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  FTD-Serie: Karriere in der Finanzbranche

Die Finanzbranche erlebt gerade einen turbulenten Wandel. Doch die Krise bietet auch Chancen für neue Produkte und Karrieren. Banken investieren - nicht zuletzt in zuverlässige Mitarbeiter -, um ihr Image aufzupolieren. Wir loten die Chancen für Einsteiger und alte Hasen aus.

Merken   Drucken   23.03.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Karriere in der Finanzbranche: Die netten Kreditgenossen von nebenan

Während private Institute Mitarbeiter entlassen, muss bei den Genossenschaftsbanken niemand gehen. Im Gegenteil: Jungen Absolventen bieten sie langfristige Karrierechancen. Das Geschäftsmodell ist solide, das Ansehen in der Krise gewachsen. von Oranus Mahmoodi
Die Deutsche Bank setzt 900 Wertpapierhändler auf die Straße, die Commerzbank will nach der Übernahme der Dresdner Bank 9000 Stellen abbauen. Die HypoVereinsbank muss auf Drängen ihrer italienischen Muttergesellschaft Unicredit bis 2011 rund 2500 Mitarbeitern kündigen.
Die Schweizer Großbank UBS will 8000 Jobs streichen. Von solchen Kündigungswellen sind die Mitarbeiter der Genossenschaftsbanken nicht betroffen. "Man kann eindeutig sagen, dass die Jobs bei den Genossenschaftsbanken und Sparkassen sicherer sind, weil die Institute auch nicht so sehr von der Krise betroffen sind", sagt Rudolf Hickel, Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft in Bremen.
Etwa drei von vier Auszubildenden der genossenschaftlichen Banken werden übernommen. Dies entspricht rund 2500 Auszubildenden pro Jahr, zusätzlich werden jährlich etwa 3500 neue Mitarbeiter eingestellt. "Unsere Mitarbeiterzahl ist konstant geblieben", sagt Thorsten Weiland, Sprecher des Dachverbands der Volksbanken, Spar- und Darlehnskassen und genossenschaftlichen Unternehmen im Rheinland und in Westfalen (RWGV).
Eine sichere Bank
Die Finanzkrise hat die Personalpolitik der Genossenschaftsbanken nicht verändert. Genossenschaftsbanken zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie mittelständische, in der Region verankerte Unternehmen sind, deren Geschäftsmodell durch die räumliche Nähe zum Kunden geprägt ist. "Dieses seit jeher gepflegte Modell hat sich auch in der Krise bewährt", sagt Alfred Burkhart, Abteilungsleiter Personalentwicklung beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.
Die Genossenschaftsbanken und Sparkassen setzten auf nachhaltiges Personalmanagement. "Kurzfristige Ausschläge sind nicht unsere Personalpolitik", sagt auch Michaela Roth, Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).
Karrieren sollen auch langfristig möglich sein, die Mitarbeiter sich sicher fühlen. Das mag für Karrierefokussierte langweilig klingen: regional, sicher und mittelständisch. Genossenschaftsbanken oder Sparkassen gelten gemeinhin nicht als Arbeitsplätze, die eine steile Karriere ermöglichen.
Ran an den Kunden
Doch dieses Image bröckelt. "Die Karriere bei einer Genossenschaftsbank oder einer Sparkasse gilt nicht mehr als etwas Minderwertiges", sagt Hickel. Dank der Finanzkrise hat sich das Ansehen der genossenschaftlichen Banken und Sparkassen nicht nur bei den Anlegern verändert, auch junge Absolventen schauen sich diese Institute genauer an. "Es ist durchaus zu empfehlen, sich bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu bewerben", sagt Hickel. Vor allem könne man immer noch zu Privat- oder Großbanken umsteigen.
Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind sehr daran interessiert, ihre Mitarbeiter - und vor allem die guten - im Hause zu halten. So wie die anderen Kreditinstitute suchen auch sie hochqualifizierte Verstärkung in den kundennahen Bereichen. Der Vertrieb wird aufgestockt. "Bei den Sparkassen heißt es: Weg vom Backoffice, ran an den Kunden", sagt Roth.

Teil 2: Ortskundige gesucht

  • FTD.de, 23.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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