Traineeprogramme für alle TalenteAus welchem Fach sie kommen, spielt dagegen eine immer kleinere Rolle. Die Postbank etwa fahndet nicht mehr nur nach Wirtschaftswissenschaftlern, auch Mathematiker und Informatiker werden gesucht - für das Risikocontrolling, das Meldewesen, vor allem für die Beratung.
Die Commerzbank stellt gerne auch Physiker oder Mathematiker im Riskmanagement ein. Im Vertrieb kann es sinnvoll sein, Geisteswissenschaftler anzuheuern. "Wir haben verschiedene Traineeprogramme und ermutigen alle Fachrichtungen, sich zu bewerben, wir konzentrieren uns nicht nur auf BWLer", sagt auch Jutta Horstkötter, Gruppenleiterin Students & Graduates bei der Commerzbank in Frankfurt.
Die Krise hat für Bewegung gesorgt, auch in der personellen Aufstellung - das schafft Raum für junge Talente. Trotzdem beobachten alle Institute, dass junge Bewerber beim Bewerbungsgespräch Fragen zur Jobsicherheit stellen. Ihre Sorgen sind teilweise berechtigt. Anfang der 90er-Jahre beschäftigten die Banken noch rund 780.000 Mitarbeiter, heute sind es etwa 680.000.
Der Druck auf die Personalbudgets wächst mit der Finanzkrise. "Dass wir eine kleine Delle von ein bis zwei Jahren haben, sollte niemanden entmutigen", sagt Ingolf Jungmann, Vizepräsident der Frankfurt School of Finance & Management. Die Karrierechancen in der Finanzbranche seien weiterhin gut. Die Krise verschont die Highpotentials.