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  FTD-Serie: Karriere in der Finanzbranche

Die Finanzbranche erlebt gerade einen turbulenten Wandel. Doch die Krise bietet auch Chancen für neue Produkte und Karrieren. Banken investieren - nicht zuletzt in zuverlässige Mitarbeiter -, um ihr Image aufzupolieren. Wir loten die Chancen für Einsteiger und alte Hasen aus.

Merken   Drucken   28.03.2009, 08:00 Schriftgröße: AAA

Karriere in der Finanzbranche: Hauptsache, die Hochschule stimmt

Wer an einer renommierten Universität studiert hat, bekommt auch in Zeiten der Finanzkrise einen guten Job. Viele Banken haben feste Kooperationspartner, das Studienfach rückt zunehmend in den Hintergrund. Auch Physiker, Mathematiker und Geisteswissenschaftler sind gefragt. von Oranus Mahmoodi
Die Zeiten, als ein Job bei der Bank noch ganz oben auf der Liste der Berufswünsche stand, sind lange vorbei. Die Finanzkrise hat ein Übriges getan. Die Bewerber sind eingeschüchtert - nicht ohne Grund. "Wenn ein WHU-Absolvent im letzten Jahr drei Angebote hatte, hat er in diesem Jahr wahrscheinlich nur eins", sagt Heike Hülpüsch, Leiterin Career Service an der WHU - Otto Beisheim School of Management.
Dabei ist die Schule in Vallendar in Rheinland-Pfalz einer der Goldfischteiche, aus denen die Banken ihren Managementnachwuchs fischen. Sie vertrauen auf die Qualifikation der Absolventen. Die WHU-Studenten lernen nicht nur von hochkarätigen Dozenten aus der Branche, sie werden für eine internationale Karriere ausgebildet. Das gefällt vor allem den Großbanken.
Die Finanzinstitute rekrutieren gern von den Elite-Universitäten, noch lieber aber kooperieren sie mit den renommierten Hochschulen. Die Liste der Kooperationspartner der Frankfurt School of Finance & Management liest sich wie das Who-is-who der deutschen Bankenlandschaft. "Wir haben uns für einige Universitäten entschieden", sagt etwa Karl-Ludwig von Nordheim, Leiter Personal SEB Deutschland, und nennt die "üblichen Verdächtigen": Universität Mannheim, Frankfurt School of Finance & Management, Fachhochschule Heidelberg, WHU.
Die European Business School in Oestrich-Winkel, die Business School in Reutlingen, die Universitäten in Köln und Bonn sind weitere Lieblinge der Personaler. "Es wird immer wichtiger, an welcher Universität die Bewerber studiert haben", sagt Hülpüsch.
Traineeprogramme für alle Talente
Aus welchem Fach sie kommen, spielt dagegen eine immer kleinere Rolle. Die Postbank etwa fahndet nicht mehr nur nach Wirtschaftswissenschaftlern, auch Mathematiker und Informatiker werden gesucht - für das Risikocontrolling, das Meldewesen, vor allem für die Beratung.
Die Commerzbank stellt gerne auch Physiker oder Mathematiker im Riskmanagement ein. Im Vertrieb kann es sinnvoll sein, Geisteswissenschaftler anzuheuern. "Wir haben verschiedene Traineeprogramme und ermutigen alle Fachrichtungen, sich zu bewerben, wir konzentrieren uns nicht nur auf BWLer", sagt auch Jutta Horstkötter, Gruppenleiterin Students & Graduates bei der Commerzbank in Frankfurt.
Die Krise hat für Bewegung gesorgt, auch in der personellen Aufstellung - das schafft Raum für junge Talente. Trotzdem beobachten alle Institute, dass junge Bewerber beim Bewerbungsgespräch Fragen zur Jobsicherheit stellen. Ihre Sorgen sind teilweise berechtigt. Anfang der 90er-Jahre beschäftigten die Banken noch rund 780.000 Mitarbeiter, heute sind es etwa 680.000.
Der Druck auf die Personalbudgets wächst mit der Finanzkrise. "Dass wir eine kleine Delle von ein bis zwei Jahren haben, sollte niemanden entmutigen", sagt Ingolf Jungmann, Vizepräsident der Frankfurt School of Finance & Management. Die Karrierechancen in der Finanzbranche seien weiterhin gut. Die Krise verschont die Highpotentials.

Teil 2: Komplexere Aufgaben, gestiegene Anforderungen

  • FTD.de, 28.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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