Blick auf den Campus der Harvard University: Massachusetts Hall
Seither ist der erste von zwei gewichtigen Einwänden der Kritiker die Sorge, dass so ein Schwur entweder unnötig oder gar schädlich ist. Betrug ist sowieso schon gegen das Gesetz. Kapitalgeber, die sich von den Managern nicht gut behandelt fühlen, können klagen. Daneben stellt sich die Frage, ob das Versprechen der künftigen Industriekapitäne, die Interesse von Kollegen, Kunden und der Gesellschaft "zu beschützen" nicht dazu führt, dass ihre Shareholder zu kurz kommen. Der zweite Einwand ist die Zahnlosigkeit dieses Schwurs. So ist es schon schwer, zu definieren, was Management "im guten Glauben" oder "ethisches Verhalten" bedeuten sollen. Noch schwerer wäre es jedoch, Verstöße zu ahnden.
"Lizenz für Manager" entwickeln
Gegenwärtig arbeiten Cabrera, Khurana und Nohria mit dem Aspen Institute und dem World Economic Forum zusammen, um dem Eid mehr Biss zu verleihen. Sie diskutieren verschiedene Ideen, wie etwa Führungskräfte stets über die neuesten Ideen in diesem Bereich zu informieren, eine Art Lizenz für Manager zu entwickeln oder eine Organisation zu etablieren, die unprofessionelles Verhalten bestraft.
Das bringt erneut die Kritiker auf den Plan. Sie warnen davor, dass eine selbst-ernannte Standesorganisation Kontrolle über den Zugang zum Beruf des Managers bekommen könnte. Schließlich gibt es zahlreiche Unternehmer wie etwa Bill Gates oder Steve Jobs, die Shareholder Value geschaffen haben, ohne selbst irgendwelche formelle Ausbildung zu besitzen. Kaum ein Entrepreneur hat einen MBA-Abschluss. Doch wie dem auch sei, die Finanzkrise hat zweifellos eine genauere Beobachtung der Managerkaste ausgelöst. So gesehen ist es vermutlich nicht die schlechteste Idee, wenn sich Studenten auch mal mit anderen Themen als dem Börsenwert und der Marktkapitalisierung beschäftigen.
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