Die IZA-Studie zeige aber, dass die Ungleichbehandlung in kleineren Unternehmen am stärksten ausgeprägt sei, so Marcus Riecke, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. Der Statistik zufolge sinkt bei einem türkischen Namen die Chance auf ein Vorstellungsgespräch in kleineren Unternehmen um 24 statt den üblichen 14 Prozent. "Gleichzeitig leiden diese Unternehmen am meisten unter dem drohenden Fachkräftemangel. Die anonyme Bewerbung kann also eine große Chance für all diejenigen Bewerber sein, die mit ihrer Qualifikation überzeugen, aber aufgrund von Alter, Nationalität oder Geschlecht im Bewerbungsprozess unter Umständen vorab ausscheiden."
Konkret: Vor allem Migranten, Frauen nach der Babypause und Ältere könnten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen, so Fachleute. Doch das Modellprojekt soll auch den Firmen helfen. Denn die auf Vorurteilen basierende Diskriminierung stelle nicht nur ein gesellschaftspolitisches Problem dar, sondern auch einen Verzicht auf wirtschaftliche Effizienz und somit einen Wohlfahrtsverlust, so das IZA.
Nichts Neues für Projekt-Probanden
Innerhalb des Projekts sollen die Unternehmen ein standardisiertes Bewerbungsformular entwerfen, das nur objektive Informationen über den Kandidaten enthält. Er soll eine Bewerbernummer erhalten, die zur Identifizierung im Auswahlprozess dient. Die richtigen Unterlagen sollen erst dann zugänglich sein, wenn feststeht, wer eingeladen wird.