Besonders beliebt zur Leistungssteigerung ist Ritalin, ein Amphetaminderivat, das bereits in den USA viele Fans hat. Und auch hierzulande hat sich der Absatz des Medikaments innerhalb von zehn Jahren verzwanzigfacht, berichtet die "Zeit". Eine zweite Medikamentengruppe umfasst die Antidepressiva. Talbot warnt, dass gerade bei diesen Präparaten kurzfristige Effekte ausblieben, während Studien über langfristige Effekte weitgehend fehlen.
Glück und Konzentration auf Rezept?
Die Expertin sieht das "Glück auf Rezept" daher eher skeptisch - obwohl es auch an der Universität Münster Untersuchungen mit Neuropushern gab, die eine Konzentrationssteigerung belegen: Verglichen wurden zwei Studentengruppen, von denen eine Dopamin verabreicht bekam. Bei einem Vokabeltest schnitten die Dopamin-Schlucker deutlich besser ab. Sie hatten den Lernstoff offenbar besser abgespeichert.
Ein weiterer Wirkstoff, der beim Hirndoping zum Einsatz kommt, ist Modafinil. Der Wachmacher wird üblicherweise bei Menschen mit Schlafkrankheiten eingesetzt, so Talbot. "Gesunde Probanden bleiben zwar wach, aber ihre Leistungsfähigkeit lässt nach."
Vor allem bei Musikern beliebt sind der Expertin zufolge Betablocker. Eigentlich sollen sie Bluthochdruck senken. Sie helfen aber auch gegen Lampenfieber, starkes Schwitzen und Zittern.