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Merken   Drucken   23.08.2010, 09:11 Schriftgröße: AAA

Hybrid-Unterricht: Mix aus Online und Tafel wird beliebter

MBA-Programme, die Unterricht über das Internet mit Campus-Zeiten kombinieren, werden immer beliebter bei Studenten, die eine Schule mit Markennamen besuchen wollen, ohne dafür gleich ihren Job aufgeben zu müssen. von Barbara Bierach (mba-channel.com) 
Das berichtet das Wall Street Journal.
Der Fast Track MBA des Babson College beispielsweise, ein vor sieben Jahren entwickeltes Teilzeit-Programm in Wellesley, Massachusetts, kombiniert einige wenige Kursphasen auf dem Campus mit einer dominanten Online-Komponente, nutzt aber dieselben Professoren wie das Vollzeit-Programm. Dieses so genannte Hybrid-Programm beinhaltet sogar Projektarbeit in der Arbeitsgruppe - ein Kennzeichen vieler MBA-Programme. Allerdings wird die Gruppenarbeit virtuell - mit Konferenzschaltungen oder Skype - durchgeführt.
Wachsende Nachfrage nach kombinierten Studienmodellen
Anbieter berichten, dass die Bewerbungen für Hybrid-Programme im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen sind. Der Cross Continent MBA an der Duke University beispielsweise, der zu 60 Prozent online erworben wird, sah im vergangenen Jahr ein Plus von 50 Prozent an Bewerbungen für die Klasse, die diesen August startet. Die Schulen sind angetan von der Hybrid-Idee, denn die Studenten bezahlen ungefähr dasselbe für ihre Ausbildung wie die Teilnehmer an traditionellen Vollzeit-Programmen, während die Klassen selber um einiges billiger abgewickelt werden können, weil die Studenten die Ressourcen des Campus viel weniger intensiv nutzen.
Gut gelaunte Teilnehmer: Kombi aus Online- und Präsenz-Kursen ...   Gut gelaunte Teilnehmer: Kombi aus Online- und Präsenz-Kursen kommt an
Doch es gibt spürbare Unterschiede zwischen Hybrid-Programmen und einer klassischen Campus-Ausbildung. Zunächst mal haben die Hybride oft ein weniger strenges Zulassungsverfahren - Babson beispielsweise verlangt keinen GMAT - auch wenn es hier Ausnahmen gibt. Die Programme werden oft auch ohne Wahlfächer angeboten, die gerade für Studenten wertvoll sein können, die sich auf einen Branchenwechsel vorbereiten wollen. Und Studenten, die vom umfangreichen Angebot einer Business Schule profitieren wollen, müssen immer wieder feststellen, dass sie wenig Zugang zu deren Dienstleistungen wie beispielsweise Karriereberatung finden - ganz einfach, weil sie nicht regelmäßig genug vor Ort sind.
Wenig Zeit für direkten Kontakt mit Kommilitonen und Dozenten
Da in vielen Fällen mindestens 70 Prozent der Unterrichtseinheiten online stattfinden, gibt es kaum Zeit für Gespräche mit den Dozenten und wenig Gelegenheit für den persönlichen Austausch, aus Sicht vieler Absolventen einer der wichtigsten Bausteine eines MBA-Programms. Andy Policano, Dean an der Paul Merage School of Business an der University of California in Irvine, sagt, dass genau dieser Mangel an Zusammengehörigkeitsgefühl viele Schulen daran hindere, ein Hybrid-Programm auf die Beine zu stellen.
Duke und andere Schulen wie die Tepper School of Business an Pittsburghs Carnegie Mellon University oder Babson, die solche Kombi-Programme anbieten, betonen, dass ein Hybrid trotz aller Unterschiede dieselbe Ausbildung vermittle wie eine typische MBA-Klasse. Bill Boulding, stellvertretender Dekan der Duke, sagt, das Hybrid-Programm an seiner Schule ziehe besonders international tätige Führungskräfte an, die eine Duke-Ausbildung wollen, aber dafür nicht für zwei Jahre nach North Carolina umziehen mögen.
Wachsendes Vertrauen in Hybrid-Programme
Brett Good, Gebietsleiter bei der Personalvermittlung Robert Half International, gesteht jedoch, dass viele Personalchefs noch Vorbehalte gegenüber den überwiegend online angebotenen Programmen haben. Immerhin sei die Sichtweise inzwischen etwas positiver, weil viele der einstellenden Unternehmen zunehmend mehr Vertrauen in die neuen Technologien haben.
John Williams, der 2005 das Cross-Continent-MBA-Programm an der Duke abschloss, erzählt, dass er mit dem Zeugnis in der Hand in der Lage war, ein höheres Gehalt und eine bessere Position bei einer Marktforschungsfirma an Land zu ziehen. "Die meisten Arbeitgeber haben mir gesagt, die Schule sei gut und das Programm klinge auch überzeugend - und das erfülle ihre Ansprüche."
Quelle und mehr Informationen unter: www.mba-channel.com
  • www.mba-channel.com, 23.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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