Konkurrenz für Privatbanken nimmt zuDass der Wettbewerb um vermögende Kunden so zugenommen hat, liegt auch daran, dass neben den traditionellen Privatbanken längst auch Großbanken, Sparkassen, Vermögensverwalter und ausländische Institute hierzulande das Private Banking entdeckt haben. Der Markt gilt als lukrativ, die Margen sind im Vergleich zum normalen Retailgeschäft hoch.
Die Kriterien, wann ein Kunde ein Kandidat fürs Private Banking oder Wealth Management ist, variieren von Bank zu Bank. Meist fallen darunter Kunden, die ein Anlagevolumen von mindestens einer halben bis einer Million Euro mitbringen. Bei manchen Anbietern dürfen sich aber auch schon Kunden mit einem Vermögen von 100.000 Euro zur erlesenen Klientel zählen.
Dem Berater kommt im Wettbewerb um vermögende Menschen eine Schlüsselfunktion zu. Der "War for Talents" (Krieg um die Talente) ist in dem Segment ein häufig gebrauchter Begriff: "Im Geschäft mit den vermögenden Kunden ist nichts so wichtig wie die Qualität des Kundenbetreuers", sagt Rainer Wilken, Partner und Private-Banking-Experte bei PricewaterhouseCoopers (PwC). "Die Kunst ist es, die entsprechenden Mitarbeiter zu finden und zu halten."
Versuche, besonders fähige Berater einer anderen Bank abzuwerben, sind in der Branche deshalb an der Tagesordnung. Denn der Personalmarkt ist sehr dünn. Es gibt zu wenig hochkarätige Fachkräfte, die sogenannten Client-Relationship-Manager. "Das ist zwar ein weltweites Phänomen, am größten ist der Bedarf jedoch derzeit in Asien und dem mittleren Osten", sagt Wilken.