Helga Sanne rät: Persönlichkeit sichtbar machen
Besonders seriös?"Viele sehen Bewerbungsgespräche ganz richtig als besonders wichtige Situationen. Natürlich verhält man sich da anders als in der Kneipe. Aber die meisten meinen, sie müssten besonders seriös erscheinen. Das heißt, sie nehmen körperliche Aktivitäten zurück und setzen eine ernste Miene auf. Nur: Dahinter wird die Persönlichkeit nicht sichtbar", sagt Helga Sanne. Gerade Führungskräfte zeigen sich gern besonders verkopft, sie schalten den "Bauchteil" aus und reduzieren jegliche Bewegung. Sie wollen managen, kontrollieren, beschreibt die Trainerin ein häufig auftretendes Verhalten.
Deshalb müssten viele Führungskräfte erst mal an der inneren Einstellung arbeiten, meint sie. Einerseits sei es wichtig, die Situation mit der nötigen Ernsthaftigkeit anzugehen und dem Gegenüber Respekt zu zeigen, andererseits gehe es keinesfalls darum, einen Test zu absolvieren. Abschlüsse, Doktortitel, spezifisches Fachwissen sind zwar wichtig, sie können aber im Bewerbungsgespräch kaum geprüft oder verifiziert werden, macht die Trainerin deutlich. "Hier geht es um Persönliches, ob der Kandidat in das Unternehmen passt, ob ihm die neue Aufgabe zugetraut wird. Punkten kann man da eigentlich nur mit Offenheit, Aufmerksamkeit und Ausstrahlung."
"Und mit Neugier", fügt Ingrid Sanne hinzu. "Wenn ich versuche, neugierig auf das Gespräch, die potenziellen Kollegen und das neue Unternehmen zu sein, werde ich mich auch besser fühlen, als wenn ich krampfhaft versuche, mich besser darzustellen, als ich bin. Das merkt man einfach."