebundene. Offenbar liegt das dran, dass Unternehmen, die sich bei der Praktikantenentlohnung nicht nach Tarifvereinbarungen richten müssen, flexibler auf die Arbeitsmarktsituation reagieren können. Der Fachkräftemangel hat zuletzt dafür gesorgt, dass viele Absolventen ihr Glück beim Berufseinstieg ohne Praktikumszeit versuchen. Den Rückgang bei den Bewerberzahlen können tariflich nicht gebundene Firmen besser ausgleichen - sie zahlen mehr. Bei Praktika sind es rund 15 Euro (607/622 Euro), bei Abschlussarbeiten im Schnitt 112 Euro (609/721 Euro) pro Monat.
Kräftige Unterschiede zeigt auch die Praktikanten-Gehaltsstatistik im Branchenvergleich. Am besten zahlt demnach die Chemie- und Pharmabranche - durchschnittlich 858 Euro im Monat. Auch bei Kfz-Zulieferern und EDV-Dienstleistern können Bewerber auf mehr als den deutschlandweit üblichen Betrag hoffen. Diplomanden in der Zeitarbeitsbranche haben ebenfalls gute Chancen auf überdurchschnittliche Bezahlung (813 Euro), obwohl die Branche bisher eher zu den schlechten Zahlern gehörte und auch in diesem Jahr bei den Einstiegsgehältern für Berufsanfänger noch knausert.
Am geringsten werden Praktikanten und Diplomanden in Tourismusunternehmen, bei öffentlichen Dienstleistern, bei NGOs und in der Medienbranche entlohnt. Hier liegen die Vergütungen zwischen 328 und 500 Euro. Bleibt als kleiner Trost: Was ein Praktikum an Wissensinput, Erfahrung und Einblick in eine Branche bringt, das ist in Geld selten aufzuwiegen.
Für die Erhebung "Gehaltsstudie 2011" befragte das Karriereportal Alma Mater 902 Unternehmen aller Branchen zu Einstiegsgehältern und Mitarbeiternachfrage. Bei den aufgeführten Summen handelt es sich um monatliche Bruttogehälter.