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  FTD-Serie: Karriere in der Finanzbranche

Die Finanzbranche erlebt gerade einen turbulenten Wandel. Doch die Krise bietet auch Chancen für neue Produkte und Karrieren. Banken investieren - nicht zuletzt in zuverlässige Mitarbeiter -, um ihr Image aufzupolieren. Wir loten die Chancen für Einsteiger und alte Hasen aus.

Merken   Drucken   11.03.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Karriere in der Finanzbranche: Wie man reiche Kunden betreut

Im Geschäft mit gut situierten Privatkunden konkurrieren Banken verstärkt um die größten Talente. Die Anforderungen an Vermögensbetreuer sind hoch: Viele Kunden wünschen einen Berater, der rund um die Uhr für sie da ist und ihre Finanzen stets im Blick hat. von Heino Reents
Die Zeiten für Finanzberater sind dieser Tage bekanntlich hart. Anders ist die Lage im Geschäft mit gut situierten Privatkunden. Ob Deutsche Bank, BHF Bank oder verschiedene Sparkassen: Sie alle suchen derzeit ungeachtet der Finanzkrise Experten für das Private Banking. Erfahrene Berater können sich dabei die attraktivsten Jobs herausfischen. Und auch Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger bekommen immer öfter die Gelegenheit, die reiche Klientel bei der Geldanlage zu beraten.
"Gute Berater sind immer gefragt, denn die Kunden wollen auf Augenhöhe betreut werden", sagt Andreas Wölfer, im Vorstand der HypoVereinsbank für Wealth-Management verantwortlich. Er beruft sich dabei auch auf eine umfangreiche Analyse des HVB Wealth Managements aus dem vergangenen Jahr. Der Bedarf an qualifizierter und vertrauenswürdiger Beratung ist demnach eher gewachsen als geschrumpft. Laut Studie besitzen persönliche Beziehungen für Vermögende einen elementaren Stellenwert.
Konkurrenz für Privatbanken nimmt zu
Dass der Wettbewerb um vermögende Kunden so zugenommen hat, liegt auch daran, dass neben den traditionellen Privatbanken längst auch Großbanken, Sparkassen, Vermögensverwalter und ausländische Institute hierzulande das Private Banking entdeckt haben. Der Markt gilt als lukrativ, die Margen sind im Vergleich zum normalen Retailgeschäft hoch.
Die Kriterien, wann ein Kunde ein Kandidat fürs Private Banking oder Wealth Management ist, variieren von Bank zu Bank. Meist fallen darunter Kunden, die ein Anlagevolumen von mindestens einer halben bis einer Million Euro mitbringen. Bei manchen Anbietern dürfen sich aber auch schon Kunden mit einem Vermögen von 100.000 Euro zur erlesenen Klientel zählen.
Dem Berater kommt im Wettbewerb um vermögende Menschen eine Schlüsselfunktion zu. Der "War for Talents" (Krieg um die Talente) ist in dem Segment ein häufig gebrauchter Begriff: "Im Geschäft mit den vermögenden Kunden ist nichts so wichtig wie die Qualität des Kundenbetreuers", sagt Rainer Wilken, Partner und Private-Banking-Experte bei PricewaterhouseCoopers (PwC). "Die Kunst ist es, die entsprechenden Mitarbeiter zu finden und zu halten."
Versuche, besonders fähige Berater einer anderen Bank abzuwerben, sind in der Branche deshalb an der Tagesordnung. Denn der Personalmarkt ist sehr dünn. Es gibt zu wenig hochkarätige Fachkräfte, die sogenannten Client-Relationship-Manager. "Das ist zwar ein weltweites Phänomen, am größten ist der Bedarf jedoch derzeit in Asien und dem mittleren Osten", sagt Wilken.
Studiengang in Münster
Auf den Nachwuchsmangel hat die Universität Münster reagiert. Seit dem Herbst 2007 wird der Studiengang "Private Wealth Management" angeboten. Zulassungsvoraussetzungen sind ein erfolgreich abgeschlossenes rechts- oder wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung. "Das Studium dauert drei Semester, und im vierten wird die Masterarbeit geschrieben", sagt Kirsten Schoofs, Geschäftsführerin der Jurgrad Gesellschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
"Wir wollten mit dem Studiengang eine Lücke schließen, die es in der juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung in diesem Bereich unzweifelhaft gab und in der grundständigen Ausbildung auch immer noch gibt", erläutert Schoofs. Nachfrage habe es sowohl auf Studentenseite als auch bei den Finanzinstituten gegeben.

Teil 2: Kunden verlangen Rund-um-Betreuung

  • FTD.de, 11.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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