Umringt von SpezialistenAuch Thomas Pache vom Versicherungsmakler Marsh sieht hier Entwicklungspotenzial. Gemeinsam mit einem großen deutschen Versicherer, dessen Namen Pache nicht nennen will, hat sein Unternehmen ein entsprechendes Angebot neu auf den Markt gebracht. "Wir bieten eine separate Versicherung für sogenannte Cyber-Risiken wie Hackerangriffe, Viren oder auch Soft- und Hardwareschäden an", sagt der Wirtschaftsingenieur.
Dabei spiele es keine Rolle mehr, ob man selbst geschädigt sei oder bei einem Dritten einen Schaden verursacht hat. Die Versicherung übernehme beides. Inbegriffen sind Urheberrechts- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen sowie Betriebsunterbrechungskosten. Auch bei IT-Schäden durch Naturkatastrophen oder Fehlern bei der Installation zahlt der Versicherer. Profitieren könnten davon zum Beispiel Medienunternehmen oder Firmen aus der Telekommunikationsbranche.
Um solche komplexen Policen anbieten zu können, benötigt die Assekuranz Fachleute, die an der Schnittstelle zwischen der Versicherungs- und der Fachwelt arbeiten. Im IT-Bereich kaufen sie das Know-how meist von externen Profis.
"Der Fachkräftebedarf im Versicherungsbereich, auch wenn er extern begründet ist, wird in Zukunft steigen", sagt Peter Paul Geppert, Leiter Special Lines beim Versicherungsunternehmen HDI-Gerling. Die Kunst des Versicherers bestehe zukünftig darin, immer einen Zirkel von Spezialisten zu haben, die er nach Bedarf einsetzen kann.