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Merken   Drucken   06.07.2006, 12:03 Schriftgröße: AAA

Goldene Zeiten für MBA-Studenten

Der jüngste Jahrgang von Business-School-Absolventen hat freie Wahl unter seinen Arbeitgebern. Die Nachfrage nach Inhabern eines MBA-Abschlusses steigt ebenso rasant wie die Gehälter, die die Firmen zu zahlen bereit sind. von Della Bradshaw (London)
Lockt mit guten Jobs: Großbritanniens Hauptstadt London   Lockt mit guten Jobs: Großbritanniens Hauptstadt London
Die Straßen von London sind mit Gold gepflastert, schenkt man den Legenden Glauben. Aus ganz Europa strömen dieses Jahr MBA-Absolventen in die britische Hauptstadt, in der Hoffnung, dort ihr Glück zu machen.
Die City, Londons Finanzmeile, lockt die Elite der diesjährigen Absolventen an. Einstiegsgehälter für Absolventen der London Business School (LBS) liegen in der Finanzbranche bei 58.000 Pfund (83.400 Euro), dazu kommen ein Abschlussbonus von bis zu 20.000 Pfund und eine Jahresgratifikation, die vom Abschneiden des Unternehmens abhängt.
Führende Schulen verschaffen guten Start
Ähnlich gut stehen Absolventen der Iese Business School in Barcelona da. Einsteiger im Investmentbanking erhalten im Schnitt ein Jahressalär von 100.000 Euro. Auch bei der französischen Schule Insead spricht man von einem "unglaublichen Jahr, was die Rekrutierung angeht". Das treffe wegen der starken Nachfrage aus London insbesondere für den Bereich Finanzen zu, sagte Claire LeCoq von Insead.
Absolventen mit MBA-Abschluss haben überall in Europa große Chancen   Absolventen mit MBA-Abschluss haben überall in Europa große Chancen
Im gesamten europäischen Investmentbanking hat die Suche nach MBA-Absolventen deutlich zugenommen, sagt Alison Trauttmansdorff, die für Goldman Sachs in Europa die Rekrutierung von Absolventen verantwortet. "Branchenweit werden im Schnitt 30 bis 50 Prozent mehr MBA-Absolventen eingestellt als vergangenes Jahr." Goldman Sachs stellt für London, Zürich und Frankfurt ein, aber die überwältigende Mehrheit sei für das Londoner Büro, so Trauttmansdorff.
Herausforderung für die Absolventen
Unter den Hunderten von Absolventen, die es nach London verschlagen hat, ist auch Thiri Mon, die dieses Jahr an der LBS abgeschlossen hat. Momentan hat sie ein Jobangebot von Morgan Stanley vorliegen, nachdem sie dort im Sommer ein Praktikum absolvierte. "Die Erwartungen waren sehr hoch, als wir ins Sommerpraktikum gingen", erinnert sie sich. "Wir waren 60 oder 65 Leute, und mehr als die Hälfte hatte noch nie in der City gearbeitet." Sie bezeichnet die Erfahrung als "energiegeladen". "Nach dem MBA bekommt man eine der wenigen Gelegenheiten, die Laufbahn zu ändern. Ich suche die Herausforderung."
Nicht nur Absolventen europäischer Schulen spüren den Reiz Londons. Auch an der New Yorker Columbia Business School gilt London als beliebte Anlaufstelle. In Europa würden vor allem die Investmentbanken die Nachfrage befeuern, sagt Regina Resnick von Columbia, in den USA sei es dagegen das Comeback der Managementberater, das dominiert.
Guter Einstieg als Berater
Diese Einschätzung teilt Sheryle Dirks von der Fuqua School an der Duke University in North Carolina: "Viel wird vom Wiederaufleben des Beratergeschäfts getrieben", sagt sie. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt der Duke-Abgänger bei einem Berater betrage 110.000 $, erreiche bei manchen sogar 135.000 $, sagt Dirks.
Das Gesamtbild ist eindeutig: MBAs sind gefragter denn je. Absolventen der Top-Schulen können sich wieder den Luxus leisten, ein Jobangebot abzulehnen. "Die Studenten haben etwas mehr Selbstvertrauen und lassen Jobs links liegen, die nicht passen", sagt Diane Morgan von LBS.
100.000-Dollar-Offerten
Für die meisten Absolventen führender US-Schulen liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt um die 100.000 $. Die diesjährigen Absolventen der MIT Sloan School of Management beispielsweise starten mit 103.000 $ in ihren Job, und 92 Prozent der Studenten hatten beim Abschluss bereits ein Jobangebot vorliegen. Für Duke-Absolventen ist das Durchschnittsgehalt in den vergangenen zwei Jahren um 10.000 $ gestiegen. Auch aus Europa werden deutliche Zuwächse vermeldet.
Immer mehr Bewerber gehen auch in den asiatischen Raum, zum ...   Immer mehr Bewerber gehen auch in den asiatischen Raum, zum Beispiel nach Hongkong
Noch positiver ist die große Bandbreite angebotener Beschäftigungsfelder. Finanzsektor und Managementberatung dominieren wieder, aber auch in anderen Industriezweigen wächst das Interesse. "Die Segmentierung des Markts ist sehr bemerkenswert", sagt Dirks. Parallel dazu ändert sich auch die Ausrichtung auf amerikanische oder europäische Unternehmen. Bei Insead heißt es, dass mittlerweile 25 Prozent der Studenten ihren ersten Job im asiatisch-pazifischen Raum finden. Zudem tut sich auch Indien sehr stark hervor. "Indische Firmen suchen nach Rekrutierungsmöglichkeiten außerhalb der indischen Business Schools, wo sie in der Vergangenheit Leute angeworben haben", sagt LeCoq von Insead. "Sie drängen auf die europäischen Märkte, deshalb stellen sie zunächst für Indien ein und versetzen (die MBA-Absolventen) anschließend nach Europa."
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  • FTD.de, 06.07.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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