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01.11.2011, 20:41
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Gehaltsverhandlungen:
Bescheidenheits-Gen setzt Frauen schachmatt
Weibliche Angestellte verdienen noch immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Nicht nur, dass sie weniger Wert aufs Geld legen, sie verhandeln auch schlechter.
von Sabine Meinert
Die Diagnose "schlecht bezahlt" muss bei Frauen im Job leider häufig gestellt werden. In den vergangenen Jahren hat sich daran kaum etwas geändert. Auch die Diskussion über eine Frauenquote in den Chefetagen hilft nicht weiter. Und: Frauen sind oft selbst schuld. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Ingolstadt im Auftrag des Frauen-Messe-Veranstalters women&work.
Tough in der Erscheinung, doch weich bei Gehaltsverhandlungen: Managerinnen
Gehalt nur auf Platz 26
Die Forscher befragten über 180 Akademikerinnen nach ihren Wünschen und Anforderungen in Sachen Arbeitgeber und Job. Heraus kam unter anderen, dass das Gehalt den Managerinnen gar nicht so wichtig ist. Es rangiert im Ranking der entscheidenden Kriterien bei der Arbeitgeberwahl nur auf Platz 26. Deshalb, so die Schlussfolgerung, verhandeln sie nicht hart genug, wenn es um das Gehalt geht.
Melanie Vogel, Initiatorin der women&work, findet das erschreckend. "Offensichtlich ist vielen Frauen der Zusammenhang zwischen eigener Leistung und angemessener Bezahlung nicht bewusst. Die Untersuchung zeigt, dass gerade junge Frauen nicht verstehen, dass sie sich mit einem schlecht verhandelten Einstiegsgehalt auch schon für zukünftige Gehaltsverhandlungen schachmatt gesetzt haben."
Nicht wieder aufzuholen
Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin und Autorin des Buches "Um Geld verhandeln" ergänzt: "Bei der Einstiegsgehaltsverhandlung stellen Frauen die Weichen für ihr ganzes Berufsleben. Ein zu niedrig ausgehandeltes Anfangsgehalt holen sie nie wieder auf."
Aus ihrer Erfahrung weiß sie, dass manche Frau nach der Strategie handelt: Job erst mal annehmen, Konditionen später aushandeln. Möglicherweise mit dem Hintergedanken: "Wenn der Chef erst mal sieht, wie fleißig ich arbeite, bietet er mir von sich aus einen Gehaltserhöhung an." Doch diese Strategie gehe nie auf, so Kimich.
Teil 2: Was Frauen besser machen können
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FTD.de, 01.11.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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