Wo informieren sich Manager?
Die Bestimmung der Grundgesamtheit und damit der absoluten Zahl professioneller Entscheider in Deutschland gehörte zu einer der zentralen Aufgaben der Studie. Professionelle Entscheider sind funktional leitende Personen oder Berufstätige, die im Kauf- und Entscheidungsprozess zumindest Hersteller, Dienstleister, Produkte oder Marken bewerten und dabei über ein persönliches Brutto-Einkommen von mindestens 3000 Euro verfügen. Dies trifft in Deutschland auf 7,2 Millionen Berufstätige, mithin "professionelle Entscheider", zu.
Dies ist auf den ersten Blick eine erstaunlich hohe Anzahl, weist doch die Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung 2009 (LAE) eine Grundgesamtheit von lediglich 2,4 Millionen Entscheidungsträgern aus. Jedoch: Nicht nur Märkte und Medien fragmentieren sich zunehmend, sondern auch Entscheidungsebenen und Entscheidungsprozesse. In der Bundesrepublik gibt es mehr als drei Millionen Unternehmen. In jedem dieser Unternehmen werden Investitionen geplant und getätigt, fallen Entscheidungen an. Ab bestimmten Größenordnungen sind Unternehmen in Abteilungen gegliedert und werden Entscheidungen delegiert. Immer mehr Entscheidungen werden in Teams getroffen, in denen gleich mehrere Personen mit Beratungs- und Entscheidungskompetenz ausgestattet sind. Demzufolge gibt es weit mehr Entscheider und Entscheidungsbeteiligte als Unternehmen. Und sie sind einflussreich, denn sie treffen Investitions- und Orderentscheidungen in beträchtlicher finanzieller Höhe, im Durchschnitt 1,7 Mio. Euro pro Jahr.
Entscheider: Ewig Gestrige oder digitale Avantgarde?