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Merken   Drucken   28.09.2011, 13:32 Schriftgröße: AAA

Ingenieure: Abschluss für jeden Typ

Ob Bachelor, Master oder Promotion: Die Karriere- und Lebensplanung ist bei der Auswahl des richtigen Abschlusses entscheidend. von Denis Dilba
Ingenieure sind gefragt wie nie. So beten es jedenfalls Unternehmen und Arbeitsmarktexperten mantrahaft vor. Diese Tatsache lässt sich auch kaum bestreiten - interessant wird es allerdings bei einer anderen Frage: Wann ist man ein richtiger Ingenieur? Spätestens seit die Absolventen der im Rahmen der Bologna-Reform eingeführten Abschlüsse Master und Bachelor auf den Arbeitsmarkt kommen, rätselt manch Firma und manch Absolvent: Reicht der Bachelor für einen Berufseinstieg - oder ist der Master zwar optional, aber doch Pflicht?
Eine angehende Ingenieurin vor dem Forschungszentrum Jülich   Eine angehende Ingenieurin vor dem Forschungszentrum Jülich
"Zu Beginn der Umstellung auf die neuen Abschlüsse herrschte zunächst eine große Verunsicherung auf allen Seiten", sagt Gerhard Müller, Leiter des Lehrstuhls für Baumechanik an der TU München und Mitglied des Leitungskreises von 4-Ing, der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an den Universitäten. Jetzt seien die Abschlüsse von den Unternehmen weitgehend akzeptiert. Dem Bachelor als vollwertigem Abschluss in Ingenieurwissenschaften trauen Unternehmen, zumindest inoffiziell, und auch Absolventen aber trotzdem nicht so recht über den Weg, sagt der Experte: "Die allermeisten Studenten in den Ingenieurfächern machen nach dem Bachelor weiter."
Direkteinstieg als Generalist möglich
Wer nach Abschluss in Bereichen arbeiten möchte, in denen die Anforderungen des Diplom-Ingenieurs galten, tue gut daran, den Master anzuschließen, sagt Müller. Schließlich sei der Bachelor auf sechs Semester angelegt und muss bei den Inhalten gegenüber einem auf neun Semester Regelstudienzeit angesetzten alten Diplom-Studiengang Abstriche machen.
Möglichkeiten für den Direkteinstieg als Bachelor werden aber geboten und sind vielfach auch sinnvoll. "Bachelorabsolventen steigen bei uns häufig als Generalisten in vielfältigen technischen Fachbereichen ein", sagt Anja Baumgartner, Personalerin bei Bosch - um gleich darauf das Pre-Masterprogramm zu preisen. Dabei sollen die Bachelorabsolventen zunächst Berufserfahrung im Unternehmen sammeln und dann ihren Master machen. Währenddessen bleiben die Studierenden weiter in engem Kontakt mit Bosch und werden von einem Mentor begleitet. Danach werde über eine Übernahme verhandelt, sagt Baumgartner: "Ziel bei dem Pre-Masterprogramm ist es, Praxislücken zu schließen, die viele Studierende mittlerweile durch verdichtete Studienpläne aufbauen." Vertrauen ist beim Bachelor offenbar gut, Kontrolle der Studieninhalte allerdings besser.
Unternehmen bieten duales Studium
Ähnlich drückt man sich auch bei Airbus aus. "Der Diplom-Ingenieur war für uns eine bekannte und anerkannte Qualifizierung, welche auf viele Jahre der Erfahrung beruht", sagt Nawina Walker, Sprecherin der Personalabteilung von Airbus: "Diese langjährige Erfahrung fehlt bei der Beurteilung von Bachelorabsolventen, daher ist eine intensive Prüfung der Studieninhalte jeweils notwendig." Der Flugzeugbauer habe sehr gute Erfahrungen mit der Ausbildungsform des dualen Studiums gemacht. Dabei wechseln Bachelorstudenten zwischen Hörsaal und Unternehmen, um Theorie und Praxis möglichst eng zu verzahnen. Müller rät bei einem Einstieg mit dem Bachelor, immer sich selbst und das Unternehmen zu fragen, wie man einen Master zu einem späteren Zeitpunkt mit der Lebensplanung zusammenbringen kann.
Einfacher wird es für Studenten, die die Führungsetage anpeilen. Müller: "Der Doktor in den Ingenieurwissenschaften ist für diesen Karriereweg nach wie vor eine sichere Bank."
  • FTD.de, 28.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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