Spezialisten weiter gefragtAuch die Übernahme der Dresdner durch die
Commerzbank ist ein Beispiel für Risikomanagement. Zwar war der Deal nur mit Kapitalspritzen aus Steuermitteln möglich. Um das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands allerdings wettbewerbsfähig zu halten, schließt die Commerzbank bis 2012 mehr als 300 der gut 1500 Filialen. Das bringt Risiken in Unternehmensbereichen wie Personal, Privatkundengeschäft, EDV und Marketing mit sich.
"Ereignisse wie dieses oder die Einführung neuer Software im Rahmen der Abgeltungsteuer sind Projekte, an denen Banken nicht vorbeikommen", sagt auch Arma Sahic, die bei Hays den Sektor IT und Technik leitet. Sie ist bereits seit Jahren in der Frankfurter Bankenwelt als Managerin tätig. "Trotz Kosteneinsparungen ist passendes Personal nach wie vor gefragt", sagt sie. Dabei komme es nicht darauf an, ob als externer Berater oder in Festanstellung.
Thomas Heidorn, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management, sieht ebenfalls einen steigenden Bedarf an Fachkräften, die sich auf Risikobewertung spezialisieren. Zum einen hätten sich mit Eintritt der Bankenkrise Korrelationen unterschiedlichster Variablen geändert, sodass lange vertraute Werte und Faktoren heute nicht mehr gelten.
Zum anderen käme der Liquiditätsplanung der Institute mittlerweile ein anderer Stellenwert zu. Sie wird als wichtiger erachtet, weil Geld nicht mehr überall frei zur Verfügung steht. Das Refinanzieren fällt den Banken deutlich schwerer. Heidorn sieht die Aufgaben eines Risk-Managers immer an die Position eines angestellten Experten gekoppelt: "Das tägliche Abwägen einzelner Risiken kann keine Bank auslagern", sagt er.