Jeder dritte Arbeitnehmer in Europa nimmt sein Mittagessen im Büro ein. Ein hastig reingewürgtes Brötchen, ein Sandwich am Schreibtisch - der Stress im Job lässt vielen keine andere Wahl. von Sabine Meinert
Eine Umfrage des Karriereportals Monster unter mehr als 17.000 europäischen Arbeitnehmern liefert aktuelle Zahlen: Bei 35 Prozent findet das Mittagessen nebenbei am Schreibtisch statt. Neun Prozent der Befragten verzichten ganz auf die Mittagspause. 22 Prozent machen lieber einen Spaziergang, um wieder fit zu werden. Einen Happen zur Beruhigung des Magens nehmen sie nebenbei ein. 34 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich Zeit für ein ausgedehntes Mittagessen zu nehmen.
Geruhsames Mittagessen? Nur in Frankreich, Italien und der Schweiz ist das weit verbreitet
Doch innerhalb Europas gibt es deutliche Unterschiede. Deutschland liegt noch ungefähr im Schnitt - lediglich der Anteil derer, die auf die mittägliche Nahrungsaufnahme verzichten, ist hierzulande mit 14 Prozent höher. Am größten ist die Zahl der Nicht-Esser in Ungarn und Polen. In Frankreich, Italien und der Schweiz, wo Essen bekanntlich eine bedeutendere Rolle spielt, sieht es dagegen anders aus: Immerhin jeder zweite Arbeitnehmer genießt hier ein entspanntes Mittagessen - in der Kantine oder in einem kleinen Lokal um die Ecke.
Auffällig ist: Besonders Büroangestellte ernähren sich häufig ungesund. Gerade vor dem "Nebenbei-Essen" warnen Ernährungsexperten. Dass es dennoch so verbreitet ist, führt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE auf Zeitmangel zurück. "Die meisten übergehen ihren Hunger oder lassen sich von der Imbissbude um die Ecke anlocken. Das verleitet dazu, zu schnell und zu viel oder aber zu einseitig zu essen."
Fastfood findet viel zu häufig den Weg auf den Schreibtisch zum "Nebenbei-Lunch"
Falsche und unausgewogene Ernährung kann nach Auffassung der DGE auf Dauer nicht nur dick, sondern auch krank machen. Wer häufig zu schnell und zu einseitig esse, fühle sich schlapp, schwer und müde. Das beeinträchtige die Leistungsfähigkeit, so die Gesellschaft. Die Experten fordern deshalb, in den Unternehmen verstärkt auf Gesundheitsmanagement zu setzen und in die entsprechenden Konzepte auch die Ernährung - sprich: die Mittagsversorgung - einzubeziehen. Die Strategie "Kaffeeküche und Snack-Automat" halten die Ernährungsprofis für nicht ausreichend.
An der Umfrage des Karriereportals Monster vom Mai 2007 haben insgesamt 17.302 Arbeitnehmer aus ganz Europa teilgenommen. Monster ist weltweit in 38 Ländern präsent.
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