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  FTD-Serie: Karriere in der Finanzbranche

Die Finanzbranche erlebt gerade einen turbulenten Wandel. Doch die Krise bietet auch Chancen für neue Produkte und Karrieren. Banken investieren - nicht zuletzt in zuverlässige Mitarbeiter -, um ihr Image aufzupolieren. Wir loten die Chancen für Einsteiger und alte Hasen aus.

Merken   Drucken   02.03.2009, 13:00 Schriftgröße: AAA

Karriere in der Finanzbranche: Gute Chancen für Kapitalbeschaffer

Factoring, Leasing, Controlling: Wer sich mit diesen Themen auskennt, ist bei Unternehmen aus Industrie und Handel derzeit gefragt. Wegen der Kreditklemme suchen diese Finanzexperten, die wissen, wo noch Geld zu holen ist. von André Schmidt-Carré
Normalerweise klopfen Finanzexperten zuerst bei Banken an, wenn sie sich bewerben. Doch im Moment ist das anders. Ihr Interesse an Jobs in der Industrie, in Dienstleistung und Handel ist deutlich gewachsen. Denn dort hat die Krise bislang weniger stark gewütet als im Finanzsektor. Gleichzeitig sehen sich diese Unternehmen gezwungen, angesichts der allgemeinen Kreditklemme ihre Finanz-Kompetenz zu erhöhen, und suchen qualifizierte Leute.
"Finanzexperten haben derzeit jenseits der Bankenbranche durchaus gute Jobchancen", sagt Jürgen van Zwoll, Personalberater bei Ray & Berndtson. Besonders gut sind die Perspektiven für Finanzierungs-Spezialisten bei größeren Unternehmen. Diese suchen vor allem Mitarbeiter, die ihnen zu mehr Liquidität verhelfen. Und zwar parallel zum klassischen Weg über die Hausbank.
Finanzierungskosten niedrig halten
Factoring zum Beispiel ist ein wichtige Geldquelle, also der Verkauf von Forderungen, die ein Unternehmen gegen seine Kunden hat. Statt säumigen Kunden hinterherzulaufen, verkauft das Unternehmen die Forderung an einen Dritten, der sofort zahlt. Allerdings bekommt das Unternehmen nicht die vollen 100 Prozent des offenen Betrags, schließlich will auch der Forderungskäufer seinen Schnitt machen.
Diese Differenz möglichst gering zu halten ist eine der Aufgaben von Factoring-Spezialisten, die in einem Industrie- oder Handelsunternehmen anheuern. Wer einschlägige Erfahrung hat, wird gern genommen: "Für Bankfachleute, die sich mit Absatzfinanzierung auskennen, gibt es derzeit auch außerhalb der Bankbranche interessante Möglichkeiten", sagt Personalberater van Zwoll.
Fördermittel-Experten gefragt
Gleiches gilt für Leasingexperten. Denn wenn Unternehmen Maschinen, Fuhrpark oder die Mitarbeiterkleidung leasen, ist das häufig günstiger als ein klassischer Kauf mit anschließender Finanzierung über die Hausbank. Außerdem erscheinen die Anschaffungen nebst zugehöriger Fremdfinanzierung unter bestimmten Umständen nicht in der Bilanz, was wiederum die Rating-Kennzahlen verbessert und somit die Kapitalbeschaffung vereinfacht.
"Gefragt sind auch Fachleute, die sich mit Fördermitteln auskennen", sagt van Zwoll. Schließlich fördert die öffentliche Hand in Deutschland Unternehmen mit vielen verschiedenen Programmen, die eine verbilligte Kapitalbeschaffung ermöglichen. So stellt zum Beispiel die KfW Bankengruppe in bestimmten Fällen Sicherheiten, die bei einer Kreditvergabe über die Hausbank deren Risiko und damit die Zinsen senken.

Teil 2: Der eigene Banker im Unternehmen

  • FTD.de, 02.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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